Hilfe aus Wackersdorf: Nachfolger für Hausarztpraxis in Bodenwöhr gefunden

Viele Bodenwöhrer haben sich in den vergangenen Wochen große Sorgen um die medizinische Versorgung in ihrer Gemeinde gemacht. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Zukunft der letzten verbliebenen Hausarztpraxis ist gesichert.
Diese befindet sich in der Bodenwöhrer Hauptstraße. Seit Januar 2019 hatte dort das Ehepaar Windisch praktiziert. Doch die beiden Mediziner hatten kürzlich gegenüber Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) angekündigt, aufgrund der steigenden Arbeitsbelastung die Praxis nicht mehr weiterbetreiben zu können.
Mittlerweile ist laut Hoffmann klar: Die Praxis wird zum 30. September ihre Pforten schließen. Doch nun gibt es eine Lösung, um die hausärztliche Versorgung in Bodenwöhr aufrechtzuerhalten: Das Team der „Wackersdorfer Hausärzte“ wird nach einer Umbauphase die Bodenwöhrer Praxisräume mieten und dort voraussichtlich ab 1.April 2024 eine Filialpraxis betreiben. „Dieses Thema hat uns monatelang beschäftigt. Jetzt fällt mir ein großer Stein vom Herzen“, sagt Hoffmann.
Zeit bis 1. April in Wackersdorf überbrücken
Als Vertreter des Teams der Wackersdorfer Hausärzte, das derzeit aus sechs Medizinern besteht, stellte sich Stefan Roi nun bei einem Pressetermin im Bodenwöhrer Rathaus vor. Rois Signal an die bisherigen Patienten der Praxis Windisch ist klar: Ab dem 1. Oktober seien sie im Wackersdorfer Ärztehaus herzlich willkommen, um die Übergangszeit bis zum 1.April zu überbrücken. Langfristig sei es aber keine Option, dass Bodenwöhrer Bürger für einen Termin beim Hausarzt 13Kilometer bis nach Wackersdorf fahren müssten. Für viele Patienten, vor allem Senioren, sei das nicht zumutbar, sagt Roi. Deshalb werde man nach dem Umbau den Standort in Bodenwöhr im April wieder eröffnen. Wer in der Übergangszeit Hausbesuche benötige, werde sie auch von Wackersdorf aus bekommen. „Ein Hausarzt heißt Hausarzt, weil er auch nach Hause kommt“, sagt Roi.
In der Bodenwöhrer Praxis werde man künftig mit Hilfe zweier Ärzte aus dem Wackersdorfer Team die gewohnten Öffnungszeiten beibehalten. Allerdings sei es nicht möglich, dass durchgängig dieselben Mediziner in Bodenwöhr tätig seien. „Ein Durchtauschen wird nötig sein“, sagt Roi.
Gemeinde Bodenwöhr hat Zeit gewonnen
Die Pläne der Gemeinde, in Bodenwöhr ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu gründen, sind derweil nicht vom Tisch. Die Kommune befinde sich im Wachstum und früher habe es hier sogar drei Arztpraxen gegeben, weshalb man sich weiter bemühe, ein MVZ zu installieren, sagt Hoffmann. Nun könne man die Realisierung des Projekts aber etwas ruhiger angehen und habe Zeit gewonnen, um alles auf sichere Füße zu stellen.