Feuerwehr Bergham rettet mit viel Muskelkraft und Ausdauer jungen Kater aus Rohr

Von Anna-Maria Ascherl · 21. Juni 2023 um 15:05

Die Feuerwehr Bergham ist einiges gewohnt – aber dieser Einsatz am Montag war auch für die erfahrenen Kameraden eine Herausforderung: Um eine Katze aus einem Rohr zu befreien, gingen die Retter an ihre Grenzen.

Tiere zu retten gehört zu den selbstverständlichen Aufgaben der Feuerwehr. Der Klassiker „Katze auf Baum“ bringt niemanden mehr aus der Ruhe, schreibt die Feuerwehr Bergham in einer Pressemitteilung. Auch dass man mal in einen Schacht klettern muss, ist nichts Besonderes. Aber was die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bergham am Montag, 19. Juni, gegen Mittag leisten mussten, war eine Herausforderung.

Nach der ersten Lagefeststellung sah es nach einer klaren Sache aus: Eine Katze war in ein KG-Rohr eines Entwässerungssystems gerutscht. „Kein Problem, das Rohr und den ersten 90-Grad-Bogen bauen wir weg, dann kommen wir schon ran“, war der erste Einsatzbefehl. Leider stellten die Kameraden erschrocken fest, dass sich die Leitung tief unter der Erde teilt und es scheinbar unmöglich schien, das arme und laut wimmernde Tier genau zu lokalisieren. Einsatzleiter Daniel Reil schwor die Kameraden auf einen doch längeren und sehr schweißtreibenden Einsatz ein.

Mit allen möglichen Gerätschaften gruben die Feuerwehrler nach der Katze

Aber alle waren sich einig: Ohne die Katze fahren wir hier nicht weg.

Einen Bagger einzusetzen war aufgrund der beengten Einsatzstelle unmöglich, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr. Also wurde jede Gerätschaft, die man zum Graben brauchen konnte, aus den Feuerwehrfahrzeugen geholt: große Spaten, Schaufeln, Pickel, kleine Klappspaten etc.

Nach dem Abtragen der ersten größeren Steinschicht wurde von zwei Seiten abwechselnd und unter Zeitdruck in der prallen Sonne jeweils etwa 1,30 Meter tief bis zu dem Rohr gegraben. Selbst eine zwischenzeitlich besorgte Kanalkamera wurde eingesetzt, um das Tier zu finden, was sich wohl schon mindestens 24 Stunden in der misslichen Lage befand, schreibt die Feuerwehr.

Nachdem das letzte Stück sogar mit bloßen Händen gegraben wurde, öffneten die Retter mittels Winkelschleifer vorsichtig das Rohr. Nach etwa drei Stunden, kopfüber und bis zur Hüfte unter der Erde, erreichte ein Kamerad mit den letzten Fingerspitzen das völlig erschöpfte und durchnässte Tier.

„Gerne hätten wir den Kater auch mit auf das Gruppenfoto genommen, aber die Gesundheit und der schnellste Weg zur bereits im Vorfeld verständigten Tierärztin hatte oberste Priorität“, schreibt die Feuerwehr in ihrer Mitteilung. Tierärztin Heike Roidl kümmert sich mit ihrem Ehemann Martin liebevoll um den kleinen Kerl und päppelt ihn auf.

Wie Reil auf Nachfrage erzählte, hält die Feuerwehr den Kontakt zur Tierärztin. Sie meinte, es sei ein kleines Wunder gewesen, dass der Kater überlebt habe. Die erste Nacht sei kritisch gewesen, aber nun erfreue er sich bester Gesundheit und komme langsam zu Kräften.

Einen Spitznamen für den Kater hat die Feuerwehr übrigens schnell gefunden: „Wenn er schon in ein Rohr fällt, dann muss er Röhrich heißen“.

Das völlig erschöpfte und durchnässte Tier Foto: Anna Stöger
Sie retteten die Katze mit großem körperlichen Einsatz. Foto: Anna Stöger
Die Feuerwehrkameraden haben den Kater auch getauft: Er heißt jetzt Röhrich. Foto: Heike Roidl
Nachdem das letzte Stück sogar mit bloßen Händen gegraben wurde, öffneten die Retter mittels Winkelschleifer vorsichtig das Rohr. Foto: Anna Stöger
Behutsam wird der Kater in eine Transportbox gelegt. Foto: Anna Stöger
In diesem Rohr steckte das Tier fest. Foto: Anna Stöger
Alle packten mit an. Foto: Anna Stöger