Für die Laaberfrösche Langquaid ist der Wald der perfekte Spielplatz

Die Laaberfrösche Langquaid waren einer der ersten Waldkindergärten im Landkreis Kelheim. Nun haben die Kinder eine neue Hütte bekommen. Aber eigentlich wollen sie da gar nicht rein.
Wenn es regnet, ist es das Größte für die Kinder im Langquaider Waldkindergarten Laaberfrösche. „Dann kriegen die Blumen Wasser und wir Matschepfützen“, jubelt Greta. Nach Herzenslust laufen die Kinder durch die Pfützen oder springen hinein. Heute haben sie das Wasser ausgeschöpft und gesiebt – „weil wir brauchen Beton für unsere Baustelle“, sagt Jonas. Dass der Kindergarten eine neue Waldhütte hat, findet er zwar toll, aber viel lieber spielen er und seine Freunde draußen im Wald.
Das kann Carolin Gerhard nur bestätigen. „Die Kinder haben gar kein Interesse, drin zu sein“, sagt die Leiterin der Laaberfrösche. Nur bei extremen Temperaturen ab minus sechs Grad sind die Kinder in der Hütte, die beim Waldfest am 10. September feierlich eingeweiht werden soll. Sie ersetzt den alten Bauwagen, der viel zu klein für alle Kinder gewesen sei, sagt Gerhard. Außerdem sei der Bauwagen marode und innen feucht gewesen, so dass im Winter zum Teil die Farben einfroren.
Markt Langquaid ist neuer Träger
Den Langquaider Waldkindergarten gibt es seit März 2007, damals noch unter der Trägerschaft einer Elterninitiative. Ein halbes Jahr vorher nahm mit der Einrichtung in Mainburg der erste Waldkindergarten im Landkreis Kelheim seinen Betrieb auf. Mittlerweile gibt es im Landkreis acht Waldkindergärten sowie zwei Regelkindergärten mit angebundener Waldgruppe und einen Naturkindergarten, heißt es aus dem Landratsamt. Tendenz steigend. Im September wird der Naturkindergarten in Kapfelberg öffnen.
Ihre Heimat haben die Langquaider Laaberfrösche im Waldstück von Familie Müller bei St. Johann. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, freut sich Gerhard. Zum Januar 2021 übernahm der Markt die Trägerschaft. Manche Eltern seien damals skeptisch gewesen, ob das funktionieren könne. Rund zweieinhalb Jahre später kann die Kindergartenleiterin nur Positives über die Zusammenarbeit berichten.
Bauhof-Mitarbeiter fertigten Hütte
Ihr und ihrem Team stehen nun ein Kindergartenbüro im Marktplatz 25 zur Verfügung, wo Teamsitzungen und Elterngespräche stattfinden oder einfach Akkus aufgeladen werden können und eben eine neue Hütte. Gebaut wurde sie von Bauhof-Mitarbeitern, die dabei von Fachfirmen unterstützt wurden. Insgesamt 109.000 Euro ließ sich der Markt die Hütte kosten. „Dafür haben wir auch etwas Schönes bekommen“, sagt Bürgermeister Herbert Blascheck, der vom Ergebnis begeistert ist.
Die Hütte ist hell und wirkt gemütlich. Sie hat ein großes Fenster sowie mehrere Dachfenster, durch die die Baumkronen zu sehen sind. Es gibt es eine große Garderobe mit Wechselwäsche, eine kleine Küchenecke, einen Wickelbereich und Regale mit Mal- und Bastelsachen. Am Fenster stehen Bücher, doch klassische Spielsachen fehlen. Die Kinder spielen mit dem, was sie im Wald finden. Für die beiden Kindergartenkinder Hannes und Sam ist das kein Problem, sie sammeln eh am liebsten Stöcke, erzählen sie, während sie ihre Brotzeit auspacken. In der Hütte gibt es auch einen Holzofen, der bei eisigen Temperaturen für Wärme sorgt, und auf dem auch mal gekocht werden kann.
Die Inneneinrichtung fertigte zum einen der Bauhof, zum anderen wurden alte Möbel aufgepeppt. „Wir bestellen nichts aus dem Kindergartenkatalog“, sagt Carolin Gerhard. Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle im Waldkindergarten, „dass man das achtet, was mach hat“. Gearbeitet werde hauptsächlich mit der Natur und natürlichen Rohstoffen. So wurde beispielsweise die Martinslaterne aus Eierschachteln gefertigt oder die Pinnwand in der Holzhütte aus Korken vom Wertstoffhof.
Sturmzimmer im Sandsbacher Vereinsstadel
Bei Sturm ist die Hütte nicht geeignet. Die Gefahr, dass ein Baum auf die Hütte oder auf den Rettungsweg falle, sei zu groß, erklärt Gerhard. Darum entscheidet sie und ihr Team täglich morgens um 6 Uhr, ob es für die Kinder in den Wald oder ins Sturmzimmer in den Sandsbacher Vereinsstadel geht. Dort haben sie heuer schon 14 Tage verbracht. 2019 waren es fünf, sagt Gerhard.
22 Mädchen und Buben besuchen aktuell den Waldkindergarten. Nächstes Kindergartenjahr werden es 25 sein. Auch ihre Eltern müssen sich einbringen. Jeweils eine Woche lang übernehmen sie Dienste wie Geschirr abwaschen, Müll entsorgen oder bringen täglich frisches Wasser, das zum Beispiel fürs Händewaschen vor der Brotzeit benötigt wird.
Auf Facebook und Instagram aktiv
Obwohl die Laberfrösche einer der ersten Waldkindergärten im Landkreis waren, kennen ihn viele Langquaider nicht. Das will Carolin Gerhard ändern. Sie hat Langquaid-Tage eingeführt, an denen die Gruppe im Markt unterwegs ist. Beim Bürgerfest waren sie vertreten und Gerhard ist auf Facebook und Instagram aktiv, um für die Laaberfrösche zu werben.
Sie liebt ihre Tätigkeit im Wald. „Das ist ein ganz anderes Arbeiten“, schwärmt sie. Auch die Kinder lieben ihren Wald. Hier könne man so schön Einhorn und Prinzessin spielen, schwärmen Charlotte, Emma und Kaya. Bei Greta, Ida und Theresa steht die große Matschküche ganz hoch im Kurs. Theresa rührt gerade „heiße Schokolade“ aus Matsch an und verteilt sie auf Teller. Gott sei Dank hat es in den vergangenen Tagen so viel geregnet.
Im Wald wird gefeiert
Am Sonntag, 10. September, findet im Waldkindergarten von 15 bis 17.30 Uhr das Waldfest und ein Tag der offenen Tür statt. Vorher wird die Waldhütte eingeweiht. Ab 15 Uhr gibt es Spielstationen, Informationen zum Waldkindergarten und das Gelände kann besichtigt werden. Die Waldeltern sorgen für die Bewirtung.
Geleitet wird der Langquaider Waldkindergarten von Carolin Gerhard. Sie bekommt Unterstützung von vier Mitarbeiterinnen, die in Teilzeit beschäftigt sind. Der Walkindergarten ist eigenständig und keinem Hauskindergarten angegliedert. Er hat Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet.


