Waldbrand bei Neukirchen-Balbini: Entscheidender Hinweis kam aus der Luft

Von Martin Kellermeier · 9. Juli 2023 um 17:20

Waldbrand-Alarm im Landkreis Schwandorf: Bei einem kräftezehrenden Einsatz kämpften am Samstagabend rund 300 Einsatzkräfte in einem Forst bei Neukirchen-Balbini gegen die Flammen. Doch nicht nur dort brannte es am Wochenende. Nun will Landrat Thomas Ebeling (CSU) prüfen lassen, ob und wie die Feuerwehr noch besser ausgestattet werden kann.

Es waren Szenen, die durchaus an Katastrophenbilder aus dem Fernsehen erinnern. Über einem Waldstück bei Neukirchen-Balbini, unweit der Bundesstraße 85, stieg am Samstag gegen 19 Uhr Rauch auf. Mitten im Forst, nordwestlich des Sattelbogener Weihers, versuchten wenig später Einsatzkräfte der Feuerwehr, den Brand einzudämmen. Alarmiert wurden sie von einem Luftbeobachter, der den Brand zuvor von seinem Cockpit aus festgestellt hatte.

Keine Wasserleitungen: Das Löschwasser war knapp

Während der pechschwarze Boden nur so dampfte, mussten die Frauen und Männer der Feuerwehr am Brandherd immer wieder pausieren. Die Versorgung mit Löschwasser stockte mit Blick auf die Lage im Unterholz. Da es keine Wasserleitungen vor Ort gab, waren die Einsatzkräfte vor allem auf die Tanklöschfahrzeuge angewiesen. Schnell wurde ein Pendelverkehr eingerichtet, und Landwirte schafften mit ihren Güllefässern zusätzliches Wasser an die Einsatzstelle heran.

Ingesamt 13 Feuerwehren waren im Einsatz, darunter auch Wehren aus dem Nachbarlandkreis Cham. Die Gesamteinsatzleitung hatte Kreisbrandrat Christian Demleitner inne. Unterstützt wurde er dabei vom Brucker Kommandanten Andreas Wagner sowie den beiden Kreisbrandmeistern Patrick Allen und Heiner Seltl.

5000 Quadratmeter große Fläche war betroffen

Nach und nach gelang es der Feuerwehr, den insgesamt 5000 Quadratmeter großen Brandherd abzulöschen. Gegen 22 Uhr, so teilte es ein Sprecher der Polizeiinspektion Neunburg mit, war das Feuer aus. Doch die Nachlöscharbeiten zogen sich freilich bis in die Nacht hin.

Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Schlosser, der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis, sprach mit Blick auf das äußerst unwegsame Gelände von einer „körperlichen Herausforderung“ für die eingesetzten Einheiten.

Schnell wurde daher die BRK-Schnelleinsatzgruppe Betreuung aus Maxhütte-Haidhof und Burglengenfeld nachalarmiert. Diese kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. Quad-Fahrer brachten zudem Getränke direkt an die Einsatzstelle mitten im Wald. Ein Feuerwehrmann, so berichtete Rettungsdienst-Einsatzleiter Dominik Schmid, wurde wegen Kreislaufproblemen behandelt. Er konnte aber wenig später seinen Einsatz fortsetzen.

Brandursache noch unklar, wohl kein Fremdverschulden

Wie der Waldbrand entstehen konnte, ist noch völlig unklar. „Es liegen jedoch zum jetzigen Sachstand keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor“, teilte die Polizei mit. Der durch die Flammen entstandene Sachschaden sei durch einen Mitarbeiter des betroffenen Staatsforstes auf rund 10.000 Euro geschätzt worden.

Landrat Thomas Ebeling (CSU) wurde nach eigenen Angaben fortlaufend über den Einsatz informiert. Er zollte den Einsatzkräften seinen Respekt und sprach mit Blick auf die zunehmende Zahl von Wald- und Flächenbränden in der Region von „einer der neuen Herausforderungen“ für die Feuerwehr. Diese sei zwar gut auf derartige Einsatzlagen vorbereitet. Dennoch erklärte Ebeling: „Wir werden analysieren, was man noch zusätzlich machen kann oder muss.“

Michael Goldhahn aus Nittenau sieht Notwendigkeit für Löschflugzeuge

Wünsche und Ideen dazu gibt es genügend. Michael Goldhahn aus Nittenau betreibt beispielsweise die Deutsche Löschflugzeug Rettungsstaffel. Mit dieser hatte er schon Einsätze in Brandenburg oder im Harz. Goldhahn sieht auch im Freistaat Bayern die Notwendigkeit, drei einmotorige Maschinen, die bis zu 2200 Liter Löschwasser transportieren können, zu stationieren. Bereits im vergangenen Sommer warb er für seine Idee und hält seitdem Kontakt zu Ebeling. „Es gibt zu diesem Thema weiter Gespräche zwischen dem Landrat und der Deutschen Löschflugzeug Rettungsstaffel“, sagte Goldhahn am Sonntag. Womöglich gäbe es schon bald Neuigkeiten in der Sache.

Weitere Einsätze am Wochenende

Alarm: Am Samstag wurden die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf zu insgesamt acht Wald- und Flächenbränden gerufen. Bis Sonntagnachmittag gab es weitere drei Alarme.

Einsatzorte: Altendorf, Pfreimd, Bruck, Rottendorf, Wernberg, Saltendorf bei Wernberg-Köblitz, Schönsee, Goppoltsried, Hansenried, Oberviechtach

Warnung: Die Vegetation sei an vielen Stellen zu trocken und mit zunehmender Hitze spitze sich die Situation von Tag zu Tag zu, teilte Feuerwehrsprecher Hans-Jürgen Schlosser mit. Die Bevölkerung sollte daher „sehr achtsam“ sein.

Für die Kräfte der Feuerwehr stellte der Einsatz nordwestlich des Sattelbogener Weihers eine enorme körperliche Belastung dar. Foto: Martin Kellermeier
Ein Feuerwehrmann im Kampf gegen die Flammen Foto: Agnes Feuerer