Georg Birner geht in Abensberg live auf Sendung

Von Wolfgang Abeltshauser · 2. August 2023 um 11:00

An Maria Himmelfahrt wird in der Abensberger Klosterkirche ein ganz besonderer Gottesdienst gefeiert. Die Vorbereitungen dazu sind am Laufen.

Stadtpfarrer Georg Birner steht in der Klosterkirche und studiert das über 40 Seiten umfassende Geheft in seinen Händen ganz genau. Der Ablauf des Gottesdienstes ist darin haarklein vorgegeben. Dort ist etwa festgehalten, wann welches Lied mit wie vielen Strophen gesungen wird. Es ist das Drehbuch für den Fernsehgottesdienst des Bayerischen Rundfunks, der am 15. August ab 10 Uhr live aus der Klosterkirche übertragen wird.

Vielleicht würde es gar nicht dazu kommen, hätte Birner nicht im vorigen Jahr den Jubiläumsgottesdienst eines Mitbruders zelebriert. Am Rande dieser Messe hat er Monsignore Erwin Albrecht kennengelernt – den Beauftragten der bayerischen Bischöfe für Rundfunk und Fernsehen.

Einige Wochen später rief der im Abensberger Pfarrhaus an. Er suchte noch Standorte für Gottesdienste, die 2023 im Fernsehen übertragen werden sollten. Die Anfrage war für die Abensberger Kirchengemeinde keine Premiere. Das ZDF war bereits in der Klosterkirche zu Gast. Laut Birner war das 2016. Und zu Allerheiligen wurde aus dem Gotteshaus für das Radio eine Messe übertragen.

Positive Erfahrungen in Abensberg

Trotzdem besprach sich der Stadtpfarrer mit seinen Gremien, bevor er grünes Licht gab. In seinen Augen sind solche Gottesdienstübertragungen sehr sinnvoll. Das sei nicht zuletzt Birners Erfahrung aus der Coronazeit. Damals hatte er Messen in der leeren Kirche gelesen, die per Internet in die Haushalte übertragen wurden. Die Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen.

Im Gespräch für die Liveübertragung war etwa auch der 1. Mai. „Der hat aber in Abensberg keine große kirchliche Tradition“, stellt Birner im Gespräch mit der Mittelbayerischen fest. So fiel die Entscheidung auf Maria Himmelfahrt, nachdem Albrecht zu Besuch in Abensberg war und feststellte, dass sich die Klosterkirche gut eigne.

Kein großes Brimborium

„Wir wollen keine Selbstdarsteller“, zitiert Birner Albrecht. Es soll schlicht ein klassischer Gottesdienst zu Maria Himmelfahrt gefeiert werden, bei dem die Fernsehzuschauer gut mitfeiern und auch mitsingen können. So hat der Stadtpfarrer nicht nur seine Predigt mit Albrecht abgesprochen, sondern auch die Lieder, die während des Gottesdienstes gesungen werden sollen.

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Ein klein wenig abweichen vom gewohnten Ablauf will Birner dann aber doch. Die Mitglieder des Frauenbunds würden immer viel für die Pfarrgemeinde machen. Deshalb sollen sie zum Dank ein sichtbare Rolle spielen.

Die Frauen seien derzeit dabei, Kräuterbüschel zu binden, die während des Gottesdienstes gesegnet werden sollen. Birner will, dass die Frauen die Büschel nach vorne zum Altar tragen, bevor das geschieht. So wird es auch sein.

Bei einer Vorbesprechung Anfang Juli waren auch Mitarbeiter der Stadt und der Stadtwerke mit dabei. Laut Birner benötige man für die Kameras und die weitere Übertragungstechnik Starkstrom. Da sei alles geklärt, es gibt unweit des benachbarten Landwirtschaftsamtes einen entsprechenden Stromanschluss.

Stressig wird es am Vortag

Größere Vorbereitungen der Beteiligten gebe es bis kurz vor der Übertragung eigentlich nicht. Die Mitglieder des Chores und die Ministranten seien ohnehin regelmäßig am Proben. Stressig werde es erst ab 13. August. Dann wird schon einmal die Lichttechnik aufgebaut. Der Übertragungswagen steuert Abensberg einen Tag später an.

An diesem Tag sind alle Teilnehmer gefordert. Es gibt Stellproben für die Priester, die Ministranten und die Lektoren. Denn vieles, was automatisch abläuft bei einem normalen Gottesdienst, passt bei einer Fernsehübertragung nicht ins Bild. Ein Beispiel dafür kennt Birner mittlerweile schon. Wenn Weihrauch angerichtet wird, dreht sich der Priester oft zu den Ministranten um – die Gottesdienstbesucher sehen nur seinen Rücken. Besser wäre es, einen Schritt zurückzugehen und die Ministranten treten mit den Utensilien vor ihn.

Die Kommunion ist der zeitliche Puffer

Die Vorabendmesse am 14. August wird zur Generalprobe. Da soll der Gottesdienst genau so ablaufen wie am Tag darauf. Wenn absehbar ist, dass die 65 zur Verfügung stehenden Minuten nicht ausreichen, könnte etwa bei einem der Lieder Strophen gestrichen werden.

„Aber der eigentliche Puffer liegt bei der Kommunion“, weiß Birner. Werde es zeitlich eng, müsse er selbst mit dem Austeilen der Hostien aufhören und die Messe weiterzelebrieren. Selbstverständlich werde jeder, der die Kommunion will, diese auch erhalten.

Birner appelliert an die Gläubigen, sowohl zur Vorabendmesse zu kommen als auch zum Gottesdienst an Maria Himmelfahrt. „Schauen Sie sich also den Festgottesdienst nicht im Fernsehen an, sondern lassen sich anschauen“, ruft er ihnen zu. Kranke und alte Menschen, die nicht mehr selbst Messen besuche können, seien auf diese Veranstaltungen angewiesen.

Der Aufwand soll klein gehalten werden

Der Bayerische Rundfunk will den Aufwand für die Übertragung so gering wie möglich halten. So sagt es auf Nachfrage Elisabeth Möst, Redakteurin für religiöse Themen bei der Rundfunkanstalt. Für Kamera, Licht, Ton und Übertragungstechnik, inklusive einem Produktionsleiter und einem Aufnahmeleiter, sind es zwölf Personen. Dazu kommen eine Regisseurin und eine Redakteurin.

Drei Kameras werden den Gottesdienst aufnehmen. Die Kabellänge können man nicht sagen, das sei bei jeder Übertragung anders – aber es müssen Audio- und Videokabel verlegt werden. Es kommt ein Webvideomobil zur Übertragung nach Abensberg. Dazu sind nach den Worten von Möst Experten vom Licht mit ihrer Ausrüstung an Maria Himmelfahrt im Einsatz.