Rabatt für Kunden: Landmetzgerei Breindl aus Rappersdorf feiert Jubiläum

Von Bernhard Neumayer · 30. Juni 2023 um 18:45

Genau vor zehn Jahren hat Johannes Breindl die elterliche Landmetzgerei in Rappersdorf (Landkreis Neumarkt) offiziell übernommen. Die Historie des Familienbetriebs reicht jedoch viel weiter zurück.

1950 haben die Urgroßeltern von Johannes Breindl, Franz und Berta Schmidt, eine Flaschenwirtschaft in Rappersdorf eröffnet. „Mein Großvater ist damals immer mit dem Moped zum Winkler nach Berching gefahren, hat Bier gekauft und die Flaschen in seinen Rucksack gesteckt“, erzählt Johannes Vater Anton. Daheim in Rappersdorf sei das Bier dann verkauft worden.

Eine Schankgenehmigung hatte die Familie damals nicht. Sie durfte deshalb in ihrer Wirtschaft nur Flaschengetränke verkaufen und kein Fass anzapfen. Erst Ende der 1960er-Jahre wurde aus der Flaschenwirtschaft eine Schankwirtschaft. Mitte der 1980er kochten die Breindls zu Familienfesten auf, ab den 90er-Jahren fanden regelmäßig Schlachtschüssel-Essen statt.

Breindl baute Schlachthaus im Jahr 1999

1992/93 hat Anton Breindl mit der Direktvermarktung von Bratwurst- und Pressackdosen angefangen. „Das wurde dann so viel, dass wir 1999 unser Schlachthaus gebaut haben“, sagt Anton Breindl. Fortan wurde freitags geschlachtet und Pressack, Leberkäse, Leberwurst, Blutwurst, Bratwurst und Schinken verkauft.

Die Metzgerei hat Anton Breindl nebenher am Laufen gehalten. Hauptberuflich war der gelernte Elektriker für 40Stunden pro Woche bei der Firma Eon angestellt. Darüber hinaus kümmerte er sich um die heimische Landwirtschaft. Bis 2014 betrieben die Breindls Feldbau, um ihre 18 Schweine zu füttern. Zudem kümmerte er sich um die Wirtschaft.

Die Gaststätte haben die Breindls 2017 aber aufgegeben. „Ich wollte mich lieber auf ein Standbein konzentrieren, als auf zwei Hochzeiten zu tanzen“, sagt Johannes Breindl, der im April 2017 nach einem letzten Schlachtschüssel-Essen die Schankwirtschaft zugesperrt hat. „Bis auf das Schlachtschüssel-Essen war in der Wirtschaft auch nicht mehr viel los“, gesteht Johannes Breindl, der 2009 seinen Metzgermeister gemacht hat und später seinen Betriebswirt. Am 1.Juli 2013, vor zehn Jahren hat Johannes Breindl als Inhaber die Landmetzgerei übernommen und angefangen, den jetzigen Verkaufsladen zu bauen. Mutter Katharina steht hinter der Theke, Vater Anton hilft bei der Verarbeitung des Fleischs.

Auch mit ihren 68 Jahren sind sie voll eingespannt. Ohne die Unterstützung der Eltern würde es laut Johannes Breindl auch nicht funktionieren. „Mitarbeiter zu finden, ist ein Riesenproblem“, sagt Breindl, der sich umso mehr über den Einsatz seines neunköpfigen Teams freut. Neben den frischen Fleisch- und Wurstwaren im Laden (von Dienstag bis Samstag geöffnet) verkaufen die Breindls ihre Produkte auch im Verkaufsautomaten an der Schiffsanlegestelle in Berching. Zudem bietet die Landmetzgerei einen Partyservice an.

Fünf Prozent Rabatt bei der Metzgerei Breindl in Rapperdorf

Im Laden gewährt die Metzgerei zum zehnjährigen Jubiläum von Johannes Breindl von kommenden Dienstag bis Samstag im Laden einen Rabatt von fünf Prozent auf alles. Das Schweinefleisch dafür kommt mittlerweile nicht mehr vom eigenen Hof, sondern aus dem benachbarten Fribertshofen. „Immer frisch“, betont Breindl. Dienstags und donnerstags wird geschlachtet.

Wenn es nach dem Junior-Chef geht, soll das auch noch lange so weitergehen. „Ich will arbeiten, bis ich 60 Jahre alt bin“, sagt der 34-Jährige. Danach solle der Nachwuchs die Metzgerei weiterführen. Dazu fehlt dem Inhaber allerdings sowohl eine Frau als auch ein oder mehrere Kinder.