Besuch auf der Straußenfarm bei Stamsried: Riesige Eier und weiche Federn

Unerwartete Begegnung auf einem Bauernhof bei Stamsried: Statt Rindern oder Kühen laufen einem hier neugierige große Vögel entgegen und freuen sich über den Besuch: Maria und Manfred Betz betreiben eine Straußenfarm.
Auch nachdem die Landwirtschaft 1990 eigentlich aufgegeben wurde, wollte Maria Betz ausGroßenzenriedimmer Tiere auf ihrem Bauernhof haben. Diesen Traum hat sie sich zusammen mit ihrem Mann Manfred auch erfüllt – mit alles andere als in Ostbayern gewohnten Tieren (wobei auch Hühner, Katzen und Hunde auf dem Hof zu Hause sind): Neugierige und friedliche Straußenvögel laufen über die umzäunten Flächen.
„Das sind tolle Tiere, die auch fast komplett vermarktet werden können“, berichtet Maria Betz. Vor allem die im Vergleich mit Hühnern überdimensionierten Eier kämen in der Zeit vor Ostern sehr gut an.
Als sie 2017 mit einer Gruppe zu Gast auf einer Straußenfarm war, war es um sie geschehen, berichtet sie: „Die Tiere haben mich sofort fasziniert, vor allem die schönen, großen Augen, und ich wollte das auch.“ Ihr Mann ließ sich überzeugen („Das ist etwas anderes und ich will nicht unbedingt immer mit dem Strom schwimmen“), so dass im November 2021 die ersten Strauße nach Großenzenried kamen. Davor hatte ihr ein Experte das nötige Wissen vermittelt.
Küken sind sehr empfindlich
Das ostbayerische Klima macht den großen Vögeln nichts aus, erzählt das Ehepaar. Im Sommer vergangenen Jahres kamen 30 Jungtiere an den Hof. Am Anfang ist viel Vorsicht gefragt: Im Alter von erst zwei oder drei Tagen kommen die Küken von einem Züchter aus Amberg an und werden dann großgezogen. Sie brauchen viel Wärme, auch Regen ist sehr schädlich.
Mit zwei Wochen geht es dann zum ersten Mal hinaus ins Freie, „später sind die Tiere aber dann sehr robust“, erzählt das Paar. Neben Gras wird Getreide zugefüttert.
Etwa in der Zeit zwischen März und September legt eine erwachsene Henne alle 48 Stunden ein Ei, das ein beachtliches Gewicht auf die Waage bringt: 1200 bis 1600 Gramm, das entspricht zwischen 23 und 25 Hühnereiern. Aber auch schwerere Eier sind keine Seltenheit. Die Nachfrage ist da, freuen sich Maria und Manfred Betz, vor allem in der Zeit vor Ostern. „Im vergangenen Jahr haben die Tiere ausgerechnet in dieser Zeit keine Eier gelegt, hoffentlich ist das dieses Mal anders“, sagt Maria Betz schmunzelnd. Die Straußeneier sind fast cholesterinfrei und auch für Menschen geeignet, die eine Allergie gegen Hühnereiweiß haben. Einen wesentlichen Geschmacksunterschied gäbe es nicht.
Im Sommer kommen Küken
Aber nicht nur die Eier (die Schale kann alsDekomaterialgenutzt werden) werden verkauft, sondern die Tiere fast komplett verwertet: Ab November wird es auch Straußenfleisch geben. Zudem sind unter anderem Straußen-Eierlikör, -nudeln, -cremes und -balsam im Angebot. Selbst für die Sehnen hat sich nach den ersten Schlachtungen schon ein Interessent gemeldet, erzählt Maria Betz, er braucht diese für die Herstellung von Bogen.
Erworben werden können die Produkte direkt am Hof (es soll bald auch einen Verkaufsraum geben), sowie im Internet. Das Ehepaar hofft, dass sich die Straußenzucht, mit der es sich einen kleinen Traum erfüllt hat, künftig finanziell im Nebenerwerb lohnen wird.
Im Sommer kommen wieder Straußenküken auf dem Hof, „wir wollen das beständig ausbauen“, sagt Manfred Betz. Für bis zu 80 Tiere gibt es eine Genehmigung – die sollen es irgendwann auch werden.
Info
Sortiment:Neben den Straußeneiern werden die Schalen als Dekoartikel verkauft, außerdem gibt es Straußen- und Emufett, Nudeln, Likör und Kosmetikartikel. Ab November soll auch Sraußenfleisch, das sehr mager ist, im Sortiment sein.
Verkauf:Verkauft werden die Produkte sowohl direkt am Hof, als auch im Internet unter www.straussenhof-rossmeier-onlineshop.de. Dort finden sich auch zusätzliche Infos und Hintergründe zu den Tieren und den Waren.
