Sophia Hetzl (21) knüpft mit Leichtigkeit, Liebreiz und Können an die Reihe famoser Premieren an

Von Petra Schoplocher · 23. Juli 2023 um 19:00

Aufregung und Anspannung waren ihr anzumerken. Nein, nicht Sophia Hetzl. Mama Gaby nahm die Premiere ihrer Tochter als des Trencks Katharina Schwab deutlich mehr mit als die 21-Jährige selber. Die legte nicht nur beim Empfang zu Hause, sondern später auf der Bühne bemerkenswerte Reife, Können und Souveränität an den Tag – und darf sich zurecht frenetisch feiern lassen.

Beim Empfang haben sie es schon prophezeit: „Die Vorstellung wird ein Paukenschlag“, zeigt sich etwa Bürgermeister Markus Ackermann überzeugt. Voll des Zuspruchs sind auch die Mitglieder des Fanfarenzugs, die zu Ehren der neuen Hauptdarstellerin aufspielten, und Mitwirkende. „Du wirst eine großartige Kathi! Wir freuen uns auf ein super Spiel!“

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Davon ist noch eine überzeugt: Corinne Pereira. Die französische Generalkonsulin war Ende Juni zur Uraufführung von Monsieur Chateaubriands letzte Reise erstmals in Waldmünchen zu Gast und ließ sich von Markus Ackermann das Trenckfestspiel gerne schmackhaft machen. Sie ist sich vor Beginn schon sicher: „Das wird genial.“

Währenddessen findet Regisseurin Yvonne Brosch die richtigen Worte, um Mama Gaby zumindest zeitweise und zumindest etwas zu beruhigen. „Die rockt das!“, versichert sie.

Echte Teamleistung

Broschs Name, er taucht wie andere auf diversen Dankes-Listen auf, die wieder einmal verdeutlichen, wie sehr Trenck eine Teamleistung ist. Da ist Broschs „Co“ am Ort Martin Kowalski. Das ist eine Reitlehrerin und Ex-Kathi Angelika Bauer. Da sind überhaupt auffallend viele ehemalige Hauptdarsteller. Da ist Sophias Dank an Familie und Freunde und ihr berührendes Geständnis, dass „jede Probe bisher Riesenfreunde gemacht hat“ und sie sicher sei, dass das die nächsten Jahre so bleiben werde.

Zwar hat Trenckvereinsvorsitzender Martin Frank den Satz eines Fanfarenzüglers im Hetzlschen Garten nicht gehört, der „schon vor zehn Jahren“ (da war Sophia elf!) gewusst haben will, dass SIE ES mal wird („und Recht hab‘ I g‘habt“). Dennoch kommt auch er zu dem Schluss: „Wie sollte es anders sein?“.

Der Ur-Großenkel der neuen, der 16. Kathi – er war Pandurenführer. Der Großonkel – kein Geringerer als der legendäre Fuß Gust‘, der seine Rolle als Gerichtsschreiber an seinen Neffen und Sophia-Papa Klaus vererbt hat. „Nachbar“ Alexander Imm, viele Jahre Trenck-Darsteller. Und nicht zuletzt Mama Gaby, die einst die zum Festspiel gehörende Gauklergruppe ins Leben gerufen hatte. „Dir sind die Trenck-Panduren-Kathi-Gene wirklich in die Wiege gelegt“, fasst ein offenkundig zufriedener Frank zusammen.

Markus Ackermann fällt noch etwas auf: Die neue Kathi, sie ist die 16. seit 1950, sie vereine den Liebreiz ihrer Mama mitdem schauspielerischen Talent des Papas. Wenig verwunderlich also, dass er sich auf viele repräsentative Termine freue (bei denen er sich – augenzwinkernd – mehr um sie als um den Trenck kümmern werde) freut.

Beste Visitenkarte der Stadt

Wesentlich ernster dankt Ackermann, wie es auch Martin Frank tut. Für die Bereitschaft, die Rolle zu übernehmen, die weit mehr beinhalte als das Spiel auf der Bühne. Ackermann bescheinigt: „Du bist nun eine Visitenkarte der Stadt.“ Er jedenfalls freue sich auf das Miteinander. „Deine Eltern sind stolz, der Trenckverein ist stolz, ich bin stolz“, gibt er der 21-jährigen AOK-Angestellten mit auf den Weg

Es ist ein Abend voller Gänsehautmomente: Der erste, kurz vor dem Eintreffen des Fanfarenzugs im elterlichen Garten bei Sophia Hetzl selber. „Immer, wenn ich den Fanfarenzug höre“, verrät sie, als sich dessen Ankunft mit Trommeln, Bläser und Co. ankündigt. Weitere, kleine und größere, persönliche und öffentliche – wie der Blick in ausverkaufte Reihen – folgen.

Die Rahmenbedingungen für die Premiere zwei Stunden, perfekt: Wetter, Stimmung auf den Rängen, aufmerksame und bestens aufgelegte Spieler, die es Sophia Hetzl leicht machen wollen. An ihrer Seite ein Trenck namens Christian Liegl, der sich noch einmal fast schon unheimlich verbessert zeigt als bei seiner eigenen Premiere in der Vorwoche.

Ein letzter Gänsehaut-Moment: Der, in der man wahrnimmt, wie sehr Sophia Hetzl Kathi ist, wie sie sie (er)fühlt und nicht nur spielt. Und sich ein Beiname, zugleich Wertung aufdrängt: Super-Sophia.

Wichtige Begleiterin: Co-Kathi- Vera Schmid
Eröffnete den Gratulationsreigen: Vorsitzender Martin Frank
Heiland, hillf‘: Bravourös meisterte die 21-Jährige auch den Monolog am Kreuz. Ein Gänsehautmoment. Fotos: Schoplocher
Mama Gaby war aufgeregter als die Tochter – und später stolz.
Gefeiert: Die Hauptdarsteller, eingerahmt von „Toni“ (Andreas Wittmann) und Mariuzza (Barbara Löffler)
Der Fanfarenzug marschierte im elterlichen Garten auf und „holte“ die neue Kathi ab — ein wunderbar-lockerer und zugleich stimmungsvoller Auftakt eines glanzvollen Premierenabends.
Papa Klaus freut sich über das Spalier der Turnermädels.
Haben diesen Donnerstag das Vergnügen: Werner Zellmer, dann nicht als Reiterpandur, sondern als Trenck.