Nach Wolfswelpen im Landkreis Eichstätt jetzt auch Wolf in Neustadt a.d. Donau gesichtet

Zuletzt häuften sich die Meldungen aus dem Altmühltal und dem Landkreis Eichstätt: Immer wieder waren Wölfe gesichtet worden. Jetzt kursieren in den Sozialen Medien zwei Fotos, die einen Wolf im Neustädter Ortsteil Irnsing zeigen sollen. Ist „Meister Isegrim“ jetzt auch im Landkreis Kelheim zurück?
Es sind zwei Fotos, mehr nicht. Sie zeigen den Wolf, wie er in der Natur über einen Weg schreitet, kurz stehen bleibt und in die Richtung der Kamera sieht, von der er fotografiert wird. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir die Fotos leider nicht zeigen. Aber die Menschen, die die Bilder gesehen haben und sachkundig sind, sagen: Das ist ein Wolf. „Ein junger Wolf“, hat Alfred Bogner, Neustädter Stadtrat aus Irnsing in Erfahrung gebracht.
„Der Wolf war bei uns in der vorigen Woche ein Thema“, sagt er. „Aber das hat sich sehr schnell beruhigt. Es gibt keine Hysterie. “ Auch die Jäger aus Irnsing und Umgebung hätten über die Fotos diskutiert. Nach all den Gesprächen, die Alfred Bogner geführt hat, ist er überzeugt, „dass es ein sehr junger Wolf war“.
Woher das Jungtier kam und ob es zu einem Rudel gehört, ist unklar. Der Wolf kann aus einem ganz anderen Gebiet stammen. Wölfe, weiß Alfred Bogner, legen große Strecken zurück. 60, 70 Kilometer sind pro Tag möglich.
Mit Handy gefilmt
Dass es Wölfe in Bayern gibt, ist belegt. Fünf Schafe waren im April im Landkreis Eichstätt gerissen worden. Es deutete viel darauf hin, dass es ein Wolf war. Das sorgte für großes Unbehagen in der Bevölkerung. Vor wenigen Tagen hat eine Radfahrerin im westlichen Landkreis Eichstätt in einem Waldgebiet vier Wolfswelpen gesichtet. Die Frau hatte die Handykamera gezückt und die jungen Wölfe gefilmt. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Aufnahmen verifiziert. „Demnach ist eine Reproduktion für das standorttreue Paar für das Territorium Altmühltal belegt“, so ein Sprecher des LfU.
Dennoch ist Albert Limmer, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Kelheim skeptisch, ob es sich bei dem Tier, das in Irnsing gesehen wurde, um einen Wolf handelt. Er komme mit vielen Jägern, auch aus der Region Regensburg, zusammen. Von dem Wolf in Irnsing sei ihm jedoch nichts bekannt, sagte er am Telefon.
Limmer warnte vor Panik. Als vor einigen Jahren angeblich ein schwarzer Panther im Landkreis Pfaffenhofen unterwegs war, habe das etliche Bürger verunsichert. Gleichwohl räumt der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes ein: „Die Wolfspopulation nimmt zu.“ Im Vergleich zu anderen Ländern nehme Deutschland eine besondere Stellung ein. „Deutschland hat die höchste Wolfspopulation weltweit“, sagte Albert Limmer.
Zugleich wies er auf ein anderes Problem hin: Wölfe reißen andere Tiere. Dazu gibt es zwar vereinzelte Meldungen aus der Region Ingolstadt und dem Landkreis Eichstätt. Von Rissen im Landkreis Kelheim hat Albert Limmer jedoch „nichts gehört“. Dabei würde es genug Gelegenheiten für „Meister Isegrim“ geben. „In der Holledau und im Altmühltal haben wir überall Schafe“, stellte Albert Limmer fest.
Am Nordrand gesichtet
Die Frage, wie viele Wölfe es in der Region gibt, lässt sich derzeit nur schwer beantworten. Tatsächlich könnten es mehr sein, als zuletzt gedacht. Von den Welpen im westlichen Landkreis Eichstätt hat eine Wildkamera am Samstag mehrere Aufnahmen gemacht. Sie zeigen jetzt sieben Jungwölfe.
Geklärt ist unterdessen auch, wo der Irnsinger Wolf gesehen wurde. In den Sozialen Medien war der „Damm bei Irnsing“ genannt worden. Damit bestand die Annahme, dass es sich um den Donaudamm handeln würde. Tatsächlich war der Wolf am entgegengesetzten Ortsende des Neustädter Ortsteils unterwegs. Stadtrat Alfred Bogner hatte sich auf die Suche gemacht und anhand eines markanten Jägerstandes die Lokalität ermittelt. Es handele sich um einen Feldweg nordwestlich von Irnsing in Richtung des benachbarten Dorfes Pirkenbrunn, das bereits im Landkreis Eichstätt liegt.