Messerstecherei in Regensburg: Lief ein Drogen-Deal brutal aus dem Ruder?

Von André Baumgarten · 28. Juni 2023 um 16:42

Nach einer Messerstecherei im Kasernenviertel in Regensburg sucht die Polizei nach Zeugen. Bei der blutigen Auseinandersetzung am späten Dienstagabend wurden in der Hornstraße drei Männer verletzt. Die Kripo ermittelt auf Hochtouren.

Hintergrund der Messer-Attacke soll nach ersten Erkenntnissen ein aus den Ruder gelaufener Drogen-Deal sein. Fünf Männer, laut Polizei syrischer und irakischer Herkunft, hatten sich offenbar auf oder nahe eines Parkplatzes getroffen, um dort ein Rauschgift-Geschäft abzuwickeln. Dann gingen Dealer und Käufer aber wohl mit Stichwaffen aufeinander los.

Zwei Verletzte kamen selbst zur Polizeiwache

Laut den Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz sollen bei dem Vorfall fünf Personen beteiligt gewesen sein und sich gegenseitig zum Teil schwer verletzt haben. Zwei Männer waren gegen 22 Uhr selbst zur Polizeiinspektion Regensburg-Süd gekommen – beide hatten Stichverletzungen. Sie wurde von Beamten vor dem Eingang der PI Süd erstversorgt und kamen dann in Kliniken.

Dieser Fall sorgte für viele Schlagzeilen: Drogen-Pate Fiqret D. sagt erneut vor Gericht aus – „Ich war der Chef“

Im weiteren Verlauf stellte sich laut Polizeiangaben heraus, dass es einen dritten Verletzten gibt. Auch er kam in ein Krankenhaus nahe des mutmaßlichen Tatorts in der Hornstraße. Alle drei Verletzten werden nach MZ-Informationen rund um die Uhr von Polizisten bewacht. Die Ermittlungen zu Hintergründen und genauem Tatablauf stehen noch am Anfang, hieß es.

Die Regensburger Kriminalpolizei bittet daher mögliche Zeugen, die am Dienstagabend etwas gesehen haben, sich unter der Telefonnummer (0941) 506-2888 zu melden. Mit genaueren Angaben zum tatsächlichen Tatort, hielt man sich von Ermittlerseite jedoch auffällig zurück. Zu dem blutigen Angriff muss es aber vor 22 Uhr gekommen sein.

Ermittler suchen rund um Tatort nach Stichwaffe

Rund um ein größeres Nahversorgungszentrum in der Hornstraße suchten Ermittler am Mittwoch bei Tageslicht nach Spuren − insbesondere wohl nach der oder den Tatwaffen. Offiziell spricht die Polizei dazu lediglich von einem „noch unbekannten Stichgegenstand“.

Besonders auskunftsfreudig dürfte angesichts eines missglückten Drogen-Deals wohl keiner der Beteiligten sein – mehrere von ihnen sollen für die Ermittlern aber keine Unbekannten sei. Gegen sie soll in der Vergangenheit bereits wegen Gewalt- sowie Drogen-Delikten ermittelt worden sein.

Auswertung von Überwachungsvideos steht aus

Mehr Aufklärung könnte womöglich die Videoüberwachung des Parkplatzes bringen. Den Kameras an zwei Lichtmasten auf dem Gelände widmeten die Ermittler am Mittwoch große Aufmerksamkeit. Auch Grünanlagen und Container wurden jedoch akribisch durchsucht.