Autobahnpolizei Schwandorf soll langfristig verlagert werden

Die Tage der Autobahnpolizei in Schwandorf sind gezählt. Wie das Bayerische Innenministerium auf Anfrage verlauten ließ, sollen die Verkehrspolizeiinspektionen (VPI) Amberg und Weiden mit der APS zu einem großen Verbund zusammengelegt werden.
Vorgesehen ist laut Pressestelle des Ministeriums ein neuer zentraler Standort, der sich „idealer Weise im Bereich des Autobahnkreuzes Oberpfälzer Wald“ befinden soll. Mit der Zusammenlegung wolle das Polizeipräsidium die Polizeipräsenz auf den beiden Autobahnen A93 und A6 verbessern und zugleich die Verwaltungsabläufe straffen, so das Innenministerium weiter. An den grundsätzlichen verkehrspolizeilichen Aufgaben und den Dienstbereichen werde sich nichts ändern. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gibt es dem Innenministerium zufolge noch nicht.
Zentrale Anforderung für die neue gemeinsame Dienststelle ist nach Angaben der Pressestelle die verkehrsgünstige Lage in Autobahnnähe. Favorisiert wird daher ein Standort im Umgriff des Autobahnkreuzes Oberpfälzer Wald, von dem aus beide Autobahnen gut erreichbar sind. Doch das Ministerium geht noch weiter ins Detail: „Neben Räumlichkeiten für das Personal sind noch Garagen für die Dienstfahrzeuge, eine Brückenwaage und eine Untersuchungshalle für Kleintransporter erforderlich.“ Aufgrund der speziellen Anforderungen werde dafür höchstwahrscheinlich ein Neubau erforderlich sein. Wie die frei werdende Liegenschaft der Schwandorfer Autobahnpolizei künftig genutzt wird, steht noch nicht fest.
Gespräche im Ministerium
Beim geplanten Neubau ist für das Innenministerium auch eine kombinierte Lösung in einem Gebäude zusammen mit der künftigen Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) desneugegründeten Rettungszweckverbands Oberpfalz-Norddenkbar – als eine von mehreren Varianten. Ende Januar habe es dazu bei Innenminister Joachim Herrmann ein Gespräch mit den Landräten Thomas Ebeling und Andreas Meier (alle CSU) sowie einem Vertreter des Rettungszweckverbands Nordoberpfalz gegeben.
Die Überlegungen des Polizeipräsidiums Oberpfalz haben Folgen. Zum einen berühren sie die Planungen des neuen Rettungszweckverbands Oberpfalz-Nord, der auf Standortsuche ist für seine neue ILS. Landrat Ebeling geht davon aus, dass der Zweckverband dabei nun zweigleisig vorgehen muss – „einmal mit, einmal ohne Verkehrspolizeiinspektion“, wie er es auf Anfrage formuliert.
Aber auch der Dienstbetrieb und die Einsatzfähigkeit der Schwandorfer Polizei sind durch den Vorstoß tangiert. Denn die 21 Beamten der Autobahnpolizeistation Schwandorf sind zwar eigenständig und organisatorisch nicht der Polizeiinspektion zugeordnet. Doch sie leisten auch „Amtshilfe“ für die Kollegen, die gleich nebenan im selben Dienstgebäude arbeiten. „Wir sind regelmäßig unterstützend tätig, auch für Burglengenfeld oder Nabburg. Entweder bei besonderen Einsatzlagen, oder wenn es mehrere Einsätze gleichzeitig gibt“, sagt Michael Guha, der stellvertretende Leiter der Autobahnpolizeistation. Auch bei Unfällen im Schwerlastbereich stelle die APS ihre fachliche Expertise zur Verfügung.
Keine gravierenden Folgen
Armin Kott, der Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf, räumt auf Anfrage ein, dass die räumliche Nähe zur APS Synergieeffekte bringe. Durch den geplanten Umzug der Autobahnpolizei befürchtet er aber keine gravierenden Folgen. Er verweist auf ein gegenwärtig laufendes Programm des Bayerischen Innenministeriums, in dem alle Polizeidienststellen auf Mindest-Dienststärken und Einsatzbereitschaft überprüft würden.
Die Aktivitäten des Freistaats in Sachen Personal kennt natürlich auch Christian Kiener aus Schwandorf, der Bezirksvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. Wichtig sei es, die betroffenen Kollegen mitzunehmen und mögliche soziale Härten, etwa durch überlange Fahrzeiten, zu vermeiden. „Wir müssen einen fließenden Übergang schaffen“, fordert Kiener. Zum anderen gehe es darum, die Einsatzfähigkeit der Polizeiinspektion Schwandorf weiter zu erhalten.
In dieser Hinsicht ist Kiener ganz optimistisch: Der neue Verkehrspolizei-Verbund bringe „deutlich mehr Personal“ und damit die Möglichkeit, dass rund um die Uhr gleich mehrere Streifenwagen unterwegs seien – im Zweifelsfall auch für Schwandorf.
