Flauschiger Nachwuchs auf Straußenfarm bei Stamsried: 30 Jungtiere schon schnell unterwegs

Seit rund zwei Wochen ist Maria Betz „Ersatzmama“ für 30 flauschige Jungtiere: Auf der Straußenfarm in Großenzenried bei Stamsried ist Nachwuchs eingetroffen. „Wir sind heuer etwas spät dran, freuen uns aber, dass es noch geklappt hat“, sagt sie, während die kleinen Laufvögel noch etwas skeptisch beobachten, was sich da vor ihrem Zaun tut.
Es gilt, sehr gut auf die Jungtiere aufzupassen, erzählt Maria Betz, die die Straußenfarm gemeinsam mit ihrem Mann betreibt. „Sie brauchen viel Wärme und dürfen nicht nass werden“, erläutert sie, außerdem müsse auch beim Futter genau geschaut werden: Alles muss ganz kurz geschnitten werden. Neben Gras gibt es auch Spezialfutter für junge Strauße.
Schon kräftig gewachsen
Bisher scheint es den Tieren, die ein bisschen wie Igel aussehen, in Großenzenried gut zu schmecken: Seit sie am 24. Juli geschlüpft sind, haben sie ordentlich zugelegt und sind bereits sehr schnell unterwegs. Sie deshalb abends einzufangen, wenn es zum Schlafen in den Stadl geht (draußen wäre es noch zu kalt) gestaltet sich deshalb nicht gerade als einfach, verrät Betz.
Sie verbringt viel Zeit mit den Tieren, die in den ersten drei Monaten sehr empfindlich sind. „Mindestens alle zwei Stunden muss man nachschauen, ob alles in Ordnung ist“, berichtet sie. Zum einen wäre es „einfach total schade“, wenn den Tieren etwas passieren würde, dazu kommt auch der finanzielle Faktor: Mit 100 Euro pro Stück sind die jungen Strauße kein Schnäppchen, der Kauf war daher auch eine große Investition, sagt Maria Betz. Dazu kam, dass dieses Mal eine Reise zu einem Züchter in Österreich nötig war, da der bisherige Lieferant aus Amberg ausfiel. „Aber es ging nicht anders. Wir können nicht ein Jahr lang aussetzen, zumal wir auch viele Stammkunden haben“, berichtet sie.
Ingesamt 60 Tiere
Insgesamt leben in Großenzenried nun 60 Strauße, zu den Jungtieren kommen 20 „Halbwüchsige“ und zehn Zuchttiere. Eine gewisse Menge sei auch nötig, damit es sich rentiere, erzählt Betz.
Die Tiere werden später fast komplett verwertet. Neben den Eiern (die Schalen können als Deko verwendet werden) gibt es Ende des Jahres auch Straußenfleisch. Zudem sind ganzährig Eierlikör, Nudeln, Cremes und Balsam im Angebot. Selbst für die Sehnen hat sich nach den ersten Schlachtungen schon ein Interessent gemeldet, berichtet Maria Betz, er braucht diese für die Herstellung von Bogen.
Erworben werden können die Produkte direkt am Hof, ein Verkaufraum ist mittlerweile fertiggestellt. Außerdem kann auch im Internet eingekauft werden, www.straussenhof-rossmeier-onlineshop.de. Dort finden sich auch zusätzliche Infos und Hintergründe zu den Tieren und den Waren.


