Ohne Helfer kein Drachenstich: Diese Menschen machen das Spektakel möglich

Von Alexander Frimberger · 7. August 2023 um 16:07

Wenn die Zuschauer den Hauptdarstellern zujubeln, dann ist auch ein Heer von städtischen Mitarbeitern, Vereinen, Ehrenamtlichen und Gewerbetreibenden zufrieden. Mit ihrem Einsatz hinter der Bühne, machen sie den Drachenstich in Furth im Wald (Landkreis Cham) erst möglich.

Es ist schlicht unmöglich, jede Gruppierung, alle Vereine und Organisationen zu nennen, die dafür sorgen, dass die Drachenstichaufführungen, der Historische Festzug und all die anderen großen und kleinen Events reibungslos über die Bühne gehen, die während Furth im Walds 5. Jahreszeit stattfinden.

Viele helfende Hände beim Further Drachenstich

Da sind junge Leute, die die Spieler mit Mikrofonen versorgen, das Funkerteam, das die Kommunikation auf der Festspielarena sicherstellt. Was auch keiner sieht: Mitglieder des Further FC sind unter anderem dafür verantwortlich, dass die Schlosstore rechtzeitig auf und zu gehen. Bauhofleiter Christoph Haimerl ergänzt: „Auch die Gewerbetreibenden, die Einschränkungen hinnehmen, freiwillig ihre Schaufenster festlich schmücken oder ihre Grundstücke zur Verfügung stellen, tragen einen großen Teil zum Gelingen bei.“

Bilder von der Drachenstichpremiere: Mit der Drachenstich-Premiere begannen in Furth die Festwochen

Der Löwenanteil der handwerklichen Tätigkeiten fällt dabei in das Ressort von Haimerl und seiner 20-köpfigen Mannschaft. Am 10. Juli haben die Männer des Bauhofs heuer begonnen, Kulisse und Tribünen aufzubauen. Drei Wochen lang dauert es, bis alles steht. Die Kulisse wurde übrigens vor 13 Jahren gebaut, ebenfalls in Eigenregie von den Männern des Bauhofs. Reparaturen fallen das ganze Jahr an, aber auch beim Aufbau oder wenn die Bühne schon steht. Ist der letzte Drachenstichvorhang gefallen, dauert es noch einmal drei Wochen, bis alles wieder abgebaut und verstaut ist. Auch die Kutschen, die jedes Jahr von der Dekra geprüft werden, fallen in den Arbeitsbereich Haimerls . „Der Bauhof ist das ganze Jahr mit dem Drachenstich beschäftigt“, sagt Bauamtsleiter Alois Stoiber. Verstärkt natürlich in der Festspielzeit: Straßen-Sperrungen müssen in Absprache mit Verwaltung und Landratsamt eingerichtet und -schilder aufgestellt werden. Ab Start des Volksfestes fährt jeden Tag eine Kehrmaschine , und auch auf dem Fest- und Stadtplatz sind tagtäglich vier Bauhofmitarbeiter damit beschäftigt Müll und Pferdemist zu beseitigen, alles wieder für die nächste Vorstellung vorzubereiten. Ein Blick auf das Inventar haben, Kleinigkeiten erledigen, Beschilderungen anbringen, die Liste der Dinge, die der Bauhof zu bewältigen hat, ist nahezu grenzenlos. „Aber als echter Further macht man das mit oder man lässt es bleiben“, sagt Haimerl.

Die Further Floriansjünger und umliegende Feuerwehren übernehmen Tätigkeiten am Festspielgelände, weisen Parkplätze an und vieles mehr. Der Rettungsdienst hat seinen Platz am Festspielgelände und Stützpunkte während des Historischen Festzugs, um schnell helfen zu können, wenn Not am Mann ist, und auch die Polizei sieht nach dem Rechten. 25 freiwillige Ordner stehen am Eingang und auf den Tribünen, leiten die Besucherströme zu ihren Plätzen, ein eigens engagierter Sicherheitsdienst ist ebenfalls vor Ort. Die Stadtwerke sorgen dafür, dass die komplette Stromversorgung funktioniert.

Der Drachenstich und alles, was dazu gehört, beschäftigt ab Februar auch Organisationsleiterin Ulrike Eder: „Rund 1400 Kostüme befinden sich im Fundus der Kleiderkammer.“ Die allermeisten davon werden auch jedes Jahr gebraucht. Schließlich hat alleine der Festzug 1200 Mitwirkende. Eders Team koordiniert die Musikgruppen, die Spielschar, Ehrenamtliche beim Festzug und viele Helfer mehr. Putzkolonnen und Aufsichtspersonal sorgen für die Sauberkeit beispielsweise der Toiletten. Sicherheit ist ein großes Thema. Alle Waffen, die verwendet werden, müssen nach dem Waffengesetz genehmigt sein. Dann natürlich die Pferde: Klar gibt es eine Versicherung, aber Rosserer-Chef Hans Jürgen Traurig und seine Leute trainieren das ganze Jahr, damit die Pferde bei Musik, klatschendem Publikum oder mitgetragenen Standarten locker bleiben.

Koordinierungsaufgaben kommen natürlich auch auf die Stadt zu. Ein großes Thema ist die Organisation der Hofrechte, dem wie Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger sagt, „wichtigsten offiziellen Termin der Festspielzeit.“ In diesem Jahr hat sich neben weiterer Politprominenz Ministerpräsident Markus Söder angesagt.

Ohne Werbung und Gästebetreuung wäre der Drachenstich sicher nicht weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Tourismusamtsleiterin Karin Stelzer bricht dabei eine Lanze für ihr Team. „Was dort rund um die Drachenstichzeit geleistet wird, ist enorm.“ Besonders stolz ist man auf den Bereich Social Media: „Ich kann ohne Übertreibung sagen, da sind wir besonders stark.“

Further Drachenstich: Dank an alle Mitwirkenden

„Nicht vergessen werden darf natürlich die Drachenmannschaft“, betont Haimerl. Fünf Männer und zwei Ersatzleute sorgen dafür, dass Drache Fanny ihren großen Auftritt bekommt. Sie kennen den größten Schreitroboter der Welt seit er in der Drachenhöhle eingezogen ist, können ihn nicht nur zum Leben erwecken, sondern wissen um seine Tücken und wie man sie - auch kurzfristig - beseitigt.

Inspizient Heinz Winklmüller, der während der Aufführung dafür sorgen muss, dass alles am Schnürchen läuft, Josef Fischer, verantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Historischen Festzugs, Further Bürger, die ihre Häuser mittelalterlich schmücken, Musikgruppen und viele mehr, „es ist nicht möglich, alle zu nennen, die zum Gelingen des Further Drachenstichs beitragen“, sagt Ulrike Eder. „Deshalb gilt unser Dank allen Mitwirkenden, die dazu beitragen, dass der Further Drachenstich jedes Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.“

Ein wichtiger Teil des Orga-Teams: Ulrike Eder, Karin Stelzer, Christoph Haimerl und Stefan Schmidberger