Brücken-Sperrungen in Regensburg: Riesen-Staus und etliche Falschfahrer

„Brücke gesperrt! Bitte großräumig umfahren!“ Wenn Autofahrer diesen Hinweis auf dem großen Schild in der Kumpfmühler Straße lesen, ist es eigentlich schon zu spät. Dann stehen sie nämlich bereits im Stau. Und davon gab es am Montag in Regensburg reichlich.
Da zwei Brücken gesperrt wurden, war der Weg mit dem Auto aus der Innenstadt hinaus oder hinein in diesen Bereichen äußerst mühsam.
Es war seit langem angekündigt: Zum Ferienbeginn geht die Stadt zwei große Straßenbauprojekte an. Die Kreuzung von Kumpfmühler Straße und Kirchmeierstraße wird umgestaltet und die Brücke davor deswegen mehrere Wochen komplett gesperrt. Die Nibelungenbrücke bekommt eine neue Asphaltdecke. Hier bleibt zumindest eine Fahrbahn offen. Die Auswirkungen auf den Verkehr waren am Montag an beiden Orten extrem – und werden es wohl auch bleiben.
Es kommen weitere Schilder
Gegen neun Uhr stellten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die rot-weißen Sperrzäune auf. Mit dunkelgelbem Klebeband wurden neue Fahrspuranzeigen auf dem Teer angebracht. Am Abend teilte die Stadt dann mit, dass alles nach Plan gelaufen sei. Es werde aber über den Montag hinaus weiter gearbeitet, da die verschiedenen Verkehrsführungen noch nicht komplett eingerichtet seien. Es werde auch noch weitere Beschilderungen zur den Umleitungen geben.
Am Montag ging es nach Beginn der Sperrung rund um die Kumpfmühler Kreuzung sofort rund. In Richtung Süden staute sich der Verkehr in wenigen Minuten bis hoch zum Kumpfmühler Markt, in Richtung Westen fast bis zur Klenzebrücke. Diese ist wiederum das neue Nadelöhr, durch das der Verkehr in die Stadt rein und aus ihr heraus umgeleitet wird. Auch hier gab es stadtauswärts am Montag gleich eine Riesenschlange.
Ampelschaltung wird beobachtet
Die Autofahrer brauchten teilweise drei bis vier Ampelphasen, um bis zur Kirchmeierstraße vorzukommen. Die Lage hier werde beobachtet, teilt die Stadtverwaltung dazu mit. Ob etwa eine geänderte Ampelschaltung sinnvoll sei, lasse sich direkt nach Verkehrsumstellung noch nicht genau sagen. Hier sei erst die Umgewöhnungsphase der Verkehrsteilnehmer abzuwarten
Noch weitaus zeitraubender ist derweil die Umleitung am anderen Ende der Innenstadt bei der Nibelungenbrücke. Als erstes wurde dort die Spur aus der Stadt heraus gesperrt. Über die Adolf-Schmetzer-Straße wird der Verkehr nun bis zum Odessa-Ring geleitet. Über die Osttangente geht es dann in den Norden hinüber. Je nach Verkehrslage kann diese Umfahrung sehr lange dauern. Manche Autofahrer sparten sich diese aber. Die gesperrte Fahrbahn der Nibelungenbrücke kann auf einer Spur nämlich von Linienbussen und Rettungsdiensten genutzt werden. Dies wurde am Montag teils ungeniert ausgenutzt. Ganze Kolonnen düsten den Bussen einfach hinterher: trotz Durchfahrt-verboten-Schild.
Schonfrist ist nun vorbei
Die Polizei hatte den Bereich nach eigenen Angaben im Blick. Etliche Falschfahrer seien aufgehalten worden, teilte Sprecher Markus Reitmeier mit: „Am ersten Tag haben wir es aber bei mündlichen Ermahnungen belassen.“ Ab Dienstag sei die Schonfrist nun allerdings vorbei. Wer dann trotz Verbot reinfährt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 50 Euro rechnen.
Die erste Kurzbilanz zum Starttag der Brückensperrungen fiel bei der Polizei dennoch sehr positiv aus. Unfälle – etwa durch Auffahren –, die konkret mit den Sperrungen zusammenhingen, seien keine registriert worden.
Und auch die Atmosphäre auf den Straßen sei in den betroffenen Bereichen „sogar überraschend gut gewesen“, erzählt Reitmeier. Es habe keine lautstarken Beschimpfungen oder ähnliches gegeben: „Die Autofahrer haben sich als erstaunlich geduldig erwiesen.“ Auch die Stadt lobt, dass sich die Verkehrsteilnehmer besonnen und ein angepasstes Fahrverhalten gezeigt hätten.
