Ex-Jahn-Kapitän Kühlwetter über den Abschied vom Jahn und seine Rückkehr mit Saarbrücken

Von Lukas Götz · 13. August 2026 um 15:45

Christian Kühlwetter und der 1. FC Saarbrücken sind furios in die neue Drittliga-Saison gestartet – inklusive seines ersten Tores für den neuen Klub. Nun kehrt der 30-Jährige am Sonntag (16.30 Uhr) schon am 2. Spieltag erstmals als Gegner ins Regensburger Jahnstadion zurück

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Im MZ-Interview spricht er über seine erste Zeit im Saarland, seine Rückkehr nach Regensburg sowie seinen Abschied aus Regensburg. Rückblick: Es war ein ungewöhnlicher Weg, den Kühlwetter Ende April ging, um seinen Abschied vom SSV Jahn zu verkünden. Über ein Interview mit dem Portal „Reviersport“ wurde bekannt, dass der 30-Jährige amtierende Mannschaftskapitän den Jahn verlässt.

Offiziell wollte sich Kühlwetter nicht zur Vorgehensweise äußern. Klar ist aber, dass der Vorgang, der bei Verein und Fans für Irritationen sorgte, letztlich nur den Umständen des Geschäfts geschuldet ist. Der Jahn verabschiedete Kühlwetter offiziell erst nach Saisonende. Dann, wenn bei den meisten Vereinen die Transferplanungen schon weit fortgeschritten sind. Zu spät für Spieler und ihre Berater. Für diese gilt: Je früher klar und öffentlich kommuniziert ist, dass ein Profi im Sommer auf dem Markt ist, desto besser.

Herr Kühlwetter, wie haben Sie sich in Saarbrücken eingelebt – und wie waren die ersten Wochen sportlich?

Christian Kühlwetter: Wir hatten zwar einen riesigen Umbruch im Kader, aber die Stimmung in der Mannschaft war vom ersten Tag an schon richtig gut. Wir sind in den vergangenen Wochen alle eng zusammengewachsen und es macht sehr viel Spaß hier.

Ihr habt am Wochenende ein 0:2 noch in einen 5:2-Sieg gedreht, dazu auch Ihr erstes Tor für Saarbrücken. Wie wichtig war dieser Start?

Kühlwetter: Nach nur wenigen Spielminuten schon 0:2 zurückzuliegen, darf uns so natürlich nicht passieren. Da müssen wir einfach von der ersten Sekunde an hellwach sein. Aber wir haben das Spiel in der Folge immer mehr dominiert und gemerkt, dass wir trotz des Zwischenergebnisses noch zurückkommen können. Das haben wir dann auch geschafft und am Ende verdient mit 5:2 gewonnen. Für mich persönlich ist es natürlich immer super zu treffen, besonders wie in diesem Fall das wichtige 2:2 direkt vor der Halbzeit. So sind wir nochmal mit einem richtig guten Gefühl in die Pause gegangen.

Auch der Jahn ist mit einem 5:2 gestartet. Wie viel Aussagekraft hat dieses Duell am zweiten Spieltag nun?

Kühlwetter: Es sind zwei Mannschaften, die richtig gut in die Saison gestartet sind. Es wird ein sehr intensives und vor allem interessantes Spiel. Aber ich glaube, dass man die Ergebnisse auf beiden Seiten noch nicht zu hoch hängen sollte. Die Saison ist noch lang.

Sie waren beim Jahn Führungsspieler und dann auch Kapitän. Was lernt man aus dieser Rolle gerade in so turbulenten Zeiten – und was nehmen Sie davon nach Saarbrücken mit?

Kühlwetter: Man nimmt sehr viel mit. Als Kapitän war es für mich aber gar nicht so viel anders als vorher. Ich war schon immer ein Typ, der viel geholfen und gepusht hat sowie auf dem Rasen vorangegangen ist. Einen Umbruch habe ich in Regensburg ja auch schon mitgemacht. Das hat mir jetzt hier in Saarbrücken sicherlich weitergeholfen. Ich glaube also, dass ich in den zwei Jahren in Regensburg wirklich viel gelernt habe und einiges für mich mitnehmen konnte.

Ab wann stand für Sie fest, dass es in Regensburg nicht weitergeht?

Kühlwetter: Der Verein hat mit den Gesprächen sehr lange gewartet. Deswegen war für mich früh klar, dass der Wille, mich beim Jahn zu halten, nicht unbedingt vorhanden ist. Aus diesem Grund musste ich mir, besonders mit Blick auf die Familie, Gedanken darüber machen, wie es für mich weitergeht. Letztlich haben sich dann beide Seiten dazu entschlossen, die Zusammenarbeit nicht weiterzuführen. Natürlich hätte ich mir diese Gespräche etwas früher gewünscht, um entsprechend Planungssicherheit zu haben. Aber zwischen mir und dem Verein ist alles in Ordnung, da ist nichts hängen geblieben.

Am Sonntag geht es erstmals als Gegner zurück ins Jahnstadion. Was bedeutet Ihnen diese Rückkehr?

Kühlwetter: Ich freue mich riesig, wieder zurückzukommen und die alten Teamkameraden sowie die Menschen drumherum wiederzusehen. Während des Spiels muss man das natürlich ausblenden und alles für den neuen Verein geben (lacht).

Und die große Frage: Was macht Christian Kühlwetter, wenn er am Sonntag ein Tor schießt?

Kühlwetter: Da habe ich mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht. Ich finde ganz grundsätzlich, dass man es immer genießen sollte, wenn man ein Tor schießt. Natürlich sollte man dabei aber immer auch respektvoll bleiben.

Was wäre für Sie persönlich ein perfekter Sonntag in Regensburg?

Kühlwetter: Bei der Frage kann ich ja nur verlieren (lacht). Aber klar: Ich spiele jetzt für den 1. FC Saarbrücken und wir wollen natürlich direkt auch mit einem Auswärtssieg starten. Ein ehrgeiziger Sportler würde niemals etwas anderes sagen. Deswegen ist unser Ziel natürlich, auch aus Regensburg drei Punkte mitzunehmen.