Integrierte Bücherei: Der allererste Blick in das neue Parkhaus in Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 29. Juni 2023 um 19:00

Rund acht Millionen Euro soll das neue Parkhaus im Herzen der Stadt kosten, das sich noch mitten in der Planungsphase befindet – oder besser: bis Dienstag befand. Die letzten Aufträge für diesen Teil des Neubaues wurden in nicht öffentlicher Sitzung des Stadtrates abgeschlossen.

Objektplanung, Freianlagen, Tragwerksplanungen für den Holz- und Massivbau, Elektronik, Brandschutz und Bauphysik, das alles war bereits in vorangegangenen Sitzungen vergeben worden. Der letzte Auftrag für die Tragwerksplanung zum Abbruch und den Verbau erhielt nun für die Summe von rund 56 000 Euro die IMH Ingenieursgesellschaft in Hengersberg.

Wie baut man eine Bücherei?

Zuvor hatte Stadtbauamtsleiter Christian Kopf aber schon einmal einen ersten Blick in das Bauwerk gewährt, das als letztes fertiggestellt werden wird, die Bücherei. Die werde „sehr großzügig“ gefördert, so Kopf, und weil die Stadt eher selten Büchereien baue, habe es bereits erste Gespräch mit der Landesfachstelle für das Bibliothekswesen gegeben.

Dabei seien erste Vorschläge für eine zeitgemäße Einrichtung gemacht worden, die etwa auch verschiebbare Regale beinhalten würden, aber auch bequeme Sitzmöbel. Außerdem wurden die Räume im Detail in ihrer Aufteilung ebenso besprochen wie das geplante Café. Auch einen Nachtzugang wird es geben, über den das Gebäude betreten und über einen Automaten rund um die Uhr Bücher ausgeliehen werden können.

Wann alles fertig ist

Nachdem nun auch alle Aufträge die Planung betreffend vergeben sind, gab Christian Kopf auch noch einen kurzen Abriss über den Zeitplan. Der sieht vor, dass bis September dieses Jahres der Vorentwurf vorliegt, im November soll bereits die Eingabeplanung erfolgen.

Im April des Jahres 2024 soll dann mit dem Abbruch des bestehenden maroden Parkhauses begonnen werden, der in etwa vier Monate dauern soll. Daran anschließen wird sich der Bau der „Stadtgarage“, also des Parkhauses an sich. Kein ganz einfacher Bau, da sich der im starken Gefälle zwischen Gehring- und Holzapfelstraße teilweise bis zu zwei Meter tief in den Untergrund eingraben soll.

Die reine Bauzeit des Parkhauses wird von Mitte kommenden Jahres bis in den Dezember 2025 angesetzt. Laut plan können die gut 100 Parkplätze dann ab Januar 2026 benutzt werden. Versetzt zum Parkhaus soll im Spätsommer 2025 mit dem Bau der Stadtbibliothek begonnen werden. Bis zum Dezember 2026 wird hier im Moment mit der Fertigstellung gerechnet. Wie das Parkhaus soll auch die Bücherei im Januar in Betrieb genommen werden, allerdings erst im Jahr 2027 – dafür soll zu diesem Zeitpunkt dann auch die Panorama-Terrasse schon fertig sein, auf der die ersten Gäste aber wohl nur bei einem sehr milden Winter ihre ersten Spaziergänge machen werden.

Dass bis dahin ein sehr genauer Blick auf die Einhaltung der Kosten gerichtet werden soll, das haben die Stadträte immer wieder betont. Auch wenn die Kosten auf dem Bausektor in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, soll die Gesamtsumme von acht Millionen Euro gehalten werden, damit die Bad Kötztinger und die Gäste der Stadt wieder vernünftig parken können.

Wie viele E-Ladesäulen braucht es?

Rechtliches: Laut geltenden Vorgaben müssen 33 Prozent aller Parkplätze – in Bad Kötzting also etwa 35 – als Ladeplätze für Elektro-Fahrzeuge zumindest vorbereitet werden. Doch wie viele sollen gleich mit dem Start betrieben werden? Zwei bis drei, lautete die Meinung am Ratstisch, schließlich sei das auch ein Service für Urlaubsgäste, die nicht zu Hause laden könnten.

Technisches: Die Trafo-Anlage müsse aber schon jetzt so dimensioniert sein, dass sie 35 Plätze bedienen könne – das bedeutet 100 Kilowatt Leistung pro Stellplatz; Zum Vergleich: Ein üblicher Hausanschluss hat 25 kW.

Kosten: Zwischen 900 und 1500 Euro verursacht ein Stellplatz pro Jahr an Unterhaltskosten, lautet die Information der Bayernwerke – auch ein Grund zu überlegen, wie viele Plätze gebraucht würden.

Eine Möglichkeit, den Lesesaal zu gestalten – Hier handelt es sich um Visualisierung der Räume, die Möbel werden ganz anders aussehen. In mehreren Beispielen wurden eher bunte und weiche Möbel aus anderen Einrichtungen als Beispiele präsentiert.