Jungbräu: Bald kehrt in der traditionellen Gaststätte neues Leben ein

Neue Pächter: Die Angers wollen dem Traditionswirtshaus in Abensberg neues Leben einhauchen.
Rauschende Feste, intime Trauerfeiern oder geschäftige Sitzungen: Viele Jahrzehnte lang wurde im Jungbräu gelacht, geweint und debattiert. Umso betroffener reagierten die Menschen auf die Nachricht, dass die Wirtschaft samt Hotel nach jahrhundertelanger Tradition schließt. Monate des bangen Hoffens, ob und wie es weitergeht mit Gaststätte und Hotel folgten. Die Hoffnung kam jetzt mit dem Ehepaar Amelie und Oliver Anger nach Abensberg zurück. Sie beide wollen den Jungbräu und auch das Hotel mit seinen 16 Zimmern aus dem Dornröschenschlaf wecken.
Die frohe Kunde verbreitete sich schnell und sogar schon erste Anfragen für Feierlichkeiten trudelten bei den beiden ein. Voraussichtlich Ende Juli/Anfang August wollen sie das Wirtshaus wieder eröffnen, „und zwar Schritt für Schritt, das liegt ganz daran, wie wir mit unserem Zeitplan hinkommen“, sagt Oliver Anger.
Noch hat das Paar alle Hände voll zu tun: „Unsere Tage laufen ineinander über und sind 14 bis 16 Stunden lang“, sagt Anger, „es ist einfach der Wahnsinn“.
Viel Arbeit im Vorfeld
Die Aufgabenliste ist endlos: „Wir haben im Hotel die Bodenbeläge herausgerissen, die Matratzen und das Bettzeug ausgetauscht, Wände und Decken geweißelt.“ Nicht alles läuft da glatt. „Die Matratzen haben sie zu schmal angeliefert. Neue sind schon bestellt, aber das dauert halt“, sagt Anger.
Bei der Beleuchtung rüsteten die Angers auf LED um, statteten die Zimmer mit aktueller Fernsehtechnik aus. Und auch ein neues Kassensystem musste installiert werden.
Auch, wenn sich das Paar mit der Hoteleröffnung noch Zeit lassen wollen, die Restauranteröffnung nun erst einmal Vorrang hat, wollten sie noch vor der Wiedereröffnung einige Arbeiten erledigt wissen. „Wir machen vieles selbst, auch mit der Unterstützung von Familie und Freunden“, sagt Anger.
Selbst einem Betrieb den Stempel aufdrücken zu können, etwas Eigenes zu gestalten, der Gedanke tauchte immer mal wieder im Hinterstübchen der Beiden auf, aber konkret gesucht hatten sie nicht.
Die Entscheidung, wieder zurück in die Heimat zu kommen – Oliver Anger ist gebürtiger Abensberger, Amelie Anger stammt aus der Nähe von Neuburg an der Donau – fiel eigentlich schon früher. In Tirol, wo Oliver Anger im Hotel als Ressortmanager beschäftigt war, war man dann auf Dauer doch zu weit von der Familie entfernt.
Genügend Erfahrung im Hotel- und Restaurantmanagement
Dann spielte ihnen der Zufall in die Hände: „Ich wusste gar nicht, dass der Jungbräu zugemacht hatte“, sagt Anger, „erst im Gespräch mit den Eltern habe ich das erfahren.“ Der endgültige Tipp, nach dem Motto „Schau dir doch das mal an“, kam dann vom befreundeten Immobilienmakler. Und als man sich mit der Besitzerin traf, sei ziemlich schnell klar geworden, dass die Chemie passt.
Nach dem ersten Treffen dauerte es noch ein paar Monate bis zur finalen Entscheidung, dann musste alles sehr schnell gehen: „Ende Mai haben wir unsere Doppelhaushälfte in Tirol gekündigt und sind im Hauruck nach Abensberg gezogen, haben hier einen Kindergartenplatz für unsere Tochter suchen müssen.“
Genügend Erfahrung im Hotel- und Restaurantmanagement bringen Oliver Anger als gelernter Hotelfachmann, erfahrener Food-and-Beverage-Manager (Nahrungsmittel und Getränke-Manager, Anm. der Redaktion) in einem renommierten Hotel und als stellvertretender Hoteldirektor und seine Frau Amelie als gelernte Hotelfachfrau sowie mit einem Studium im Hotelmanagement und jeder Menge beruflicher Erfahrung ja mit.
Kopfzerbrechen bereitet ihnen allerdings die Personalfrage. Den Küchenchef haben sie aus Österreich mitgenommen, die Küche soll bodenständig, mit bayerischen und österreichischen Spezialitäten sein. Vor allem regionale Produkte sollen auf den Teller.
Servicekräfte gesucht
Auch das Housekeepingteam kommt aus Österreich. Aber vor allem Servicekräfte werden gebraucht, da suchen die Angers noch händeringend.


