Umbau auf Elektro ist (noch) kein Thema: So lief die Regensburger Classic Rallye

Von Tino Lex · 2. Juli 2023 um 17:00

Bei der Regensburger Classic Rallye röhrten echte Automobil-Klassiker durch die Domstadt. Dabei gab es einige Schmankerl für das Auge.

Einer schöner als der andere. Die Oldtimer, die sich am Samstagnachmittag auf dem Regensburger Dultplatz zum Parc Fermé einfinden, reflektieren die letzten 100 Jahre des Automobilbaus. Da sind Fahrzeuge dabei, die bereits 100 Jahre auf dem Buckel haben. Andere sind so genannte Youngtimer: BMWs der 5er Serie aus den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrtausends.

Alles wunderbare Fahrzeuge – allein der Spritverbrauch scheint nicht mehr zeitgemäß. Da sind Typen dabei, die locker 30 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Aber ist es dann noch ein Oldtimer, wenn man ihm einen E-Antrieb einpflanzt? Man stelle sich vor: Ein Käfer, Baujahr 1970 oder noch älter, schnurrt um die Kurve. Der Sound – unverkennbar, einzigartig. Kult eben. Wie auch die blubbernden Amerikaner mit ihren V8 Motoren und Hubraum bis zum Abwinken. Dies jetzt mit dem Sound eines E-Autos, unvorstellbar. Das sehen auch die meisten Teilnehmer so.

Original und sehr gepflegt

„Ich fahre im Jahr höchstens einen Tank leer. Ich weiß gar nicht, wie viel mein 911er verbraucht“, sagt Stefan Landendinger, der mit seiner Frau Shery und der Hündin Alala in einem 1968 Porsche 911 an den Start geht. Das ist einer der ersten 911er, die gebaut wurden, so etwas wie der Ur-911, der direkte Nachfolger des 912er. Alles original, sehr gepflegt, kam quasi als Mitgift in die Ehe.

Mit einer Pagode ist Jörg Schlegel, Geschäftsführer des Regensburger Stern-Centers, am Start. Ihn begleitet Pkw-Verkaufsleiter Ulrich Schlammerl. „Wir sind vorher mit einem 190er SL am Start gewesen, auch ein schönes Auto, aber die Pagode – eine Nummer besser“, schwärmt Schlammerl. Nicht am Start, aber einmal die Luft einer solchen Classic Rallye schnuppern, wollte Stefanie Schwaiger. Sie hat sich selbst mit einem automobilen Traum beschenkt, und zwar einem Fiat Topolino, übersetzt das kleine Mäuschen. Der Vorgänger des Fiat 500, ausgestattet mit fetten 17 PS, steht da wie eine Eins. „Ich muss aber erst richtig lernen, mit Zwischengas und Doppelkuppeln zu fahren, da nicht alle Gänge synchronisiert sind“, so die stolze Besitzerin.

Eine italienische Schönheit

Mit einem BMW 528i ist der ehemalige Regensburger Continental-Werkleiter Thomas Ebenhöch am Start. Technisch sei die Umrüstung auf E möglich, vorstellen kann er es sich noch nicht, „vielleicht in zehn Jahren“. Sein ehemaliger Pressesprecher, Christopher Bach, startet mit einer italienischen Schönheit, dem Alfa Romeo Gulia GT 1300 mit einer Zwei-Liter-Maschine. Viel Geld und Schweiß hat er in diesen Wagen gesteckt, der „aufgehübscht“ da stand, aber eigentlich ziemlich vergammelt war. Sehr viel Geld habe ihn das Ganze gekostet, doch jetzt steht er da, mit seine „Schweinsledersitz und die breiten Roaf“ in der Farbe „Alfa Azurro Le Mans“.

Am Sonntagmorgen setzte sich dann die Karawane der Oldtimer in Bewegung. Klaus Morhammer schickte die Fahrzeuge für den Ausrichter AMC Deuerling auf die Strecke in den Bayerischen Wald. Ex-Rallye-Profi Harald Demuth ging an seinem Geburtstag mit einem Audi S1 Quattro-Rallye-Fahrzeug mit 800 PS und der Startnummer 1 an den Start. Dass diesmal von Stadtamhof aus gestartet wurde, tat der Stimmung keinen Abbruch. Zahlreiche Zuschauer waren beim Spektakel mit dabei.

Jaguar E-Type: das Dienstfahrzeug von Romanfigur FBI-Agent Jerry Cotton
Jörg Schlegel und Ulrich Schlammerl im Mercedes 280 SL, genannt Pagode.
Stefan Landendinger, seine Gattin Shery und Hündin Alala starteten mit dem Ur-911er.
Stefanie Schwaiger liebt ihren Fiat Topolino.
Thomas Ebenhöch und Christopher Bach starteten mit einem BMW 528 i und einem Alfa Romeo Gulia GT 1300.