Irnsinger wollen wieder „ihr“ Wasser haben – Suche nach der Ursache hat ein klares Ergebnis

Tagelang hat die Verunreinigung des Trinkwassers in Neustadts nördlichen Ortsteilen für Unruhe unter den Bürger gesorgt. Jetzt ist das Trinkwasser zwar noch nicht wieder freigegeben, aber die Ursache für die Verunreinigung scheint festzustehen.
Die Aufregung war groß gewesen, nachdem bei einer Routinekontrolle Fäkalkeime im Wasser nachgewiesen worden waren und die Versorgung der Einwohner über gratis Mineralwasserkästen und das Wasserwerk in Eining hergestellt worden war. Nicht nur die vorübergehende Beimischung von Chlor, um die Leitungen zu reinigen, schmeckte den Bürgerinnen und Bürgern nicht.
Insbesondere Irnsings Einwohner fürchteten um „ihr“ Wasser, denn seit Generationen werden sie von der Quelle am Ortsausgang nach Neustadt a.d. Donau versorgt. Gerlinde Seitz empörte sich: „Unsere Quelle ist für uns wertvoll. Unser Wasser schmeckt anders als das aus Eining.“ Deshalb forderte sie: „Wir möchten unser Wasser wieder haben.“ Dabei hatte Gerlinde Seitz noch mehr Sorgen. Sollte gar die Irnsinger Quelle für immer gesperrt werden?
„Das Wasser ist wieder keimfrei“, sagte Bürgermeister Thomas Memmel auf Anfrage dieser Zeitung. Zuständig für die Freigabe sei aber das Gesundheitsamt am Landratsamt Kelheim. „Die Quelle ist noch nicht wieder freigegeben“, ergänzte Uwe Backhaus, Leiter der Stadtwerke, noch am Freitag. Weshalb vorerst das Wasser für die nördlichen Ortsteile noch aus den Brunnen in Eining kommt. Und Thomas Memmel beteuerte: „Wir wollen die Irnsinger Quelle wieder in Betrieb nehmen.“
Kein Hinweis auf Gülle
Die Ursache für die Verunreinigung mit Fäkalkeimen ist bis jetzt nicht restlos geklärt. Auf Anfrage erklärte das Landratsamt Kelheim: „Es gibt zum jetzigen Stand keinen Anhalt, dass die Verunreinigung durch Gülle zustande kam. Möglicherweise ist die Verunreinigung auf Beweidung im Wasserschutzgebiet in Verbindung mit Starkregen zurückzuführen.“ Bürgermeister Memmel erläuterte, dass es sich um eine Herde gehandelt haben könnte, die auf dem Gebiet über der Quelle geweidet habe. Das sei, so Memmel weiter, zulässig.
Die Verunreinigung des Trinkwassers ist eine absolute Ausnahmesituation, betont Stadtwerke-Chef Uwe Backhaus. In Irnsing passierte das zuletzt 1999. Beim Pfingsthochwasser trat die Donau über die Ufer und verunreinigte die Quelle, weshalb Irnsing und andere Ortsteile mit Tankwagen versorgt wurden.
800 Kubikmeter im Speicher
Nach dem Hochwasser wurde ein Düker gebaut. Die Druckleitung unter der Donau verbindet seither das Wasserwerk in Eining mit Arresting, Hienheim, Marching und Irnsing.
Ein Störfall nach mehr als zwanzig Jahren – damit gilt die Quelle als sicher. Früher haben die Irnsinger hier ihr Wasser mit Krügen und Fässern geholt. „Trotz Hitzeperioden ist die Quelle noch nie trocken gefallen“, sagt Uwe Backhaus.
Von der Quelle, die durch ein kleines Gebäude gegen unbefugte Eingriffe geschützt ist, wird das Wasser zum Hochbehälter in Irnsing gepumpt. Dort werden in vier Kammern rund 800 Kubikmeter gespeichert. Das Wasser, das nicht gespeichert wird, wird über einen öffentlich zugänglichen Abfluss in die Natur abgeleitet, worüber sich insbesondere die Forellen in den benachbarten Fischteichen freuen.

