Neuer Bebauungsplan für das Lindenviertel in Burglengenfeld

Bereits im Herbst 2022 hatte der Bau- und Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt, den qualifizierten Bebauungsplan für das Wohngebiet zwischen Regensburger und Maxhütter Straße in einen „einfachen“ umzuändern.
In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Preihsl&Schwan ist ein Entwurf entstanden, der den Mitgliedern des Ausschusses nun ausführlich erläutert wurde. Bei nur einer Gegenstimme wurde der Vorschlag angenommen und der Aufstellungsbeschluss gefasst. Der Bebauungsplan trägt den Namen „Beim Lindenviertel“, weil viele Straßen im Quartier nach Bäumen benannt sind.
Untergliedrung des Gebiets in drei Typen
Der Hintergrund der Bemühungen ist, dass der bisherige Bebauungsplan aus dem Jahre 1967 laut Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) nicht mehr zeitgemäß war. Eine „Überführung in die Neuzeit“ erschien dringend geboten. Wegen der verschiedenen vorhandenen Strukturen sei das Quartier in drei Gebietstypen gegliedert worden. Für sie würden jeweils etwas andere Regelungen hinsichtlich der erlaubten Nachverdichtung gelten, die Übergänge seien aber fließend.
Stadtbaumeister Franz Haneder betonte, die Stadt wolle mit dem neuen Konzept die Innenentwicklung stärken. Die Nachverdichtung solle gezielt und verträglich erfolgen, so dass Nachbarschaftskonflikte so weit wie möglich vermieden würden und auch die Infrastruktur nicht überlastet werde. Die neuen Regelungen sollten keine Bevormundung der Haubesitzer bedeuten, sähen aber bei wesentlichen Änderungen zum Beispiel eine Pflicht zum Bau von Photovoltaikanlagen auf Dächern vor. Bei bestimmten Erweiterungen würden auch Baum-Pflanzungen gefordert.
BFB-Rat fürchtet Überlastung des Kanals
Die Überplanung betrifft 13,1 Hektar. Haneder beschrieb die Grenzen der Quartiere und die Möglichkeiten, die darin gewährt würden. In Quartier II zwischen Linden- und Lärchenstraße, das vorwiegend durch Bungalows geprägt ist, soll es künftig möglich sein, auf bis zu zwei Vollgeschosse aufzustocken. In Quartier III, das sich von der Henry-Goffard- bis zur Lindenstraße erstreckt sowie nördlich vom Buchenweg und östlich von der Eichenstraße begrenzt wird, sind maximal drei Vollgeschosse zugelassen. Pro Parzelle sind bis zu vier Wohneinheiten gestattet.
Hans-Edmund Glatzl (BFB) beurteilte die Pläne als einziger kritisch. Aus seiner Sicht könnte die Verdichtung rasch zu einer Überlastung des Kanals führen. Markus Bäuml (CSU), der selbst im Quartier zuhause ist, sorgt sich allgemein, bei Starkregen könnte es schnell brenzlig werden. Aus allen Himmelsrichtungen würde Wasser herbeiströmen, das möglicherweise nicht versickern könne und für das auch das Rückhaltebecken zu klein sei.
Haneder erwiderte, was die Nachverdichtung und die Pflege des Rückhaltebeckens angehe, so dürfe man auf die Kompetenz der Stadtwerke vertrauen. Für extremste Wetterereignisse könne man das Kanalnetz allerdings nicht rüsten. Alles, was über die Rohrkapazitäten hinausgehe, gelte es oberflächlich abzuleiten.