Experten geben Tipps, wie man den Garten in trockenen Zeiten gestalten kann

Wer hat den schönsten Vorgarten im Landkreis Neumarkt? Drei Tage lang bewertet eine Kommission 74 Vorgärten. Wie man den Garten an den Klimawandel anpassen kann, erklärt Kreisfachberaterin Susanne Flach-Wittmann.
Der erste Eindruck? „Gut“, sagt Georg Haubner, als er von der Straße aus auf Martha Kniffkas Vorgarten in Schweigersdorf blickt. Der stellvertretende Kreisvorsitzende für Gartenbau und Landespflege lobt vor allem den wasserdurchlässigen Weg. Statt die Hofeinfahrt zu pflastern, haben die Kniffkas den Weg geschottert.
Das wirkt sich positiv auf die Punktzahl für Kniffka aus. Sie ist eine von 74 Teilnehmer aus 26 Gartenbauvereinen im Landkreis Neumarkt, die sich heuer am Vorgartenwettbewerb des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege beteiligen. Wie bereits vergangenes Jahr steht dieser unter dem Schwerpunktthema „Weniger Versiegelung für mehr Grün“.
Seit Dienstagvormittag ist Kreisfachberaterin Susanne Flach-Wittmann mit ihrer dreiköpfigen Kommission im Landkreis unterwegs. Bis einschließlich Donnerstagabend bewerten Rosina Grad aus Ottmaring, Anna Hiendl aus Wallnsdorf und Georg Haubner aus Wettenhofen die teilnehmende Vorgärten.
Neben dem Schotterweg lobt Haubner bei Martha Kniffka in Schweigersdorf auch die „schöne Bepflanzung“, unter anderem mit Rosen, Wildem Wein und Stauden. „Auch die Mohnblumen am Wegesrand dürfen hier stehen bleiben“, sagt Haubner, der Kniffkas naturbelassenen Vorgarten für seine „lebendige Natur“ lobt. Die Gestaltung sei locker und harmonisch, das Wasser könne durch den wassergebundenen Weg versickern.
Vorgartenwettbewerb des Landkreises Neumarkt
Maximal 100 Punkte kann Kniffka mit ihrem Vorgarten beim Wettbewerb erreichen. Die Kommission bewertet nach vier übergeordneten Kriterien: Gesamteindruck, Gestaltung, Bepflanzung und nach dem Schwerpunktthema.
Das diesjährige Motto „Weniger Versiegelung für mehr Grün“ fällt dabei mit 40 Punkten am schwersten ins Gewicht. Für die drei restlichen Kategorien kann die Kommission jeweils bis zu 20 Punkten vergeben. Mit dem Schwerpunktthema wolle man diejenigen Vorgartenbesitzer belohnen, die nicht alles zupflastern, sagt Organisatorin Flach-Wittmann.
Aber bedeutet „mehr Grün“ nicht auch „mehr bewässern“? Nicht immer! Flach-Wittmann rät, den Vorgarten mit Hungerkünstlern zu gestalten – also mit Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Thymian, Rosmarin, Lavendel, Salbei, Schmucklilie, Hauswurz, Heiligenkraut, Woll-Ziest, weidenblättrige Birne und ein Judasbaum sind unter anderem hart im Nehmen und lassen sich nicht von Trockenheit unterkriegen. Denn Flach-Wittmann sei sich natürlich bewusst, dass „wir nicht unser ganzes Trinkwasser zum Gießen verschwenden dürfen“.
Gemeinde Berg hat Bewässerungsverbot erlassen
Die Gemeinde Berg habe mit dem Bewässerungsverbot dafür gesorgt, dass derzeit jeder ans Wasser denke, sagt Flach-Wittmann. In den meisten Ortsteilen in Berg ist es seit 15.Juni grundsätzlich verboten, mit Trinkwasser zu gießen. Grund ist der Wassermangel, die Trockenheit sowie die Arbeiten zur Neufassung der Quelle Hausheim.
„Wir schauen natürlich auch auf Bepflanzung, die nicht so stark bewässert werden muss“, sagt Flach-Wittmann. Vielleicht könne man diesen Aspekt auch zum nächsten Schwerpunktthema machen, um noch weiter in den Fokus zu rücken, überlegt Flach-Wittmann. Im nächsten Jahr steht aber erst einmal der Vorgartenwettbewerb ohne Schwerpunktthema an. Traditionell folgt auf zwei Jahre mit dem gleichen Motto ein Jahr ohne Schwerpunktthema.
Die Kommission bewertet beim Vorgartenwettbewerb alles, was von der öffentlichen Straße aus sichtbar ist, erklärt Flach-Wittmann. Denn wenn man durch ein Dorf geht oder fährt, sei es entscheidend, wie der Vorgarten von der Straße aus wirke. „Der Vorgarten ist Teil des Ortsbilds“, sagt Flach-Wittmann, die gemeinsam mit Haubner, Grad und Hiendl folgende Tipps zur Gestaltung des Vorgartens gibt.
Tipps für Gartenbesitzer
Offenheit sei wichtig. „Erst der Blick in den Garten macht ihn für den Ort schön“, sind sie sich einig. Natürlich wolle sich nicht jeder auf dem Präsentierteller zeigen. Deshalb könne man die Terrasse beispielsweise mit Büschen abgrenzen. Zudem wünscht sich die Kommission vielfältige Bepflanzung. „Und nicht alles zupflastern“, betont Flach-Wittmann.
Auf dem Hof der Kniffkas in Schweigersdorf ist lediglich die kleine Fläche vor den Garagen gepflastert. Ansonsten habe sich Martha Kniffka bemüht, ihren Vorgarten natürlich zu belassen, wie sie mitteilt. „Ich möchte, dass bissl was blüht und der Garten schön aussieht“, sagt Kniffka.
Wie die Kommission ihren Vorgarten bewertet hat, erfährt sie am 20.Oktober. Dann werden bei der Gartenjahresabschlussfeier in Hohenfels die Sieger gekürt.
