Neues Konzept für die Stadtmitte: Eine grüne Ader für Neutraubling?

Die Stadt Neutraubling arbeitet daran, das Zentrum attraktiver zu machen. Dazu soll rund um die Stadtmitte in naher Zukunft eine grüne Verbindungsachse entstehen. Am Wochenende sind die Bürger zum Mitreden eingeladen.
Ein wichtiges Projekt, findet Bürgermeister Harald Stadler. „Neutraubling ist eine Stadt, die schnell gewachsen ist und noch weiterwächst“, sagt er. Auftakt des Projekts Grünverbindung und -verflechtung der Stadtmitte bildet eine Zukunftswerkstatt am Freitag und am Samstag. „Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit den Bürgern sowie unserem Planungsteam eine moderne, nachhaltige und urbane Stadtgestaltung in diesem Bereich umsetzen können“, sagt Stadler.
Ute Frank ist in Neutraubling für die Städtebauförderung zuständig. Für eine grünere Stadtmitte sind im Neutraublinger Haushalt bis 2024 insgesamt knapp eine Million Euro vorgesehen. Die Stadt Neutraubling nimmt sich die Erzgebirgstraße, die Posener Straße und den Bergstadt-Mies-Weg vor.
Mehr Aufenthaltsqualität für Neutraubling
Auch am Platz an der Geschwister-Scholl-Straße wolle man Akzente für mehr Aufenthaltsqualität setzen. „Hier können wir nach der Planung relativ schnell mit der Umgestaltung loslegen, weil der Platz komplett der Stadt gehört und keine größeren Straßensperren nötig sind“, sagt Frank. Für den Platz sind im Finanzplanungszeitraum bis 2024 insgesamt 500000 Euro veranschlagt. Die Grünverbindung Erzgebirgstraße, Posener Straße und Bergstadt-Mies-Weg ist mit 430000 Euro angesetzt. Mehr Bäume, weniger versiegelte Flächen und neue Bänke könnten erste Maßnahmen sein. Einen genauen Plan will die Stadt aber ganz bewusst nicht vorgeben. „Die Ideen sollen von den Bürgern kommen“, betont Frank. Alle Anlieger seien zu der Veranstaltung am 28. und 29. Juli eingeladen worden.
Auch die Schulen und der Jugendtreff sollen bei den Planungen eingebunden werden. „Wir hoffen, dass es somit eine höhere Akzeptanz der künftigen Gestaltung bei den Neutraublingern geben wird“, sagt Frank.
Ein weiteres Ziel der Planungen sei es, mehr Fußgänger und Radfahrer in der Stadt zu gewinnen. „Fußgänger müssen sich wohler fühlen, auch große Straßen zu überqueren“, sagt Frank. Dabei sollen zum Beispiel Zebrastreifen oder Verkehrsinseln helfen.
Aktive Bürger Neutraubling: „Ein ganz wichtiges Eck“
Stadtrat Edwin Schicker von den Aktiven Bürgern hofft, dass sich im Zuge des geplanten Projekts in der Stadtmitte die Situation für die Radfahrer verbessert. „Wir haben in Neutraubling viele Radwege, aber meistens nur außenrum“, sagt Schicker, der selbst viele Strecken mit den Zweirad zurücklegt. Er wünsche sich, dass man in der Innenstadt Fußgängern und Radfahrern mehr Rechte zugesteht. „Dafür müssen wir das Durchqueren der Innenstadt für Autofahrer unattraktiver machen“, so Schicker. Er könne sich sogenannte „Shared Spaces“ vorstellen. Dort sollen alle Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt sein.
Die Fraktion der Aktiven Bürger begrüße die geplante Zukunftswerkstatt zur Stadtmitte. „Das ist ein ganz wichtiges Eck für die Stadtentwicklung in Neutraubling. Wir wollen eine realistische, umsetzbare Planung für das Zentrum“, sagt Schicker. Besonders die Nähe zu den Schulen mache in dem Bereich Maßnahmen dringend nötig. Auch den Bereich um die Grundschule – Waldenburger Straße, Schulstraße und Gartenzeile – müsse man mitdenken. „Die Kinder sollen sich zu Fuß und mit dem Rad sicherer fühlen. Außerdem wäre es wünschenswert, dass sich die Neutraublinger dort wohlfühlen“, sagt Schicker.
Zu wenig Grün: Expertin warnt
Auch im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts, das derzeit für Neutraubling erarbeitet wird, kam zuletzt die mangelnde Begrünung der Stadt zur Sprache. Sabine Herz, die das Projekt begleitet, erklärte, viele Bürger wünschen sich mehr Schatten zum Beispiel auf dem Marktplatz oder rund um das Rathaus. An vielen Plätzen werde das Potenzial der Stadt aktuell noch nicht ausgeschöpft.
Herz warnte in diesem Zusammenhang vor einer möglichen Überhitzung der Stadt in der Zukunft. „Wir wollen mit unseren geplanten Maßnahmen die Stadt auch für den Klimawandel rüsten“, sagt Ute Frank. „Gemeinsam mit den Bürgern stellen wir uns die Frage: Wie soll ein nachhaltiges Neutraubling in Zukunft aussehen?“