Ein Haus mit Geschichte: Vor 120 Jahren wurde Berchings Krankenhaus erbaut

Von Franz Guttenberger · 7. Juni 2023 um 12:26

Beinahe auf den Tag genau vor 120 Jahren, am 6.Juni 1903, wurde das städtische Krankenhaus in Berching eingeweiht. Drei Mallersdorfer Ordensschwestern leisteten von diesem Tag an dort Dienst. Vieles hat sich in diesen 120 Jahren verändert.

In das ehemalige städtische Krankenhaus ist vor 30 Jahren die Helios-Klinik eingezogen, die heute Vamed-Klink heißt. Das Krankenhaus hat sich in der zeit als eine gemeinnützige Anstalt aller ersten Ranges für Berching und den umliegenden Gemeinden erwiesen, wie aus der Chronik hervorgeht. Unzählige Menschen erblickten hier das Licht der Welt, unzählige wurden hier gepflegt und behandelt. Die letzten Entbindungen waren vor 35 Jahren.

Im Frühjahr 1902 beschloss der Magistrat der Stadt Berching unter Bürgermeister Richard Ihrler, ein städtisches Krankenhaus am Osthang der Stadt Berching zu errichten, wie in den Chroniken zu lesen ist. Ordensschwestern sollten mit der Krankenpflege und der Wirtschaftsführung beauftragt werden.

Bau des Berchinger Krankenhauses kostete 55317,29 Mark

Nach längeren Verhandlungen und Sitzungen traf im Juni 1902 von der Königlichen Regierung der Oberpfalz die Baugenehmigung ein, so steht es weiter geschrieben. Der Bau wurde im Wege der Submission mit Kosten von 55317,29 Mark vergeben. Heimische Firmen wurden mit den Ausführungsarbeiten beauftragt.

Bereits im Juli konnte die Grundsteinlegung vorgenommen werden. In die in den Grundstein gelegte Urne wurden Münzen, ein Wandkalender, ein Abdruck des Stadtsiegels, zwei Bilder von Prinzregent Luitpold, Ansichten der Stadt Berching und eine Urkunde gelegt.

Josef Steiner führte die Maurer- und Zimmererarbeiten aus. J. Sitzmann lieferte das Eisen und machte die Schlosserarbeiten. Sebastian Kuhn als Spengler, Zrenner und Kirsch als Schreiner, Josef Wittmann als Hafner, Karl Ambos für Anstriche und Malerarbeiten, Michael Pirkl für Treppenbau, Martin Rummer als Glaser, Josef Bacherle und Albert Steiner als Steinmetze sorgten für eine zügige Bauausführung, wie in den Aufzeichnungen weiter zu lesen steht.

Bürgermeister Johann Hilpoltsteiner war im Juni 1902 plötzlich verstorben und konnte die Grundsteinlegung nicht mehr miterleben. Stadtpfarrer war Georg Rabl. 1903 nahm das Krankenhaus seinen Betrieb auf.