Das wird jetzt aus dem Regensburger Gebäude, in das Vitesco nicht einziehen will

Die Investoren stellen das neue Konzept für das große Bürogebäude in der Maxhüttenerstraße an der Osttangente vor. Aus der eigentlich für den Antriebsentwickler Vitesco als Konzernzentrale gebauten Immobilie wird nun ein Campus.
Neues Konzept für ein Gebäude, dessen Leerstand für Schlagzeilen sorgte: Nach der Absage des Antriebsentwicklers Vitesco hat der Investor für ein großes Bürogebäude an der Osttangente ein neues Konzept entwickelt. Im September 2021 hatte mit großer Beteiligung aus Politik und Wirtschaft das Richtfest stattgefunden. Auch Vitesco-Vorstandsvorsitzender Andreas Wolf war anwesend, da das börsennotierte Unternehmen eigentlich seinen Hauptsitz in das Gebäude verlegen wollte.
Doch es kam anders: Wie berichtet, zog Vitesco eine Vertragsoption, da es zu Bauverzögerungen gekommen war. „Nachdem der Mietvertragspartner die vertraglichen Verpflichtungen nicht zeitgerecht und vollständig erfüllt hatte, hat Vitesco Technologies nach gründlicher Abwägung die Entscheidung getroffen, dass das mit besagter Immobilie verbundene Risiko für Vitesco Technologies zu groß gewesen wäre“, so eine Sprecherin.
„Rücktrittsrecht gezogen“
„Vitesco Technologies hat daher von seinem mietvertraglich vereinbarten Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht.“ Jetzt haben die Investoren ihr Bürogebäude neu konzipiert.
Das neue Konzept liegt der MZ vor. Demnach wird das Projekt in Meos Campus umbenannt – eine Abkürzung für „Modern Eco Offices“. Beim Richtfest 2021 wurde explizit betont, dass das Gebäude klimaneutral ist und im Betrieb kein CO2 anfallen würde.
27600 Quadratmeter Fläche hat das Gebäude, das eigentlich aus vier Häusern besteht. Ursprünglich sollten hier 1000 Vitesco-Mitarbeiter unterkommen. Eine Sprecherin hatte aber auch betont: „Die Unterbringung der Mitarbeitenden in modernen und flexiblen Büroflächen in Regensburg ist sichergestellt.“ Ob der zunehmende Trend zu Homeoffice und kleineren Büroflächen für den Rückzug Vitescos eine Rolle gespielt hat, blieb offen.
„Statt einer Konzernzentrale für Vitesco wird Regensburg ein offenes Haus mit Flächen für Büronutzung, Forschung und Entwicklung sowie Light Industrial erhalten“, sagte Jürgen Bleicher, Geschäftsführer von Pamera Real Estate Partners. Das Immobilienunternehmen hat die Neukonzipierung für die Investoren übernommen, die das Gebäude errichtet haben. „Wir werden in den vier Häusern voraussichtlich bis zu 15 unterschiedliche Mieter haben, denen sich modernste Büro- und Arbeitswelten für ihre individuell zugeschnittenen Bedürfnisse bieten“, sagte Bleicher. Derzeit liefen mehrere Gespräche mit internationalen Unternehmen, die aus unterschiedlichen Branchen kommen und laut Bleicher erwägen, im Meos Campus zu mieten. Geklärt ist zwischenzeitlich auch, wieso keine Bautafel an dem Gebäude zu finden war: Sie wurde in Abstimmung mit der Stadt abmontiert, da das Objekt als fertiggestellt gilt. „Die Büro-Mietbereiche in den Häusern 1 bis 3 sind bezugsfertig ausgebaut und stehen zur Anmietung zur Verfügung; im Haus vier sind die Grundausbauleistungen ebenfalls bereits weitgehend fertiggestellt“, sagte Bleicher weiter.
Das Gebäude enthält nach Angaben des Investors modernste Technik wie Wärmepumpen, Kraftdach und Eisspeicher, gepaart mit einer PV-Anlage und der vollständigen Digitalreglung aller wesentlichen Haustechnik-Parameter.
Wärmepumpen sind drin
Zudem sei ein Ausbau jederzeit möglich: Laut dem Dossier für das Gebäude ist in einem der vier Häuser sogar ein abhörsicheres Büro möglich. Auch ein Fitness- und Yogabereich sei vorgesehen.
Übrigens wird die Nähe zu dem eigentlich als Mieter vorgesehenen Unternehmen Vitesco ausdrücklich betont: „In unmittelbarer Nachbarschaft finden sich die Niederlassungen namhafter Unternehmen wie der Continental AG, der Vitesco Technologies AG und der Siemens AG sowie ein Briefverteilerzentrum der Deutschen Post AG und ein weiterer Gewerbepark mit mittelständischen Betrieben“, heißt es in den Unterlagen. Zudem werden die Vorzüge des Standorts Regensburg betont: Die Universität und die OTH, aber auch der Welterbestatus und nicht zuletzt der „einzigartige mittelalterliche Stadtkern“.
