Gastronom will auf die Kaufhof-Terrasse – Einige Mitarbeiter kehren zurück

Seit der überraschenden Rettung des Kaufhofs am Neupfarrplatz fragen sich viele Regensburger: Wie geht es denn nun eigentlich weiter? Jetzt gibt es erste Antworten.
Der Geschäftsführer des Hauses, Roman Kasimir, beantwortete sie – und auch Interessenten, die sich gerne in das markante Gebäude einmieten würden, sprachen offen mit der MZ über ihre Pläne.
„Konkret kann ich sagen, dass ab dem 14. August mit dem Umbau der Filiale begonnen wird.“ Geschäftsführer Kasimir sagt aber auch, dass die Filiale während des Umbaus zunächst offen bleiben wird. „Wir haben den Vorteil, dass derzeit der zweite und dritte Stock nicht genutzt wird, so dass wir dort anfangen können.“ Parallel dazu wird es in der Filiale am Neupfarrplatz weiter den Abverkauf aus jenen Filialen geben, die von Galeria im Zuge der abgeschlossenen Insolvenz in Eigenverwaltung geschlossen wurden. Manche dieser Häuser schließen auch erst Ende des Jahres.
„Dann wird es eine Umbauphase geben, die wir kurz halten möchten“, sagt Kasimir. Ab dem 7. September wird das Haus nochmals geschlossen, allerdings voraussichtlich nur‚ für wenige Tage. Bislang ist geplant, die zweite und dritte Etage selbst zu belegen. „Außer, wir bekommen in den nächsten ein, zwei Monaten, also recht kurzfristig, einen Vertrag mit Untermietern zustande“, sagt der Filialleiter.
Kaufhof wird schrumpfen
Denn das sei klar: 11000 Quadratmeter wie bisher wird der Kaufhof nicht wieder als Verkaufsfläche nutzen. Kasimir bestätigt, dass es Gespräche mit mehreren Interessenten gibt, die sich gerne einmieten würden. „Vom Indoor-Spielplatz über Co-Working-Büros bis hin zu fest eingerichteten Büros, aber auch kleine Indoor-Stores ist alles dabei“, sagt der Kaufhof-Geschäftsführer. Er würde es allerdings bevorzugen, wenn ein Untermieter die frei werdenden Flächen nutzen würde.
Wie berichtet, haben sich die Macher des Co-Working-Unternehmens Edurent um Flächen beworben. Das Unternehmen bietet bereits Kunden wie Amazon flexible Büroräume in Haslbach und in der Donaustauferstraße. Einer der Geschäftsführer, Benedikt Fleckenstein bestätigt, dass sie in ihrem Konzept als Untermieter festhalten. „Wir sind im Gespräch mit der Immobilienverwaltung von Galeria Karstadt Kaufhof und dieser Kontakt ist zwischenzeitlich als positiv zu bewerten“, sagt der Unternehmer. „Vorerst stehen erst einmal noch Fragen im Raum, etwa mit wem der Mietvertrag geschlossen wird“, sagt Fleckenstein. Aber auch die Frage, wie und wo bauliche Veränderungen vorgenommen werden können, sei noch offen. „Das ist natürlich nicht im Turbomodus, da teils Pläne schwer aufzutreiben sind“, sagt Fleckenstein. Die bislang noch fehlenden Technikpläne würde beispielsweise die Frage aufwerfen, wo Leitungen und Lüftung verlaufen. „Die Konzeption für einen Kinderbereich in dem Gebäude steht aus unserer Sicht nach wie vor“, sagt Fleckenstein. „Die Bürolösungen mussten wir reduzieren, da die Situation aufgrund fehlendem Tageslicht nicht so einfach ist.“ Eine Umsetzung würde jedenfalls länger dauern. Anders sehe es mit der Gastronomie aus: „Das könnte deutlich schneller gehen.“
Konkret wird es derzeit bereits mit Peter Artmann
Das bestätigt auch Kasimir. „Wenn wir uns mit einem Interessenten einigen können, dann könnte eine Eröffnung bis Anfang kommenden Jahres im Raum stehen“, sagt der Kaufhof-Verantwortliche. Und er bestätigt auch, dass es konkrete Verhandlungen mit Regensburger Gastronomen gibt.
Konkret wird es derzeit bereits mit Peter Artmann (Little Tony‘s, Artmanns Herzl). „Es ist richtig, dass wir uns für die gastronomische Nutzung der obersten Etage interessieren“, sagt Artmann. „Natürlich würde ich gerne ein Highlight dort setzen, wir müssen ja nicht darüber reden, dass diese Flächen wunderbar sind“, so Artmann weiter. Es liege laut dem Gastronomie-Unternehmer auch bereits ein ausgehandelter Mietvertrag auf dem Tisch. Kommende Woche gibt es ein erneutes Treffen mit den Galeria-Verantwortlichen. Kasimir bestätigt, dass Galeria zu einem externen Gastronomen tendiert, der die Fläche nicht nur für die Tages-Bewirtschaftung, sondern auch für Events nutzt. Er sichert aber auch zu, dass auf jeden Fall eine gastronomische Nutzung im obersten Stockwerk erfolgen soll – im Zweifel würde Galeria auch das Dinea weiter betreiben. Doch das wäre Plan B, nicht Plan A.
Blüht der Neupfarrplatz auf?
Auch in Sachen Wiederbelebung des darbenden Neupfarrplatzes geht etwas vorwärts. Im Herbst soll Ansons eröffnen, der Herrenausstatter, der in das frühere Zara-Kaufhaus einzieht. „Das ist natürlich auch eine Aufwertung“, sagt Kaufhof-Geschäftsführer Kasimir. Dass es wieder aufwärts geht, spürt er aber auch an einer anderen Stelle: „Einige Mitarbeiter, die eigentlich schon neue Stellen gefunden hatten, sind doch wieder zurück.“ Hinzu kommen Neueinstellungen. „Wir haben aber immer noch einige Lücken – beispielsweise im Bereich Visual Marketing.“ Früher hieß dieser Beruf Dekorateur oder Innenausstatter. „Da findet man ganz schlecht Leute“, sagt Kasimir. „Dabei ist doch genau das so wichtig für ein Kaufhaus: Wie es gestaltet ist.“