McDonald’s in Schwandorf: Helga Wagner hat in 30 Jahren schon Zigtausend Burger gebraten

Wer bei McDonald’s in der Max Planck-Straße in Schwandorf durch den Drive-In-Schalter fährt, kennt vielleicht ihr Gesicht: Denn seit 30 Jahren arbeitet Helga Wagner in dem Schnellrestaurant, das längst zu ihrer „zweiten Heimat“ geworden ist.
An ihren allerersten Tag hier im Juli 1993 kann sie sich noch genau erinnern. 21 Jahre alt war die staatlich geprüfte Hauswirtschafterin und hatte bis dahin in einem Haushalt und in einer Kammfabrik erste berufliche Erfahrungen gesammelt. Aber Burger und Pommes in sagenhafter Geschwindigkeit und praktisch am laufenden Band zubereiten?
Das überforderte die junge Frau zunächst, ebenso die Schichtarbeit. „Die Umstellung war sehr groß. Ich dachte mir: Hier bleib’ ich nicht lang“, erinnert sich die 51-Jährige und lacht. Doch am nächsten Tag lief es bereits gut, und heute könnte sie sich keine schönere Arbeit vorstellen. „Meine Kollegen und der Chef sind wie eine Familie für mich.“
Zigtausend Hamburger hat Helga Wagner schon zubereitet
Wie viele Hamburger sie in 30 Jahren zubereitet hat, könne man nur schätzen, sagt Wagner. Zigtausende seien es bestimmt. Immerhin kommen täglich etwa 900 Gäste in die Filiale. Und noch immer macht es ihr Spaß. Ihr eigenes Lieblingsgericht hier ist der klassische Cheeseburger, wie übrigens für die meisten McDonald’s-Kunden.
Der Geschmack der Burger und der Pommes sei noch genauso wie vor 30 Jahren, sagt Wagner. Lediglich das Brot, das „Bun“, sei auf Wunsch vieler Kunden etwas fester geworden. Ansonsten habe sich jedoch vieles verändert, blickt Wagner zurück. Man könne zum Beispiel längst an einem Terminal oder über eine App bestellen. „Die Grillzeit des Fleisch-Pattys ist außerdem inzwischen voll automatisiert, wie überhaupt vieles in unserer Filiale.“
Denn die Zubereitungszeit sei enorm wichtig – die Pommes etwa baden genau vier Minuten in flüssigem Fett bei 76Grad. Penibel überwacht Helga alle Schritte in der Küche und hat ihre Blicke überall. Eingesetzt wird die Burglengenfelderin an jeder Station, ob bei der Zubereitung, an der Kasse oder am Drive-In-Schalter – wobei letzteres die anstrengendste Arbeit sei. „Vor allem die Kommunikation ist dort sehr wichtig.“ Freundlich ist sie immer – auch wenn es einige Kunden nicht so ganz sind. „Wenn manche genervt sind, weil sie nicht sofort ihr Essen bekommen, sage ich mir: Ruhig bleiben“, berichtet Wagner über ihre Taktik.
Stammgäste kennt Helga Wagner persönlich – viele kamen schon als Kind
Sehr viele Stammgäste kennt die treue Mitarbeiterin inzwischen persönlich. Nicht wenige seien vor 30 Jahren noch als Kinder mit ihren Eltern gekommen, und jetzt besuchen sie die Filiale mit ihren eigenen Kindern. Das findet Helga Müller schön. Ein Ehepaar komme jeden Tag zum Kaffeetrinken, und sogar Prominente habe sie schon bedient, wie einmal die Volksmusiksängerin Angelika Wiedl im Drive-In, die gerade von einem Konzert kam und Kakao bestellte.
Helga Wagner hatte den Star sofort an der Stimme erkannt und nach einer Autogrammkarte gefragt – die sie natürlich bekam, sogar samt Blumenstrauß. Weniger schöne Ereignisse in der Filiale erlebte Wagner zum Glück nicht mit, wie drei Einbrüche und einen Überfall im Laufe der fast 32Jahre, seit es das Restaurant an der Max-Planck-Straße gibt.
Vor 26 Jahren übernahm es Günther Homm (70) – zusammen mit dem Inventar und mit Helga Wagner, wie er berichtet. „Frau Wagner ist immer zuverlässig und pünktlich“, lobt er seine treueste Mitarbeiterin. Homm ist übrigens mit 230Beschäftigten und insgesamt vier McDonald’s-Restaurants einer der größten Gastronomen im Landkreis Schwandorf.
In der Freizeit sucht Helga Wagner Schwammerl in Burglengenfeld
Helga Wagner war immer im „Mutterhaus“ beschäftigt, der ersten Filiale im Landkreis. Gerne hätte Homm Helga Wagner ins Management aufsteigen lassen, doch das wollte sie nicht. Sie liebt einfach die Arbeit nah am Kunden und mit ihren insgesamt 50 Kollegen.
In ihrer Freizeit geht die 51-Jährige, die in Pistlwies bei Burglengenfeld wohnt, am liebsten zum Schwammerlsuchen in den Wald – ganz allein, denn Ruhe müsse nach der turbulenten Arbeit sein. Die Stellen, wo die meisten Pilze wachsen, bleiben natürlich geheim, genauso wie zum Beispiel das Rezept der Big Mac-Burger-Soße. Außerdem kocht Wagner zu Hause sehr gerne, wenn auch keine Burger und Pommes. Die werden Tag für Tag in „ihrem McDonald’s" mit viel Elan und Freude zubereitet.

