Keine Agilis zwischen Neumarkt und Parsberg: Bei der Alternative hapert es noch

Wer von Neumarkt nach Regensburg pendelt, sollte für die nächsten zweieinhalb Wochen deutlich mehr Zeit einplanen. Die Agilis fährt bis einschließlich 29.Juni nur bis und ab Parsberg.
In Parsberg müssen Pendler dann entweder in einen Bus umsteigen oder auf den Regionalexpress 50 ausweichen. Die Ursache: Fels- und Hangsanierungen der Deutschen Bahn (DB). Und weil die Strecke ziemlich ausgelastet sei (es fährt sowohl Personen-, als auch Güterverkehr) musste die DB den Fahrplan reduzieren, erklärt Agilis-Pressesprecher Thomas Tomaschek. „Der Regionalexpress und Fernverkehr hat bei solchen Baumaßnahmen Vorrang.“ Denn Strecken der Regionalbahn wie der Agilis könnten wesentlich einfacher durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) ersetzt werden.
Schienenersatzverkehr wartete nicht auf die Agilis
Gestern, am ersten Tag der Umleitung, lief allerdings noch nicht alles reibungslos: Einige Fahrgäste, die von Regensburg nach Neumarkt wollten, haben den SEV-Bus in Parsberg wegen einer Verspätung der Agilis von wenigen Minuten nicht erwischt. „Das ist schon ärgerlich“, sagt Max Zellner. Der 28-Jährige kommt ursprünglich aus Rosenheim, wohnt aber in Regensburg und arbeitet in Neumarkt. Er habe erst am Bahnhof erfahren, dass die Agilis momentan nur bis Parsberg fährt. „Ich bleibe in der Hinsicht aber entspannt.“ Er fahre schon sein ganzes Leben mit der Bahn und überraschen würde ihn solche Dinge nicht mehr. „Dafür kann ich jetzt eine Stunde die Sonne genießen und ein Buch habe ich glücklicherweise auch dabei“, sagt Zellner und schmunzelt.
Auch Anja Sieber aus Etterzhausen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Ich wusste, dass es einen Schienenersatzverkehr geben wird.“ Ein paar ältere Damen hätten sich schon an ihre Fersen geheftet, weil die im Gegensatz zu ihr von der Umstellung ganz überrascht worden seien. Ansonsten fahre Sieber aber immer gerne mit der Agilis. „Die ist nicht so voll wie der Regionalexpress.“ Erst in Neumarkt steige sie normalerweise in den Regionalexpress um, um damit bis nach Nürnberg zu kommen.
Pendlerin sammelte gute Erfahrungen mit der Bahn
Auch Birgit Fritsch wusste vom SEV. „Mir hat zum Glück ein Kollege Bescheid gegeben.“ Die 53-Jährige lebt in Prüfening und arbeitet als Lehrerin am Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt. „Insgesamt habe ich bisher sehr gute Erfahrungen mit der Bahn gemacht. Klar, es ist aber mal wieder was. Aber ich finde es trotzdem entspannter, als mit dem Auto zu fahren.“
Warum der Anschluss zwischen Agilis und SEV gestern noch nicht funktioniert hat, kann Pressesprecher Tomasc hek nur mutmaßen: „Das Problem ist oft die Kommunikation. Die ist ja nicht direkt mit den Busfahrern, sondern über die Leitstelle.“Zum anderen wollten sich die Busfahrer ja auch an ihre Fahrpläne halten. „Da hängt eben ein komplexes System dran“, sagt Tomaschek.