Schwestern verlassen Berching und kehren ins Mutterhaus nach Neumarkt zurück

Von Franz Guttenberger · 16. Juni 2023 um 10:36

Das Kapitel der Niederbronner Schwestern im Caritas-Seniorenheim in Berching ist nun geschlossen. Alle fünf Ordensschwestern, die noch vergangenes Jahr zusammen waren, haben dieses Jahr für immer Berching verlassen und sind in das Mutterhaus St.- Josef in Neumarkt gezogen.

Die letzten beiden Schwestern, Martiniana und Beatrix, haben erst diese Woche Berching verlassen. Während über das Seniorenheim ein strahlend-blauer Himmel leuchtete, gab es beim Abschied Tränen im ganzen Haus. Schweren Herzens haben die Schwestern Berching verlassen, wie sie sagten. Sie haben sich in Berching große Verdienste um die Mitmenschen erworben. Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe hatten bei ihnen oberste Priorität.

50-jährige Ära endet: Schwesterngemeinschaft in Berching aufgelöst

Mitte Mai ist die Oberin des Niederbronner Schwesternkonvents, Schwester Brunhilde, schwer erkrankt. Sie wurde von der Uniklinik Regensburg auf die Pflegestation des Klosters St. Josef verlegt und konnte daher die Schwesterngemeinschaft in Berching nicht mehr leiten. Zudem ist Schwester Christine im März ins Mutterhaus zurückgekehrt, weil der Alltag hier in Berching für sie immer beschwerlicher wurde.

Vergangenes Jahr war schon Schwester Alphonsa ins Mutterhaus St. Josef zurückgekehrt. Da nur noch Schwester Beatrix und Schwester Martiniana übriggeblieben wären, hat die Provinzoberin, Schwester Barbara, entschieden, die Schwesterngemeinschaft in Berching aufzulösen. Eine mehr als 50-jährige Ära ist somit zu Ende gegangen.

90 Ordensschwestern waren seit 1972 hier in Berching und haben einen wertvollen Dienst im ganzen Haus in verschiedensten Bereichen erbracht. Angefangen bei den Heimleiterinnen Schwester Wiltrudis (1972 - 1979), Lidwina (1979 - 1985), Felicitas (1985 - 1992) sowie Ehrengardis (1992 - 2001) über Schwester Mechthildis als Stationsleiterin (1972 - 1988) und Manuela als ihre Nachfolgerin (1988 - 2001) bis hin zu Schwester Aquina als Küchenchefin (1989 - 2006).

Am längsten war jedoch Schwester Polykarpa als Leiterin der Wäscherei im Haus. 32 Jahre war sie für die Sauberkeit der Bewohnerwäsche verantwortlich. Sie kannte jeden und jeder kannte sie. Polykarpa hat Einrichtungsleiter Gerhard Binder einmal erzählt, dass sie in ihren Anfangsjahren jeden Herbst mit dem Bulldog über die Dörfer gefahren sei und um Erntegaben beiden Bauern gebeten habe. Diese habe sie dann verkauft und mit dem so erwirtschaftetem Geld wurde die Versorgung der Schwesterngemeinschaft und der Bewohnerinnen und Bewohner ergänzt.

Viele wertvolle Dienste haben die Schwestern in dieser Zeit erbracht, angefangen beim Kapellen- und Sakristei-Dienst über die Sterbebegleitung bis hin zu Hol- und Bringdiensten in die Kapelle, Essenseingaben bei den Bewohnern und vieles, vieles mehr. Darüber hinaus waren sie Ansprechpartner für die Bewohner, Angehörigen, Mitarbeiter und Besucher der täglichen Gottesdienste.

Schwestern werden am 17. Juli offiziell aus Berching verabschiedet

Und für Gerhard Binder waren sie immer die erste Informationsquelle. Er sei immer sofort informiert worden, wenn etwas Besonderes vorgefallen sei. Dafür bedanke er sich auch im Namen des ganzen Hauses und des Caritasverbandes Eichstätt bei den Schwestern.

Am Montag, 17.Juli, findet die offizielle Verabschiedung der Schwestern mit einem Gottesdienst um 13 Uhr in der Hauskapelle statt und einem anschließenden kleinen Festakt. Der Hausgeistliche, Pfarrer Pius Schmidt, wird aber weiterhin regelmäßig einen Gottesdienst halten. Binder: „Uns ist es sehr wichtig, dass geistliche Leben so gut wie möglich aufrecht zu erhalten.“