Die zwölfjährige Leni aus Seubersdorf rockt mit der Best-of-Band das Festzelt

Von Markus Rath · 10. August 2023 um 05:00

Leni Hofbauer ist zwölf Jahre alt. Trotzdem wagt sie sich als Sängerin der Best-of-Band am 21. August beim Jura-Volksfest in Neumarkt auf die Bühne. Ungewöhnlich? Der Blick auf ihre Familiengeschichte erklärt, warum das keine Überraschung ist.

Denn schon Opa Hans, Jahrgang 1949, war das, was der Volksmund gerne als „Rampensau“ tituliert. Schon mit acht Jahren lernte er Trompete bei der Blaskapelle Jung. Später kamen Gitarre und das Akkordeon dazu. Kaum erwachsen geworden, spielt er in der ersten Tanzkapelle, den Swinging Boys.

„Damals waren die Tanzsäle voll. Wir hatten viel zu tun. Erst als die Discozeit begann, kam die Livemusik bei den jungen Leuten ins Hintertreffen“, erzählt Hans Hofbauer. Doch vor allem auf Hochzeiten ist Tanzmusik weiter gefragt. Und so kommt es, dass Hans Hofbauer mehr Brautpaare in die Ehe begleitet, als manch Pfarrer. „Ich habe inzwischen sogar schon Brautpaare erlebt, bei denen ich Jahre zuvor bei der Hochzeit der Eltern auf der Bühne stand“, erzählt er lachend.

Leni feiert ihr Show-Debüt mit sechs bei einer Hochzeit

Und jetzt also Leni. „Opa hat mich einfach auf einen Stuhl gestellt“, erzählt die Zwölfjährige. „Dann habe ich einfach gesungen.“ Damals war Leni sechs und der erste Auftritt fand – wie sollte es bei dem Opa sein – bei einer Hochzeit statt. Die Braut hatte sich die Titelmelodie aus drei Nüsse für Aschenbrödel gewünscht und so sang Leni halt „Küss mich, halt mich, lieb mich“ für sie.

Jetzt, sechs Jahre später ist die Musik weiter in den Mittelpunkt gerückt. Leni singt oft mit Papa Markus, der sie mit der Gitarre begleitet. Auch selbst hat sie schon angefangen das Instrument zu lernen. Jetzt setzt sie aber mehr auf den Gesang, erzählt die Schülerin, die in Neumarkt das Gymnasium und dort die Sportlerklasse besucht. „Ich bin ständig in Bewegung, Tanze gerne und immer dabei ist die Musik.“ Dabei ist neben dem Singen ist vor allem Turnen und Akrobatik „genau ihr Ding“. Deswegen werde sie auch jetzt wieder mit der Artistenkiste beginnen.

Auch hier: Berührungsängste mit der Bühne sind für Leni ein Fremdwort. So war es mit sechs Jahren auf dem Stuhl bei der Hochzeit und so war es auch im Frühjahr, als sie auf dem Frühlingsfest in Neumarkt ihr Festzeltdebüt mit einem Medley aus Partyhits gab.

„Natürlich ist es im Vorfeld sehr aufregend, wenn ich weiß dass ich vor so vielen Menschen auftreten soll. Aber wenn ich erst mal oben auf der Bühne stehe ist das vergessen“, sagt sie. „Wenn ich spontan auf die Bühne gehen würde, hätte ich überhaupt keine Angst.“

Doch spontan und ohne Übung – und damit ganz ohne das Lampenfieber im Vorfeld – geht es natürlich nicht. Denn auch wenn Leni nur einen kurzen Auftritt hinlegt, muss der vorbereitet werden.

„Ich habe erst mit dem Playback der Aufnahme geübt, dann die Stücke zusammen mit einer anderen Sängerin der Band gesungen“, sagt die Zwölfjährige. Rund drei Wochen hat sie für die rund fünf Minuten auf der Bühne geübt und sogar Gesangsstunden gehabt.

Lenis großer Vorteil: Neben Opa Hans gibt es mit Papa Markus einen zweiten Bandprofi in der Familie. Der ist Leader der Best-of-Band, wo er als Organisator, Gitarrist und Sänger fungiert. Wie Opa Hans und Leni hat auch er sehr jung seine ersten musikalischen Schritte gemacht und schon mit neun Jahren Keyboard gelernt. Außerdem ist er zusammen mit seiner Schwester oft als Volksmusikduo aufgetreten.

Markus Hofbauer ist in mehreren Bands aktiv

Mit zwölf Jahren hat er dann zur Gitarre gegriffen und ein Rockmusiker war geboren. Seine Band-Karriere begann schon 1993 bei der Combo „Charlie“, es folgten „Vegas“ und der Vorläufer der Best-of-Band, „Vegasonixx“. Umbenannt hat sich die Gruppe, als nach 2010 die Rockmusik, der sich Markus Hofbauer und seine Musikerkollegen verschrieben hatten, deutlich weniger gefragt war. Mit dem Fokus auf Partymusik folgte auch der neue Name.

Heute absolviert die Band rund 30 Auftritte im Jahr und wenn in der unmittelbaren Heimat, wie auf dem Neumarkter Volksfest aufgetreten wird, darf auch Leni an ihrer musikalischen Zukunft feilen. Wie diese genau aussieht, darüber ist sich die Zwölfjährige noch nicht im Klaren: „Ich muss einfach schauen was wird, ich will auf jeden Fall das eine oder andere Mal singen. Vielleicht auch irgendwann fest in einer Band.“ Überraschend wäre es bei der Familiengeschichte wahrlich nicht.