Bad Kötzting ändert erste Pläne zum Neubau des Parkhauses in der Innenstadt

Kurz vor Pfingsten trafen sich die Mitglieder des Stadtrates noch einmal zu einer Sitzung. Erster Punkt war das Thema Insekten auf Biotopen der Stadt – eine Untersuchung, die Gisela Merkel-Wallner 2022 für die städtischen Ausgleichsflächen erstellt hatte. 13 unterschiedliche Flächen habe sie dafür mit einer Malaise-Falle untersucht.
Dazu gehörten Gebiete um den Dampfbach, in Haus, Ramsried, Arndorf, Grub, Traidersdorf, Wettzell und am Schinderbuckel. Alle Ergebnisse werden an die höhere Naturschutzbehörde weitergegeben.
Vielfalt ist vorhanden
Gefährdete Arten, darunter auch „echte Raritäten“, hätten sich hier gefunden. Für den Großteil der Flächen ein Beleg, dass sie sich in einem allgemein guten Zustand befänden. Fazit: Auf allen Flächen seien Rote-Liste-Arten vorhanden, so Merkel-Wallner. Gepflegt werden müssten die weiterhin, „und wenn angrenzende Flächen zu kaufen sind, würde ich den Kauf empfehlen“, sagte sie. Das sei wichtig, um die genetische Vielfalt der Insekten erhalten zu können. Bürgermeister Markus Hofmann lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement, mit dem Merkel-Wallner die Untersuchung initiativ und ohne Bezahlung durchgeführt habe.
Danach ging es um den Sachstand rund um den Bau des geplanten neuen Parkhauses der Stadt. Im Hintergrund habe die Verwaltung in den vergangenen Wochen bereits wieder einige Fragen mit Anliegen und auch rund um den konkreten Bau geklärt, die sich in der Zwischenzeit ergeben hätten.
Stadtbauamtsleiter Christian Kopf erklärte, dass 1,8 Millionen Euro für die Bibliothek und 4,8 Millionen für das Parkhaus selbst vorgesehen seien. Mindestens 100 Stellplätze seien gefordert worden, 105 hatte der Entwurf vorgesehen. Mittlerweile sei diese Zahl auf 101 reduziert worden, was an kleineren Änderungen liege. „Dabei sind wir bei jedem Parkplatz um 50 Zentimeter breiter als das Minimum, das die Bayerische Bauordnung vorsieht“, so Kopf. In Zahlen: 2,80 Meter statt 2,30 Meter bei den ganz normalen Parkplätzen – ähnliche Verhältnisse gebe es auch bei Behinderten- oder Familien-Parkplätzen.
Offiziell seien nun auch die guten Nachrichten, die die Probebohrung eines Bodengutachters kürzlich ergeben hätten. Wie bereits berichtet, hatten die keinen Fels, aber dennoch einen belastbaren und festen Untergrund ergeben: „Es sieht gut aus“, sagte Kopf. Die Tragfähigkeit gelte im übrigen auch für die Nachbarhäuser.
Ergeben hätten sich aber auch Änderungen in der Planung des Baukörpers. Knackpunkt sei vor allem gewesen, dass die einzige Zufahrt zum Parkhaus, die sich an der Holzapfelstraße befinden wird, weiter nach unten versetzt werden muss, um hier keine Auffahrrampe entstehen zu lassen. Das bedeute natürlich, dass der Baukörper an der Oberfläche weniger hoch herausragen werde (knapp einen Meter) und entsprechend in Teilen tiefer gegraben werden müsse. Auch habe die erste Planung keinen Aufzug in die Tiefgarage vorgesehen – eine Kostenfrage. Die neueste Planung sehe nun einen Aufzug vor, der von der Bibliothek bis in die Tiefgarage führe. Statt die Bibliothek auf drei Stockwerke zu verteilen, sei im untersten Geschoss nun keine Bücherei mehr vorgesehen. Stattdessen sei der Platz ganz für einen 75 Quadratmeter großen Mehrzweckraum, Platz für eine Cafeteria (für deren Betrieb es bereits Anfragen gebe) und einen auch in der Nacht via Chip zugänglichen Eingangsbereich vorgesehen. Zustimmung der Stadträte fanden – zumal die Änderungen keine Preissteigerungen zufolge hätten, erklärte Kopf.
Stadträtin Carola Höcherl-Neubauer wollte noch wissen, wie viele Parkplätze der 101 vorgesehenen zur Dauervermietung vorgesehen werden sollen. Das unterste Stockwerk soll für Anwohner und sonstige zur Vermietung freigehalten werden, so Kopf und Hofmann – das wären aktuell 36 Parkplätze. Um Parkplätze ging es auch noch in einem weiteren Punkt, und zwar in der Metzstraße. Hier hatte der Verkehrsausschuss bereits vorberaten, dass die Einbahnstraßen-Regelung künftig nur mehr nach dem neu geschaffenen Parkplatz des Modehauses Frey gelten sollte, damit die Kunden, die hier parken, auch wieder in die Marktstraße zurückfahren können. Ein Vorschlag, der einstimmig befürwortet wurde. Für die Umsetzung müssen die bestehenden Motorrad-Parkplätze an der linken Fahrbahnseite auf die rechte verlegt und auf vier reduziert werden.
Stockschützen investieren
ür den Bau des Parkhauses wurden Planungs-Aufträge vergeben: Heizung, Lüftung und Sanitär gingen für 150 000 Euro an Bummer Hof Planungs GmbH, für Wärmeschutz an Davo-Plan aus Passau für 7000 Euro und für 24 000 Euro auch der Schallschutz; Rainer Jaspers erhält 10 000 Euro für die Brandschutz-Planung, und wer rund 105 000 Euro für die Elektroplanung erhält, das entscheidet der kommunale Prüfungsverband – hier gab es zwei fast identische Angebote, die gleich günstig waren.
253 000 Euro gibt die Stadt dieses Jahr für die geplanten zehn Kilometer Kanalnetz aus, die befahren und saniert werden sollen. Der Auftrag ging an die Firma Pfaffinger aus Passau. Bis zu 30 000 Euro werden an das Ingenieur-Büro Fritsche fällig, die den Zustand des Schoierer-Anwesens neben dem Rathaus prüfen sollen und wonach entschieden werden soll, wie es weiter durch die Stadt genutzt werden könnte. Für 200 000 Euro wollen die Stockschützen drei Bahnen überdachen – für den Kredit bürgt die Stadt und schießt bis zu 20 000 Euro zu.
Stadtrat in Kürze
Eingezogen:Der Wölkersdorfer Feld- und der hochweg wurden eingezogen.
Förderzentrum:Beim nun abgeschlossenen Umbau des SFZ gab es durch gestiegene Preise, längere Bauzeit und mehr Material Kostensteigerungen, die genehmigt werden mussten. 28 000 Euro mehr für die Elektrotechnik und 17000 Euro mehr für Heizung und Sanitär; außerdem wurde noch ein Sonnenschutz für 5000 Euro gekauft.
Wasserversorgung:Für 130 000 Euro baut die Firma Rädlinger aus Cham eine 1,5 Kilometer lange Stromleitung zur Wasserversorgung in Arndorf, die für die Entsäuerung notwendig wird.
