Bürger aus Maxhütte-Birkenzell forderten Einhausung des Entsorgers Alku

Von Thomas Rieke · 28. Juni 2023 um 05:00

Seit 2008 hat das vor 40 Jahren gegründete Familienunternehmen Alku seinen Sitz im Gewerbegebiet Birkenzell I. Und fast genau so lang gibt es Beschwerden von einem Teil der Anlieger in den umliegenden Wohngebieten. Insbesondere der Lärm, der beim Verladen der Materialien entsteht, ist so manchem ein Dorn im Auge.

Als „Minimallösung“, so bezeichnet es Lothar Taubert, forderten die Kritiker daher eine Einhausung der Betriebsstätte. Das hätte sich ihrer Meinung nach auch bei einem Brandereignis, wie es am Donnerstag eingetreten ist, bewährt. So aber seien binnen kürzester Zeit Unmengen an Schadstoffen in die Umwelt gelangt. Noch aus 25 Kilometer Entfernung habe man die schwarze Rauchsäule, die durch das zerstörte Hallendach gedrungen sei, gesehen. Taubert spricht von einem massiven Versagen der Behörden auf verschiedenen Ebenen, denn sie hätten den Ist-Zustand ja genehmigt.

Zeltdach ist Teil des Sicherheitskonzepts

Alku-Geschäftsführer Hermann Bindig versucht zu kontern und bestätigt erneut, dass die Hallendachkonstruktion Teil des Sicherheitskonzepts gewesen sei. Bei der Eindeckung handle es sich um eine Spezialfolie, die bei Hitze schrumpfe, aber keine Tropfen bilde. Das habe zum einen den Vorteil, dass Rauch und Hitze ungehindert abziehen könnten. Zum anderen würden Einsatzkräfte, die sich im Gebäudeinneren an den Brandherd wagten, nicht zusätzlich gefährdet. Das Konzept sei aufgegangen, was nicht zuletzt daran zu sehen sei, dass die Dachträger aus Metall erhalten geblieben seien. Sie knickten also nicht ein und krachten nicht in die Tiefe. Möglicherweise könnten die Bögen neu überspannt werden.

Schaden ist geringer als zunächst befürchtet

Teil des Sicherheitskonzepts ist, wie berichtet, auch ein mehrere Hundert Kubikmeter fassendes Sammelbecken für Löschwasser. Dieses wurde noch während des Feuerwehreinsatzes am Donnerstag abgepumpt.

Der Brand im Gewerbegebiet löste zunächst einen Schock aus. Die MZ verfolgte die Löscharbeiten über mehrere Stunden. Lesen Sie dazu: So lief der Großeinsatz bei Alku in Maxhütte-Haidhof

Unterm Strich zieht Geschäftsführer Bindig sogar ein positives Fazit. Bei dem Brand habe es sich zwar um ein Unglück gehandelt, das einen großen Schock auslöste. Aber letztlich sei man glimpflich davon gekommen. Der Mitarbeiter, der Brandverletzungen erlitten habe, sei auf dem Wege der Besserung, man freue sich auf seine Rückkehr an den Arbeitsplatz. Und der Sachschaden sei geringer als zunächst befürchtet. Die Polizei spricht von mehreren Hunderttausend Euro.

Aus neuen Erkenntnisse will man lernen

Natürlich, so Bindig weiter, werde man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern versuchen, aus dem Geschehen zu lernen. Notfalls werde das Sicherheitskonzept angepasst. Mit kritischen Tönen aus der Nachbarschaft habe er schon gerechnet, sagt der Geschäftsführer. Es gebe eben auch Menschen, die in Vorkommnissen wie diesen eine Chance sähen, „uns zu diskreditieren“. Dabei habe Alku stets mit offenen Karten gespielt.