Gewalt gegen Polizisten in Schwandorf nimmt zu – Überdurchschnittliche Aufklärungsquote

Die Schwandorfer Polizei zieht für das Jahr2022 eine positive Bilanz. Die Zahl der Verbrechen in der Großen Kreisstadt bleibt vergleichsweise niedrig. Ein Detail in der Statistik ist dennoch besorgniserregend: Die Polizeibeamten selbst geraten immer stärker ins Visier der Täter.
Die Gewalt gegen Polizisten hat in Schwandorf im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Das ist eine der maßgeblichen Erkenntnisse aus dem Sicherheitsbericht, den Inspektionsleiter Michael Duschl am Montag im Sitzungssaal des Rathauses der Öffentlichkeit vorstellte. Während es im Jahr 2021 noch 48 Delikte dieser Art zu verzeichnen gab, liegt die Zahl der Taten 2022 bei 71.
Die Hemmschwelle gegenüber Polizeibeamten und Rettern sinke, stellte Duschl fest. Das sei aber kein schwandorfspezifisches Problem, sondern in ganz Bayern zu beobachten. Oft stünden derartige Straftaten in Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum, der die Steuerungsfähigkeit der Täter einschränke. Die Polizisten würden versuchen, so lange wie möglich deeskalierend auf ihr Gegenüber einzuwirken. Die Beamten würden dahingehend speziell geschult werden.
2022 weder Mord noch Totschlag in der Stadt Schwandorf
Deutlich positiver fällt die übrige Kriminalstatistik für die Stadt Schwandorf aus. Insgesamt sinkt die Zahl der Straftaten um 4,8 Prozent. Waren es im Jahr 2021 noch 1828 Fälle kriminellen Handelns, liegt die Zahl der Delikte 2022 bei 1741 und damit bei 87 Fällen weniger. 80,6 Prozent der Straftaten konnten aufgeklärt werden. „Das ist eine herausragende Zahl“, sagte Duschl. Im Vergleich: In Bayern liegt die Aufklärungsquote bei 67,7 Prozent, in der Oberpfalz bei 74,2 Prozent.
Die Delikte verteilen sich wie folgt: Etwa ein Fünftel der begangenen Straftaten (21,5 Prozent) in der Stadt Schwandorf sind Diebstähle, insgesamt gab es 374 Fälle. Rohheitsdelikte – zu diesen zählen zum Beispiel Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – machen 20,9 Prozent aller Verbrechen aus, insgesamt gab es davon 2022 364 Fälle.
Viele Sexualdelikte im Bereich häuslicher Gewalt
Außerdem wurden im vergangenen Jahr 58 Sexualdelikte verzeichnet, überwiegend im Bereich häuslicher Gewalt, wie Duschl erklärte. Vermögens- und Fälschungsdelikte machen 9,4 Prozent aller Verbrechen aus, insgesamt gab es 164 Fälle. Weiter gab es 347 Taten (19,9 Prozent) im Bereich strafrechtlicher Nebengesetze. Dazu gehören etwa Verstöße gegen das Betäubungsmittel- oder das Waffengesetz. Alle übrigen Straftaten machen 24,9 Prozent aus, insgesamt gab es 434 Taten. Erfreulich: 2022 wurde in Schwandorf keine Straftat gegen das Leben, wie Mord oder Totschlag begangen.
Im Bereich der Straßenkriminalität, die Taten umfasst, die in der Öffentlichkeit stattfinden, wurden 217 Delikte begangen. Zwar war die Zahl im Vorjahr mit 142 Delikten etwas niedriger, doch im Vergleich zur Zeit vor Corona noch auf einem erfreulichen Niveau, so Duschl. Zum Vergleich: 2017 gab es noch 427 Delikte. Weiter gab es 2022 169 Fälle von Körperverletzung und 67 Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung. In der Stadt wurden 145 Sachbeschädigungen begangen, dazu zählen zum Beispiel Graffiti-Schmierereien oder Autokratzer.
66 Fahrräder geklaut – 145 Fälle von Ladendiebstahl
Die Zahl der Diebstähle ist im Vergleich zu 2021 um 29,4 Prozent gestiegen, von 289 auf 374 Fälle, davon sind 66 Fahrraddiebstähle und 30 Diebstähle von oder aus Autos. Weiter gab es 145 Fälle von Ladendiebstahl, neun Wohnungseinbrüche und neun Fälle von schwerem Diebstahl aus Büroräumen oder Werkstätten.
In Sachen Rauschgiftkriminalität wurde ein deutlicher Rückgang verzeichnet. 2022 gab es 263 Delikte in diesem Bereich. 2021 waren es noch 411. „Wir führen diese erfreuliche Entwicklung auf unsere Arbeit der vergangenen Jahre zurück“, sagte Duschl. Auch die Fälle häuslicher Gewalt sind leicht rückläufig. Waren es 2021 noch 94 Fälle, gab es 2022 71.
