Getränk bei Tropenhitze: Ein Schuss Minzsirup im Wasser sorgt für Abkühlung

Von Isabell Dachs · 16. Juli 2023 um 05:00

Derzeit leiden viele wieder unter der anhaltenden Hitze, eine Abkühlung durch Regenschauer ist nicht in Sicht. Herz und Kreislauf müssen nun zusätzliche Arbeit leisten, um mit den Temperaturen fertig zu werden.

Wie wir alle wissen, ist es wichtig, an heißen Tagen genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die idealen Durstlöscher dafür sind Wasser, Tee und stark verdünnte Obstsäfte, sogenannte Schorlen. Gut, dass uns die Natur diesbezüglich auch mit Minze weiterhelfen kann, denn sie kühlt uns von innen. Lauwarmer Pfefferminztee über den Tag verteilt und in kleinen Portionen getrunken, kühlt den Körper und weitet die Gefäße, wodurch die Hitze besser zu ertragen ist.

Getränk nicht eiskalt genießen

Wer Minze im Garten hat, kann die Blätter direkt aufbrühen, auch ohne sie zu trocknen. Wichtig ist, dass der Tee lauwarm getrunken wird. Grundsätzlich sind eiskalte Getränke bei heißen Temperaturen ohnehin nicht angeraten. Unser Körper ist immer bestrebt, seine Temperatur in der Körpermitte auf 37 Grad zu halten. Konfrontieren wir ihn mit extrem kalten Getränken, muss er zusätzlich Energie aufbringen, um seine Temperatur zu regulieren und er produziert dadurch Wärme, was uns noch mehr schwitzen lässt.

Minze ist ursprünglich im Mittelmeergebiet und in Vorderasien beheimatet. Dort kommt das Gewürz- und Heilkraut an Gewässerufern, Gräben und auf feuchten Wiesen vor. Es gibt davon eine große Arten- und Sortenvielfalt und sie werden schon sehr lange in unseren Gärten angebaut. 812 schrieb bereits Karl der Große vier Minzearten für den Anbau in Gärten in seinem Reich vor.

Name kommt von der Nymphe Minthe

Ihren Namen verdankt die Pflanze der griechischen Mythologie. Hades, der Gott der Unterwelt, hatte sich in die Nymphe Minthe verliebt. Hades Frau, die Göttin Persephone, kam ihnen auf ddie Schliche, worauf Hades Minthe in eine duftende Minze verwandelt haben soll, um sie dem Zorn der Ehefrau zu entziehen. Eine andere Sage erzählt, dass Persephone selbst die Nymphe aus Eifersucht in eine Minzpflanze verwandelt hat.

Das Aroma des Krauts aus der Familie der Lippenblütler ist so vielfältig wie seine verschiedenen Sorten. Minzen können herb, scharf, aber auch fruchtig frisch duften. Das macht auch ihre vielfältige Verwendung aus und Minzen begegnen uns im Alltag ständig. Vor allem im Bereich der Mundhygiene sind sie nicht mehr wegzudenken. Zahncreme, Mundwasser und Kaugummi enthalten das Menthol der Pflanze. Und wer erinnert sich noch an die guten Guadl unserer Kindheit, die sogenannten Minzenschusser?

Wir können auch kalte Getränke mit Minze würzen, wie es etwa beim „Hugo“ der Fall ist. Wegen seine Süße und des geringen Alkoholgehalts ist er ein beliebter Sommercocktail bei Frauen, der mit Minze dekoriert wird. Auch Soßen und Salate lassen sich mit den Blättern verfeinern. Die englische Küche wirbt gar mit einer Minzsoße zu Lamm, wobei das nicht unbedingt den Geschmack der Leute auf dem europäischen Festland treffen mag.

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Auch als Heilpflanze ist die Minze nicht zu verachten, wobei ihre Blätter die stärkste Wirkung haben, wenn die Pflanze kurz vor der Blüte steht. Verantwortlich für die medizinische Wirkung ist das Öl Menthol. Es hilft bei Spannungs-Kopfschmerzen ähnlich wie Paracetamol. Durch seine antiseptischen und schleimlösenden Eigenschaften ist Minzöl hilfreich bei Schnupfen, Erkältung und Grippe. Pfefferminzöl wirkt außerdem krampflösend und entblähend und fördert die Gallenproduktion. Die meisten Leute können Minze bedenkenlos genießen. Vorsicht geboten ist bei Leuten, die gerne Sodbrennen bekommen. Minze regt die Säureproduktion an, weshalb Beschwerden verstärkt auftreten könnten.

So wird Minzsirup hergestellt

Unser heute vorgestellter Minzsirup ist aus der Not heraus entstanden, die marokkanische Minze in meinem Garten zu verarbeiten, die sich wie Unkraut ausbreitet. Grundsätzlich kann aber jede gut schmeckende Minze so verarbeitet werden, beispielsweise auch Zitronenmelisse. Für einen Liter Minzsirup benötigen wir etwa 100 g frische Minze. Diese wird ausgeschüttelt, sodass sich kleine Tierchen daraus verabschieden und anschließend gewaschen. Wir zerkleinern die Minze ganz grob, schneiden eine unbehandelte Zitrone in Scheiben und geben alles zusammen in einen Topf. Dazu kommt ein guter Liter Wasser. Alles zusammen wird kurz aufgekocht und dann zugedeckt ein bis zwei Tage zum Durchziehen stehen gelassen. Die Durchziehzeit wirkt sich auf die Intensität des Geschmacks aus. Dann nehmen wir Minze und Zitrone aus der Flüssigkeit und gießen die Flüssigkeit durch ein feines Sieb ab, es geht in diesem Fall sogar ein Kaffeefilter.

Zu dem einen Liter Flüssigkeit geben wir nun 1 Pfund (500 g) Zucker und kochen alles zusammen unter Rühren auf. Der Sud wird heiß in sterilisierte Flaschen gefüllt und sofort fest verschlossen. Solange er luftdicht verschlossen bleibt, ist der Sirup bei Zimmertemperatur mindestens ein Jahr haltbar, wobei der viele Zucker für die Konservierung sorgt. Er muss zur Lagerung nicht gekühlt werden, lediglich nach dem Öffnen der Flasche empfiehlt es sich, diese im Kühlschrank aufzubewahren und den Sirup bald zu verbrauchen. Er wird nicht blank getrunken, sondern es wird immer eine kleine Menge mit viel Wasser vermischt.

Für einen Liter Minzsirup benötigen wir etwa 100 g frische Minze. Diese wird ausgeschüttelt und gewaschen.
Wir zerkleinern die Minze ganz grob, schneiden eine unbehandelte Zitrone in Scheiben und geben alles zusammen in einen Topf. Dazu kommt ein guter Liter Wasser.
Alles zusammen wird kurz aufgekocht und dann zugedeckt ein bis zwei Tage zum Durchziehen stehen gelassen.
Dann gießen wir die Flüssigkeit durch ein feines Sieb ab, es geht in diesem Fall sogar ein Kaffeefilter.
Zu dem einen Liter Flüssigkeit geben wir nun 1 Pfund (500 g) Zucker und kochen alles zusammen unter Rühren auf.
Der Sud wird heiß in heiß ausgespülte Flaschen gefüllt und sofort fest verschlossen.
Solange er dicht verschlossen bleibt, ist der Sirup bei Zimmertemperatur mindestens ein Jahr haltbar. Er wird nicht blank getrunken, sondern immer eine kleine Menge mit viel Wasser vermischt.