Grüne Oase am Regensburger Emmeramsplatz kommt auch ohne Tiefgarage

Von Rainer Wendl · 21. Juni 2023 um 10:00

Die geplante Umgestaltung des Emmeramsplatzes stößt im Regensburger Stadtrat auf viel Zuspruch. Auf die Umsetzung wird aber noch lange zu warten sein.

An einem heißen Sommertag glüht der Emmeramsplatz regelrecht. Es gibt keinerlei Schatten, der Asphalt heizt sich auf Sauna-Niveau auf, die vielen parkenden Autos verstärken diesen Effekt sogar noch. Das soll sich gründlich ändern. Die Stadt will am Emmeramsplatz einen völlig neuen Weg bestreiten und die öde steinerne Fläche zur grünen „Klima-Oase“ verwandeln.

Das zu gestaltende Areal ist nahezu identisch mit dem jetzigen Großparkplatz. Neben Rasenflächen mit Sitz-, Liege- und Spielmöglichkeiten sind hitzeresiliente Bäume und Stauden zur Beschattung vorgesehen. Zur zusätzlichen Abkühlung soll auch eine Wasserinstallation entstehen. Da deren Gestaltung möglichst qualitätvoll sein soll, wird im Vorfeld ein Wettbewerb unter dem Motto „Objektkunst, Wasser“ durchgeführt.

Am Dienstag im Planungsausschuss wurde das Konzept einhellig begrüßt. „So stellen wir uns Stadtgestaltung in Zeiten des Klimawandels vor. Da wollen wir hin und da müssen wir auch hin“, sagte Klaus Rappert (SPD). Hans Teufl (Grüne) sprach von einem „hochwertigen Platz, aus dem etwas ganz Wunderbares werden kann“ und regte zur zusätzlichen Belebung einen Kiosk an. Der neben ihm sitzende Kiosk-Experte Florian Rottke (Brücke) wiegte an dieser Stelle aber skeptisch den Kopf hin und her – er hat offensichtlich Bedenken hinsichtlich eines wirtschaftlichen Betriebs.

Trotzdem zwei Gegenstimmen

Die Platzgestaltung an sich begrüßte Rottke aber ebenso wie Erhard Brucker (AfD), der sich „fast schon begeistert“ zeigte: „Das ist so ziemlich das Beste, was man als Lösung anbieten kann.“

Auch ÖDP-Fraktionschef Benedikt Suttner sagte: „Das liest sich toll“ über die Verwaltungsvorlage, lehnte sie aber letztlich wie Irmgard Freihoffer (Linke) ab. Der Grund dafür ist die Sorge, dass das parallel verfolgte Projekt einer Tiefgarage (siehe Info-Kasten) zu einem Umsetzungsproblem bei der Platzgestaltung führen könnte. Planungsreferentin Christine Schimpfermann entgegnete, dass es kein solches Junktim zwischen den beiden Vorhaben gebe. Rappert sieht es genauso: „Wir möchten diese Umgestaltung auf jeden Fall, mit oder ohne Garage.“

Das Obermünsterviertel ist zuerst dran

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erinnerte in diesem Zusammenhang an den Zeitplan der Sanierungsprojekte in der südlichen Altstadt. Demzufolge ist der Emmeramsplatz erst ab 2030 dran – und bis dahin ist das Tiefgaragen-Thema so oder so längst entschieden.

Thomas Thurow (Brücke) appellierte daran, die Sanierungs-Reihenfolge unbedingt einzuhalten: „Bitte kümmert Euch um die Obermünsterstraße und den Obermünsterplatz!“

Wie stehen die Chancen für die Tiefgarage?

Um mögliche Investoren für den Bau des unterirdischen Parkregals am Emmeramsplatz zu finden, hatte die Stadt ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. Dabei gab es keine einzige Rückmeldung.

Jetzt probiert es die Stadt ein zweites Mal mit einer europaweiten Ausschreibung. Die Erfolgsaussichten bewerten einige Stadträte erneut kritisch: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich da jemand meldet, halte ich für verschwindend gering“, meinte etwa Hans Teufl (Grüne). „Ich bin da nicht so pessimistisch“, entgegnete Planungsreferentin Christine Schimpfermann. Sollte der Fall eines Marktversagens aber tatsächlich eintreten, plädierte sie dafür, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.