Zwischenbilanz: Mehr Grün soll in die Neutraublinger Innenstadt

Von Michael Sperger · 30. Juni 2023 um 15:19

Die Stadt Neutraubling will sich weiterentwickeln. Eine attraktivere Stadtmitte, mehr Grün und mehr Radwege – die Liste der möglichen Verbesserungen, die das zuständige Planungsbüro vorbringt, ist lang.

Sabine Herz begleitet für das Beratungs- und Planungsbüro Firu aus Kaiserslautern das Integrierte Stadtentwicklungskonzept in Neutraubling. Dem Stadtrat stellte sie in der jüngsten Sitzung ein Zwischenergebnis vor. In den kommenden Monaten sollen nun konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. „Jetzt geht es ans Eingemachte“, sagt Bürgermeister Harald Stadler. Anfang des kommenden Jahres soll dann das Konzept mit Kosten und Finanzierung fertiggestellt werden.

Neutraublinger mit ins Boot holen

Auch die Neutraublinger sollen bei diesem Vorhaben ihre Ideen mit einbringen. Bei einem Spaziergang mit den Verantwortlichen hatten die Bürger zum Beispiel bereits die Gelegenheit, ihre Vorschläge für die Stadtmitte vorzubringen. Immer wieder in die Kritik geriet dabei auch der Schlangenbau. „Hier ist die Bausubstanz teilweise in schlechtem Zustand. Das Potenzial des Stadtkerns wird so nicht ausgeschöpft“, sagt Herz.

Die steigende Bevölkerungsentwicklung sei eine große Chance für Neutraubling. Auch moderate Mietpreise im Vergleich zu Regensburg machten den Wohnungsmarkt attraktiv. „Die sehr geringe Leerstandsquote bei Wohnungen deutet auf einen hohen Bedarf hin“, sagt Herz. Bereits in diesem Jahr liege die Zahl der Einwohner über der Prognose aus dem Jahr 2019.

Lob für Neutraublings Betreuungsangebot

Positiv hob die Fachfrau unter anderem die gute Busverbindung, vielfältige Betreuungsangebote für Kinder und die modernen Schulstandorte hervor. Auch der Guggenberger See als Naherholungsanlage sei ein besonderer Standortvorteil der Stadt. Die Expertin rät zu mehr Begrünung direkt in der Stadt. Aktuell sei viel öffentlicher Raum versiegelt und auf Dächern und Fassaden kaum Grün vorhanden. Mehr Schatten auf Rathaus- und Marktplatz sei auch eine Anregung mehrerer Bürger gewesen. Auch straßenbegleitendes Grün würde der Stadt laut Herz gut tun. „Sonst könnte es in Zukunft zu einer Überhitzung der Stadt durch den Klimawandel kommen“, warnt sie.

Ein Zeichen für mehr Grün will der Stadtrat in der Pommernstraße setzen. So wurde der Antrag eines Bauherren, sein Küchenstudio umzubauen und zu erweitern, teilweise abgelehnt. Ein Dorn im Auge war dem Gremium die komplett versiegelte Außenfläche. Der Stadtrat schlägt vor, dass statt überschüssigen Parkplätzen Bäume gepflanzt werden. Hier werde man mit dem Bauherren nachverhandeln, so der Bürgermeister.

Stadt Neutraubling kauft Kunsteisbahn

Im Winter bot die Stadt Neutraubling am Jugendtreff gegenüber der Realschule erstmals die Möglichkeit, auf Kunsteis die Schlittschuhe zu schnüren. „Jeder, der mal dort vorbeigeschaut hat, hat gesehen, wie toll das Angebot angenommen wurde“, bilanziert Bürgermeister Harald Stadler. Auch Schulklassen nutzten das synthetische Eis im Rahmen des Sportunterrichts zahlreich.

Die Stadt Neutraubling hat die Anlage, die 19 mal 14 Meter misst, vor dem Winter als Mietkauf angeschafft. Jetzt fiel im Stadtrat die Entscheidung, die Eislaufbahn endgültig zu kaufen. Dafür nimmt die Stadt gut 88000 Euro in die Hand, die im Haushalt bereits vorsorglich vorgesehen waren. „Wo wir die Bahn dann aufstellen, können wir vor der Wintersaison entscheiden“, schlägt Stadler vor.

Der Stadtrat hat sich entschieden die Kunsteisbahn zu kaufen. Foto: Sperger