Waldmünchen: Städtepartnerschaft mit Combourg besteht 30 Jahre, die Verbindung länger

Zugeben, die Zahl der Austernverköstigungen ist geschätzt, und ob es wirklich 700 Liter getrunkenes bayerisches Bier waren, ist auch nicht verbrieft. Dafür anderes: 29 Gruppenbesuche haben zwischen Waldmünchen und Combourg schon stattgefunden. Zahlen einer besonderen Freundschaft, deren Stern wieder ein wenig heller leuchtet.
Das liegt an Zahlen, aber noch viel mehr an den Begegnungen, der Herzlichkeit, den großen und kleinen Gesten, die dahinter stehen. Wenn sich die Jugendliche am abendlichen Büffet die Wurst nicht nehmen traut, weil sie nicht weiß, womit sie es zu tun hat, und die Deutsche in der Schlange hinter ihr sich in einer Erklärung versucht. Mittels Handy, weil das eingestaubte Französisch dann doch nicht ausreicht...
Wundervolle Statistik
Julia Bacherl und Ramona Roßmann-Bierl haben die Austern, Bier, Trenckaufführungen, Schlossbesichtigungen und Jugendaustausche umfassende „Statistik“ erstellt, Teil des „Ankommenspakets“ für die Franzosen. Die sorgten am Freitag schon für die nächste große Zahl: 74 Combourger wollten das 30-jährige Bestehen der Partnerstadt in Waldmünchen (mit)feiern. Teil eins, steht doch Ende August der Gegenbesuch in der Bretagne an.
Emotionaler Abschiedsabend
Als sich am Abschiedsabend alle treffen, ist die Stimmung gespalten. Schade, dass es zurück geht, dass ihr morgen fahrt. Schön, dass uns die erlebten wunderbare Momente verbinden. Die Zeit zum Reden, zum „Nicht mehr auf die Uhr schauen-Müssen“ wegen des nächsten Fix-Termins im fünftägigen Programm , nun ist sie da. Sie wird intensiv genutzt, ein wunderbarer Austausch.undervolle Statistik
„Selig entschwebt“
„Sie sind selig entschwebt“, sagt Martina Mathes, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, tags drauf. Sie hat „in Sachen Combourg“ in den vergangenen Wochen schon einiges an Höhen und Tiefen erlebt. So konnten ausgerechnet Daniel und Joelle Valentini (er ist der Vorsitzende des bretonischen Gegenparts) aus familiären und gesundheitlichen Gründen nicht anreisen. So mussten Teilnehmer umkehren beziehungsweise abbrechen, mit Grund: Todesfälle zuhause. Eine Französin kommt am Montag Abend mit Krücken daher, weil sie letzte Treppenstufe übersehen hat...Vielleicht ist es aber genau sie, die diese Beziehung zwischen Waldmünchen und Combourg versinnbildlicht: Du kannst noch so angeschlagen sein, aber der Gedanke an die Jumelage, die Partnerschaft und -freundschaft, sie ist Kraftgeber.
Am Drachensee und in Arnbruck
Damit wird ein weiteres Mal klar: Die Höhen überwiegen, abzulesen in den Gesichtern der begeisterten Combourger, die jeden Moment, jedes Gespräch bei Ausflügen (Drachensee, Arnbruck, Passau) und am Abschiedsabends aufsaugen (die Deutschen auch).
Da passt es nur zu gut, dass irgendwann lauthals (nach einem bretonischen Volkslied) als Gegenpart die Liedzeile erklingt: „Heit‘ is‘ so a scheina Tog!.“
Lesen Sie hier: Eine besondere Verbindung
Wenn es nach denen gegangen wäre, die am Montag Abend die vor 30 Jahren besiegelte Städtepartnerschaft gefeiert haben, hätte der nie enden dürfen. Das hat er zwar, musste er ja auch, die Bande hat er indes nur fester gespannt. Mit, um eine Zahl zu nehmen, gefühlt meterdickem Tau.




