Cool bleiben trotz Hitzewelle: Neumarkter Experten geben Tipps

Von Friederike Klett · 8. Juli 2023 um 05:00

Die Sommerhitze erreicht an diesem Wochenende wieder Bayern und den Landkreis Neumarkt. Worüber sich viele freuen, kann bei anderen zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Besonders ältere Personen, Pflegebedürftige und Kinder können unter den heißen Temperaturen leiden.

„Ältere Menschen haben weniger Durst und leiden schnell unter Flüssigkeitsmangel“, erklärt Christine Korbely bei der Informationsveranstaltung „Pflege bei Hitze“. Denn das Durstgefühl würde durch Nerven im Mundraum und im Gehirn erzeugt, die auch altern und an Sensibilität verlieren.

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Auch die Verdauung kann durch die Hitze schwer beeinträchtigt werden, wozu ein niedriger Wasserhaushalt beiträgt. Im Rumpf stünde weniger Blut zur Verfügung und so arbeiteten die Verdauungsprozesse schlechter.

Ärztin sagt: Wir sollten uns wie die Menschen in südlichen Ländern verhalten

Die Folge: Verstopfungen und ausbleibendes Hungergefühl. „Die meisten wissen eigentlich schon, was man am besten tun sollte“, sagt die Hausärztin Ingrid Schwarz-Aldorf aus Feystadt. „Viel zu trinken und eine Kopfbedeckung zu tragen, sind wichtig. Außerdem sollte man nicht, wie viele ältere Herrschaften, in der Mittagssonne Gartenarbeit verrichten oder Fahrrad fahren“, so die Medizinerin. Sie empfiehlt, dass man sich beim Umgang mit Hitze an den Menschen orientieren müsse, die in südlicheren Gebieten leben. Also: Mittags drin bleiben und den Körper gut bedecken.

„Erst heute hatte ich einen Bauarbeiter mit Sonnenstich in meiner Praxis. Ihm hätte eine Kopfbedeckung helfen können.“ Da sich das Klima bereits um 1,9Grad Durchschnittstemperatur in Bayern erhitzt hat, wird der Umgang mit Hitze in Zukunft zentral sein. Dabei gibt es auch kleine Tricks, die man anwenden kann, um sich vor den negativen Folgen der hohen Temperaturen zu schützen.

Gefrorene Wassermelone kann das Wasser schmackhaft machen

„Gerade Menschen mit Demenz vergessen das Trinken oft und viele Kinder muss man auch animieren“, sagt Selina Weidlich vom Bayerischen Roten Kreuz. „Ich friere gern Wassermelonenstücke ein, die das Wasser ansprechender machen. Für Bettlägerige ist das gut zum Lutschen, weil ihnen das Schlucken oft schwer fällt.“

Für Menschen, die bei der Hitze schlecht schlafen, hat sie einen weiteren Tipp: Die Pulsadern mit kaltem Wasser abkühlen. „Das machen wir oft bei bettlägerigen Personen. Auf die Stirn und Handgelenke kann man kalte Waschlappen legen. Mir hilft das auch oft beim Einschlafen.“