Neumarkt freut sich auf Sänger-Elite – 14 hochkarätige Talente sind zu Gast

Seit nun schon zwölf Jahren findet die global beachtete Internationale Meistersinger Akademie (IMA) in Neumarkt statt. Edith Wiens, die als Professorin für Gesang an der Julliard School in New York lehrt, leitet die Akademie. Daran nehmen auch in diesem Jahr wieder 14 hochkarätige Sänger teil.
„Ich habe heute mit den Sängern gearbeitet und strahle immer noch“, sagt Wiens auf die diesjährigen Meistersänger angesprochen. Deren Zeit in Neumarkt hat nämlich gerade begonnen und sie befinden sich bereits in den Vorbereitungen des Eröffnungskonzertes am Donnerstag im Historischen Reitstadel.
14 Sänger aus neun Ländern sind heuer in Neumarkt
Von 282 Bewerbern, 20Prozent mehr als in den Vorjahren, haben sich schließlich 14 für Neumarkt qualifiziert. 100 waren in der engeren Auswahl und wurden von Wiens in New York und London bei Vorsingen begutachtet. „Es ist wirklich eine Qual“, sagt die Professorin über die Entscheidung, die sie jedes Jahr aufs Neue zu treffen hat.
Die Sänger, die heuer teilnehmen, kommen aus neun Ländern, darunter Südkorea, Brasilien und die USA. „Die glücklichste Straße zur Zeit der IMA ist die Maria-Hilf-Straße, durch die die Sänger mit dem Fahrrad fahren. Dabei wird immer gesungen und die Anwohner öffnen ihre Fenster“, beschreibt Pedra Wittmann, Geschäftsführerin der Ernst-Herbert und Christiane Pfleiderer Stiftung, die die IMA finanziell unterstützt.
„Ich habe die IMA zuerst als Gastgeberin kennengelernt, da oft nach Menschen gesucht wurde, die für die Teilnehmer kochen würden“, sagt sie. „Es waren immer großartige Abende in unserem Garten mit den Teilnehmern. An einem Abend hat ein junger Sänger aus Japan laut ,Dein ist mein ganzes Herz‘ geschmettert und mein Sohn Leo hat ihn auf dem Kontrabass begleitet“, erinnert sich Wittmann.
Aber auch auf der Seite der Sänger blieben schöne Erinnerungen an die Zeit in Neumarkt. „Die meisten leben in Großstädten und arbeiten nach der Akademie wieder in Metropolen“, sagt Peter Ehrensberger, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. „Sie erinnern sich gern an die Zeit in Neumarkt, als sie mit Lederhosen auf dem Volksfest waren.“
Sänger der IMA gehören der internationalen Elite an
Die Absolventen der IMA gehen nach ihrer Zeit in der Oberpfalz nämlich oft an die renommiertesten Opernhäuser weltweit. „Eine Teilnehmerin konnte nicht dabei sein, weil sie in Salzburg die Papagena spielt“, sagt Wiens stolz. Denn die Salzburger Festspiele hätten sie zuvor gefragt, ob sie die Sängerin „loslassen würde“.
Dabei spüre auch der Kulturbetrieb die Inflation und die Folgen der Pandemie, wie Edith Wiens erklärt. „Das Leben ist für die 1b und 1c-Sänger sehr schwer geworden Nicht so sehr für die IMA-Absolventen, die zur 1a-Kategorie der Musikwelt zählen. Aber viele Menschen wollen Kultur – besonders nach Corona – anders konsumieren. Da ist das Haus zu verlassen und eine Karte zu kaufen oft ein Hindernis.“