Die erste Kelle Beton für die Campus-Erweiterung – gefördert mit sechs Freistaat-Millionen

Dieser Tag war für viele die Krönung einer Erfolgsgeschichte: In der Badstraße explodiert der Chamer Campus seit Jahren und soll nach der festen Überzeugung aller Beteiligten am Ende 1000 Studenten haben. Nun gab es einen Startschuss für ein besonderes Modul: Als Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann die erste Kelle Beton in den Grundstein warf, hatte der Freistaat erstmals mit einer eigenen Investition anerkannt, was in Cham geschaffen worden ist.
Seit 15 Jahren wird an der Zukunft des Campus Cham gebaut. Nun erhält er mit „Intelligenter Robotik“ eine weitere Zukunftstechnologie neben den bisherigen Schwerpunkten Mechatronik, Digitale Produktion, Additive Fertigung und Künstliche Intelligenz. Bis August 2024 wird ein neues Lehr- und Verwaltungsgebäude entstehen. Die derzeit 470 Studenten kommen aus 22 Nationen mit Schwerpunkt Asien und davon zum großen Teil aus Indien, zählte Landrat Franz Löffler in seiner Begrüßungsrede vor zahlreichen Ehrengästen auf.
Innovation als Motor
Am Montag wurde nun der Grundstein gefüllt mit einem Kupferzylinder samt aktueller Tageszeitung, Bauplänen und Silbermünze. Löffler bezeichnete ihn als echten Meilenstein. Für eine Region sei es wichtig, innovative Produkte für den Weltmarkt herzustellen. „Früher waren die die verlängerte Werkbank, heute fragen andere nach unseren Konstruktionsplänen“, schilderte er die Entwicklung des Chamer Campus. Zunächst habe die Stadt die Gebäude gebaut und der Landkreis für das Innenleben gesorgt. Nun beteilige sich erstmals der Freistaat.
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Staatsminister Florian Herrmann war überzeugt, dass sich alle Aufgaben der Zukunft mit guten Ideen lösen lassen. Das habe auch die Pandemie gezeigt, in der innerhalb von zwölf Monaten mehrere gute Impfstoffe auf dem Markt gewesen seien. „Die nächsten Herausforderungen sind schon da: Klimakrise, Krankheiten...“ Auf all diese Dinge seien die Campusse in Bayern die richtige Antwort.
„Der Welt den Funken der Wissenschaft mitgeben“, zitierte der Minister den Grundgedanken der TH Deggendorf. Der Erfolg gebe dem Modell Recht: „Die Leute könnten in der ganzen Welt arbeiten, aber sie entscheiden sich für Bayern und für Cham.“Die sechs Millionen Euro des Freistaates für das neue Modul des Chamer Campus seien gut investiert.
Professor Josef Sperber, Präsident der TH Deggendorf, bezeichnete den Augenblick als „recht speziell“. Das sei im Grunde der erste Spatenstich für einen Lehrstandort außerhalb von Deggendorf.Als er die Entscheidung habe treffen müssen, wo dieser Standort entstehen solle, habe er im Grunde sofort Cham im Kopf gehabt: „Hier ziehen alle mit, hier geht alles sehr schnell und man hat von allen Seiten Unterstützung“, so Sperber. Die Modellbauweise habe große Vorteile. „Es bleibt bei den Kosten, weil ich keine Nachträge genehmigen werde“, so der Präsident lachend.
Für den Freistaat sei das Investitionsmodell ein Traum, weil es in kurzer Zeit und zu den vorgesehenen Kosten funktioniere. An Staatsminister Florian Herrmann gerichtet scherzte Sperber halb im Ernst: „Hier bekommen sie für sechs Millionen Euro so viel Aufmerksamkeit wie in München für 60. Geben sie uns doch mal 60 Millionen und schauen sie, was dann passiert!“
Chams Bürgermeister Martin Stoiber schilderte die Entwicklung vom zarten, manchmal kränkelnden Pflänzchen, hin zur starken Pflanze, die nun blüht. „Innovation für die Welt, made in Cham“, erklärte er stolz und verwies dabei auch auf das neue Prädikat „Hochschulstadt“.
An alles gedacht
Für das zuständige Bauunternehmen Rädlinger skizzierte Architekt Franz Meindl den Neubau: 600 Quadratmeter Grundfläche, 5000 Kubikmeter Volumen, ein zweigeschossiger dunkelgrauer Monolith mit silbrigen Fensterbändern. Auf 1020 Quadratmetern würden 150 Studenten und Lehrende Platz finden in zwei Lehrsälen und zwei Laboren. Wärmedämmung. Schallschutz, Lärmschutz, Innenraumbelüftung – es sei an alles gedacht, auch an Photovoltaik auf dem Dach und Anschluss an die Fernwärme.

