Die grüne Oase von Sigrid Chardin aus Gleißenberg: Garten im Einklang mit der Natur

Von Mittelbayerische Zeitung · 13. August 2023 um 11:00

Sigrid Chardin geht stolz durch ihren Garten in Gleißenberg. Sie ist Besitzerin eines erst vor Kurzem ausgezeichneten Naturgartens. Für das Zertifikat, vergeben vom bayerischen Landesverband für Gartenbau, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.

Mit sichtlicher Freude zeigt Chardin die verschiedenen Pflanzen, die in ihrem Garten wachsen. Ausgesprochen fasziniert ist sie vom Panorama, in welches ihr Garten eingebettet ist. Eine Lieblingspflanze habe sie nicht, da sie sich zu jeder Zeit an den Sträuchern, Blumen und Bäumen erfreuen könne.

„Das Besondere an meinem Naturgarten ist das Miteinander mit der Natur. Ich arbeite unterstützend im Garten, ohne herkömmliche chemische Dünger oder Pflanzenschutzmittel zu verwenden. Es ist eine Zusammenarbeit.“ Als Dünger verwendet sie selbst angesetzte Brennnesseljauche und zum Schutz der Pflanzen setzt sie auf abgeschnittene Gehölze und Gewächse. Mit diesen zwei Maßnahmen erfüllt sie bereits die ersten beiden Kernkriterien der Naturgartenzertifizierung.

Vielfältige Nutzungsweise

Sigrid Chardins Naturgarten zeichnet sich außerdem durch die große ökologische Vielfalt aus, die das dritte Kernkriterium für die Zertifizierung darstellt. Neben verschiedenen Obstbäumen wachsen dort Haselnusssträucher, ein Magnolienbaum, ein Walnussbaum, Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren. Damit bietet der Garten ein Paradies für Bienen und andere Nützlinge.

Zudem pflegt die Gleißenbergerin mehrere Gemüsebeete mit Sellerie, Radicchio, Spargel, Kartoffeln, Tompinambur, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Rosenkohl, Wirsing, Lauch und verschiedenen Kürbissen. Zudem besitzt sie zwei Gewächshäuser mit Tomaten, Gurken und Artischocken. „Vieles - wie beispielsweise einige Pfirsichbäume oder Feldsalat - ist in meinem Garten von selbst gewachsen“, berichtet die Naturgartenbesitzerin. Das Getreide, Gemüse und Obst, das in ihrem Garten wächst, verwerten sie und ihre Familie selbst. „Ich mache Anisschnaps, Schlehenwein und Konfitüre selbst. Außerdem machen wir aus dem Emmer Brot oder mit dem Lavendel mache ich kleine Duftkissen. Durch unseren Gartenanbau essen wir sehr viel Gemüse.“

Sigrid Chardin erklärt, dass durch die Lage ihres Naturgartens unten an einem Berg der Boden gut durchfeuchtet ist und so die Pflanzen gut gedeihen können. Sie haben zum zielgerichteten Transport des angesammelten Wassers Drainagen im Boden verlegt. Auf diese Weise wird einer Vernässung des Bodens entgegengewirkt. Außerdem kann damit eine sparsame Wasserversorgung des Gartens gewährleistet werden.

Auch für den Lebensraum von Käfern und anderen Insekten ist in Sigrid Chardins Garten gesorgt. Sie hat beispielsweise zwei bereits tote Birnbäume für die kleinen Lebewesen stehen lassen. Zudem dürfen in ihren Garten Wildkräuter wachsen, die Nützlinge anziehen.

Überzeugende Bio-Qualität

Für die Zukunft würde sie sich wünschen, dass mehr Menschen auf eine naturnahe Bewirtschaftung ihrer Gärten zurückgreifen würden. Sigrid Chardin ist überzeugt von dem Konzept eines Naturgartens. Die von ihr geernteten Früchte und Gemüsesorten hätten noch echte Bio-Qualität. Den Unterschied zu Obst und Gemüse aus dem Supermarkt merke man besonders in deren Größe und Geschmack. „Mein Gemüse und Obst ist kleiner und geschmacksintensiver als jenes, das man in den Läden kaufen kann“, so Sigrid Chardin.

Im Gewächshaus pflanzt sie Tomaten und Gurken.
Auch Kleintiere finden Unterschlupf im Naturgarten.