Jungbräu: Offenstettener übernimmt Traditionswirtshaus in Abensberg

Es ist noch nicht lange her, dass die Gerüchteküche in Abensberg brodelte – der Jungbräu macht zu, hieß es im Oktober 2022. Und tatsächlich, am 20. November schloss das Traditionswirtshaus seine Pforten. Nun gibt es wieder Gerüchte um die Gaststätte. Es gebe einen neuen Pächter, tuschelt man in Abensberg. Nicht zu Unrecht, denn ein gebürtiger Abensberger wird den Betrieb übernehmen.
Neuer Wirt des Lokals wird Oliver Anger. „Ja, es stimmt, was man sich in Abensberg erzählt“, sagt der 43-Jährige. „Der Pachtvertrag ist unterschrieben, ich werde mit meiner Frau Amelie den Jungbräu übernehmen.“ Wann genau die beiden ihre Türen für Gäste öffnen werden, das könne er aber aktuell noch nicht sagen.
Denn aktuell sei er noch in Tirol und manage den privaten Umzug in seine Heimatstadt Abensberg. Mehr als zwölf Jahre lang arbeitete der Offenstettener im Bayerischen Oberland (Garmisch-Partenkirchen und Klais) sowie die letzten drei Jahre in Österreich in der Hotellerie und Gastronomie, unter anderem als Restaurantmanager und stellvertretender Hoteldirektor.
„Von hier aus eine Prognose abzugeben, ist schwierig. Wir wollen noch ein bisschen renovieren und auch die Personalsuche gestaltet sich aus der Ferne schwierig“, sagt Anger.
Wirtshaus mit gesellschaftlicher Funktion
Fest steht aber: Mit dem Engagement von Anger und seiner Familie wird die knapp 400-jährige Tradition des Wirtshauses weitergeführt. Das abrupte Ende im November 2022 hatte eine große Lücke ins gesellschaftliche Leben Abensbergs gerissen: als Wirtshaus mit regionaler Küche, aber auch als Veranstaltungsort. Im Jungbräusaal fanden lange Jahre viele traditionelle Veranstaltungen statt – Bauernjahrtag, Faschingsbälle, Bürgerversammlungen – und er war auch als Hochzeits-Location sehr beliebt. All das soll nun – natürlich peu a peu – mit der Familie Anger wieder aufleben.