Glasfaser-Ausbau: Baustellen in Roding sorgen für Ärger und Debatten

Wenn gestresste Baufirmen, unwissende Anlieger, ungeduldige Autofahrer und überraschte Behörden aufeinandertreffen, dann ist Ärger vorprogrammiert. In Roding war das diese Woche der Fall beim Glasfaser-Ausbau: zwei Baustellen mitten in der Stadt. Die Verkehrssicherheit sei nicht gewährleistet, sagte Stadtrat Richard Seidl. Damit legte er den Finger in die Wunde und regte eine Diskussion in der Bauausschuss-Sitzung an.
Die öffentliche Tagesordnung war in wenigen Minuten abgearbeitet, dann meldete sich Seidl zu Wort und berichtete von verärgerten Bürgern und Problemen bei den Baustellen. In dieser Woche waren die Trupps in zwei Hauptverkehrsachsen – Regensburger Straße und Further Straße – zum Verlegen der Glasfaserkabel angerückt. Die Baustellen seien ohne Information an die Anwohner eingerichtet worden, so Seidl. Zudem kritisierte er die Kurzfristigkeit und die unzureichende Beschilderung.
Er habe Verständnis für die Arbeiten, doch die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss müssten gewährleistet sein. Zumal es Anordnungen gebe, an die sich die Firmen halten müssen.
Baufirma informierte nicht
Bürgermeisterin Alexandra Riedl bestätigte, dass am Montag auch Geschäftsleute und Anlieger bei der Stadt angerufen und die Burschen Besorgnis mit Blick auf den Festzug gemeldet hätten. In diesem Fall liege das Verschulden bei der Firma, da sie der Verpflichtung, sowohl die Anlieger als auch die Presse zu informieren, nicht nachkam, sagte Riedl.
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In der Regel reichen die Bauunternehmen bei der Stadtverwaltung einen Antrag ein, die dann eine verkehrsrechtliche Anordnung ausstellt. Das sei auch geschehen, so Riedl. Auch die Polizei war davon in Kenntnis gesetzt. Die Genehmigung der Vollsperrung sei von 12. bis 23. Juni, datiert, also zwei Wochen lang. Wann genau die Bautrupps aufschlagen, wisse die Stadt aber nicht.
Richard Seidl regte eine Art „Baustellenkoordinator“ an, der als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Polizei, Baufirmen und Verwaltung fungiere. Außerdem warf er ein, die Unternehmen auf ihre Pflichten hinzuweisen und die Baustellen samt Beschilderung zu kontrollieren.
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„Wir sind regelmäßig auf den Baustellen und führen Gespräche“, versicherte Stadtbaumeister Helmut Wanninger. Verkehrsrechtlich zuständig seien Polizei und Ordnungsamt.
Erst Pflaster, dann Asphalt
„Wir und die Bürger wollen den Breitbandausbau ja“, sagte die Bürgermeisterin, „deshalb müssen wir jetzt auch in den sauren Apfel beißen und die Bauphasen in Kauf nehmen.“ Dass übrigens mehrere Anbieter gleichzeitig Glasfaser verlegen lassen oder kurz hintereinander zwei Mal am selben Standort aufgegraben wird, sei rechtlich in Ordnung, so Riedl. Dass die Straßen an manchen Stellen zunächst provisorisch mit Pflastersteinen geflickt werden, sei abgestimmt. Die Baufirmen würden alle Straßen später dann auf einen Zug asphaltieren, stellte sie klar.
Dass in zwei Hauptverkehrsachsen gleichzeitig Glasfaser verlegt wird, sei unglücklich gelaufen. Ferner werde die Stadt – da stimmte sie Richard Seidl zu – die Firmen erneut darauf hinweisen, dass sie Anwohner und Presse rechtzeitig informieren müssen, wenn es zu Sperrungen und Umleitungen kommt. Die Bürgermeisterin appellierte aber auch an die Verkehrsteilnehmer, sich an die aufgestellten Schilder zu halten.
Rainer Gleixner sprach sich dafür aus, etwas geduldiger zu sein. „Alle wollen den Glasfaser-Ausbau. Momentan wird überall gebaut“, sagte er. Die Beeinträchtigungen seien nur temporär.
Edwin Bauer berichtete dann von positiven Beispielen in der Further Straße, wo die Verkehrsregelung gut geklappt habe und die Arbeiter oft Extraschichten eingelegt hätten.
„Es wird zu wenig informiert“, monierte auch Rainer Schwarzfischer. Als Grund für den Ärger machte er Kommunikationsprobleme aus. Diese sollten dringend abgestellt werden.