Neue Integrierte Leitstelle kommt in den Landkreis Schwandorf

Von Johannes Hartl · 13. Juni 2023 um 19:00

In Weiden tagte am Dienstag der neue Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Oberpfalz-Nord. Dabei ging es auch um den neuen Standort für die Integrierte Leitstelle, die Anrufe an die 112 entgegennimmt. Klar ist immerhin so viel: Der Standort wird im nördlichen Landkreis Schwandorf liegen.

Der ZRF Oberpfalz-Nord ist im Januar 2023 neu gegründet worden. Unter seinem Dach fusionierten die beiden Rettungszweckverbände Nordoberpfalz und Amberg, die zuvor eigenständig waren. Eine der Folgen: Statt den bisher zwei Integrierte Leitstellen (ILS) in Amberg und Weiden, soll es künftig nur noch eine geben. Sie bearbeitet dann alle Notrufe aus den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach, Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth sowie aus den kreisfreien Städten Weiden und Amberg.

Wird es Wernberg-Köblitz oder Nabburg?

Jetzt hat sich der Zweckverband in nicht-öffentlicher Sitzung mit möglichen Standorten für sein neues Domizil befasst. Zur Auswahl stehen insgesamt sechs Grundstücke – drei in Nabburg und drei weitere in Wernberg-Köblitz. Alle diese Flächen liegen strategisch günstig in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. Diese Flächen wurden vom ZRF zuvor als Favoriten festgelegt.

Nach der Beratung hat der Zweckverband grünes Licht gegeben, um Verhandlungen aufzunehmen. Jetzt also kann der ZRF-Verbandsvorsitzende, Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU), das Gespräch mit den Grundstückseigentümern und den Kommunen, aber auch mit der Polizei und mit dem bayerischen Innenministerium führen. Dabei geht es um eine Realisierung der jeweiligen Standorte.

Die Polizei und das Innenministerium spielen eine Rolle, weil im ILS-Gebäude möglicherweise auch einige Polizisten ihre Heimat finden könnten. Denn die beiden Verkehrspolizeiinspektionen Amberg und Weiden sollen künftig mit der Autobahnpolizeistation Schwandorf zu einem großen Verbund zusammengelegt werden. Dafür ist – als eine von mehreren Optionen – auch eine kombinierte Lösung mit der neuen ILS denkbar.

„Für den Landkreis ist das natürlich eine tolle Sache“, sagte Landrat Thomas Ebeling auf Anfrage über die favorisierten Grundstücke. Die ILS sei nicht nur der Arbeitsort für alle Mitarbeiter, die die Notrufe entgegennehmen, sondern auch für die Geschäftsstelle des Zweckverbands. „Wir reden da schon über einen großen Personalkörper.“ Aus Ebelings Sicht ist eine gemeinsame Lösung mit der Verkehrspolizei auf jeden Fall der klare Favorit. Was das angeht, zeigt sich der Landrat entsprechend optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinkriegen, auch in Zusammenarbeit mit der Polizei“, sagte Ebeling.

Entscheidungsgrundlage bis zur nächsten Sitzung

Seit der Zusammenlegung, weist der ZRF Oberpfalz-Nord eine beachtliche Größe auf. Mit einem Gebiet von etwa 5400 Quadratkilometer sei er doppelt so groß wie das Saarland und der größte Rettungszweckverband in Bayern, hieß es bei einer Sitzung im Februar. Mehr als 500000Menschen würden demnach im Verbandsgebiet leben.

Mit der Entscheidung des Gremiums kann es jetzt also ans Eingemachte gehen. Im Anschluss an die Gespräche soll dem Zweckverband dann eine Vorzugsvariante vorgelegt werden, erklärte Ebeling. Dann wird sich zeigen, welches Grundstück tatsächlich als Standort infrage kommt. Das solle durchaus zeitnah erfolgen. „Ich werde alles daran setzen, dass wir bis zur nächsten Zweckverbandsversammlung eine tragfähige Entscheidungsgrundlage haben“, sagte Ebeling im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit dem Neubau der gemeinsamen ILS im Landkreis Schwandorf würde die Fusion der beiden Rettungszweckverbände auch baulich sichtbar werden. Unterdessen wurden bereits neue kommissarische Leiter für die Leitstelle bestimmt. Die Verantwortung trägt künftig Robert Schmid. Ihm stehen kommissarisch Jürgen Meyer sowie Stefan Brunner zur Seite.

Auch die Geschäftsleitung beim ZRF Oberpfalz-Nord wechselt zum Januar 2024. Die bisherige Stellvertreterin Katja Sonnauer folgt dann auf Alfred Rast, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Sonnauer selbst übernahm bereits im Jahr 2018 die stellvertretende Geschäftsleitung des damaligen ZRF Amberg. Dort war sie bis zur Fusion auch kommissarische Geschäftsleiterin.

Das neue Team mit Landrat Thomas Ebeling (l.): Katja Sonnauer, ab 2024 Leiterin des ZRF, und der neue kommissarische Leitstellenleiter Robert Schmid Foto: Martin Kellermeier