Leerstand in bester Lage: Bistum Regensburg will jetzt Gas geben

Wie steht es um den langwierigen Leerstand einer kirchlichen Immobilie beim Regensburger Dörnbergpark? Das Bistum meldet sich nach der Berichterstattung der Mittelbayerischen zu Wort.
Seit mehr als sechs Jahren ist der Gebäuderiegel in der Wittelsbacherstraße unbewohnt. Der Auszug der Schwestern der Heimatmission im Mai 2017 hat das im Eigentum der katholischen Knabenseminarstiftung stehende Haus zu einer Brache gemacht, deren Nachnutzung laut einer kürzlich von der Kirche gegebenen Auskunft weiterhin völlig ungeklärt ist.
Erst am Dienstag dieser Woche hat die Mittelbayerische zum wiederholten Mal über diesen langwierigen Leerstand in unmittelbarer Nähe des Dörnbergparks berichtet. Das Bistum hat dies zum Anlass genommen, sich bezüglich seiner Zukunftsplanungen nun doch etwas genauer in die Karten schauen zu lassen.
Verzögerung hat auch interne Gründe
„Es ist dem Bistum Regensburg ein wichtiges Anliegen, dass die Immobilie nicht brachliegt“, teilt Sprecher Jakob Schötz mit und geht auf die Umstände ein, die diesen Fall besonders schwierig machen. So seien in der Vergangenheit verschiedene Ansätze durchgespielt worden, wie mit der „komplexen Anlage“ umgegangen werden könnte und was dort verwirklicht werden könnte. „Das brauchte Zeit, handelt es sich doch um ein großes Areal in einer für Regensburg sehr prominenten Lage.“
Zumindest einer der erwähnten „verschiedenen Ansätze“ ist bekannt: Bereits im Herbst 2017 war unter Federführung des Bistums ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden, aus dem ein Entwurf der Dömges Architekten AG als Sieger hervorging. Dieser sah den Abriss des ehemaligen Klostergebäudes und den Neubau von drei Wohnhäusern inklusive drei zum Park orientierten Pavillons vor.
Auf diese Weise sollten auf einer Gesamtfläche von 2600 Quadratmetern 30 Mieteinheiten mit Größen von zwei bis fünf Zimmern entstehen, im Sinne einer ausgewogenen sozialen Mischung waren sechs davon als geförderter Wohnraum vorgesehen. Ein stimmig wirkendes Konzept, das allerdings nie zur Umsetzung kam.
Ausschreibung durch externen Dienstleister
Verantwortlich dafür war in erster Linie das Bistum selbst. Schötz führt „strukturelle Veränderungen in der verantwortlichen Abteilung“ als Erklärung an. Wegen dieser geänderten internen Zuständigkeiten sei es zu zeitlichen Verzögerungen gekommen. Frühzeitig stand lediglich der Grundsatzbeschluss fest, das Grundstück in bester Lage nicht mehr selbst zu entwickeln, sondern an Investoren zu vergeben.
Dieses Vorhaben soll jetzt offensichtlich entscheidend forciert werden. „Das Objekt wird nun öffentlich über einen externen Dienstleister ausgeschrieben“, kündigt der Bistumssprecher an. „Auf der Grundlage von Erbbaurecht können sich dann alle potenziellen Investoren für die Immobilie bewerben. Ein Prozedere also, wie es im Immobilienmarkt üblich ist.“