Hainsackers Kapitän Fabian Tippelt meldet sich nach einem Jahr des Leidens zurück

Von Markus Schmautz · 13. August 2026 um 07:00

Etwas mehr als ein Jahr musste Fabian Tippelt auf diesen Moment warten. Beim 4:0-Auswärtssieg der SpVgg Hainsacker beim FC Raindorf setzte der 26-jährige Stürmer energisch nach, luchste dem gegnerischen Torwart den Ball ab und schob zum vorentscheidenden 3:0 ein. Es war weit mehr als nur ein Treffer für den Fußball-Bezirksligisten. Nach einer langen Leidenszeit hatte der Kapitän endgültig sein Comeback geschafft.

Rückblick: Am zweiten Spieltag der Saison 2025/26 war für Fabian Tippelt nach rund einer Stunde in Regenstauf plötzlich Schluss. Ein Zweikampf hatte gravierende Folgen. Die Diagnose lautete knöcherner Ausriss der Adduktoren. Eine für Fußballer seltene und komplizierte Verletzung. Es folgten Monate mit Behandlungen, Physiotherapie, Reha und immer wieder Schmerzen.

Ungewissenheit machte am meisten zu schaffen

Vor allem die Ungewissheit machte dem Angreifer zu schaffen. „An einem Comeback habe ich nie gezweifelt. Nur der Faktor Zeit war ein Problem“, erzählt Tippelt. Unterschiedliche Einschätzungen der Ärzte machten die Situation nicht einfacher. Auch eine Operation stand zwischenzeitlich zur Diskussion. „Darauf haben wir schließlich verzichtet. Ich habe von Monat zu Monat geschaut.“

Zu Beginn der Vorbereitung auf die aktuelle Saison kehrte Tippelt ins Mannschaftstraining zurück. Trainer Jürgen Schneider wollte bei seinem Kapitän kein Risiko eingehen und steuerte die Belastung vorsichtig. „Ich habe nur trainiert und kein einziges Testspiel absolviert“, berichtet Tippelt. Doch sein Körper verkraftete die Einheiten besser als erwartet.

Zum Saisonauftakt wollte er deshalb unbedingt wieder zum Kader gehören. In der 78. Minute wurde er eingewechselt und feierte sein Pflichtspiel-Comeback. Danach ging es schnell. Im zweiten Saisonspiel folgte ein weiterer Einsatz als Joker, beim 1:1 gegen den TV Riedenburg stand Tippelt erstmals wieder in der Startelf und hielt gleich über die kompletten 90 Minuten durch. Die Zweifel sind inzwischen verschwunden. „Vom Kopf her bin ich frei und kann ohne Probleme und ohne Angst in die Zweikämpfe gehen“, erklärt er.

Dass er nun wieder mittendrin statt nur Zuschauer ist, bedeutet dem 26-Jährigen viel. „In dem Jahr Fußballpause habe ich erst gemerkt, wie sehr mir das Training und die Spiele gefehlt haben. Das war vorher alles selbstverständlich“, sagt Tippelt. „Es ist ein gutes Gefühl, wieder bei den Jungs in der Kabine und ein richtiger Teil der Mannschaft zu sein.“

Fast ausschließlich beim Heimatverein

Ohnehin ist der von Beruf als Ergotherapeut tätige Angreifer eng mit der SpVgg Hainsacker verbunden. Bis auf zwei Jugendjahre beim SV Obertraubling spielte Tippelt ausschließlich für seinen Heimatverein. Sein Vater Peter fungiert als sportlicher Leiter, im Mittelfeld zieht sein Schwager Bastian Brandl die Fäden. Seit 2017 gehört Tippelt zum Herrenteam. In 172 Partien verbuchte der pfeilschnelle und dribbelstarke Stürmer 58 Tore und 46 Vorlagen.

Jetzt will der Kapitän wieder dauerhaft auf dem Platz vorangehen. Mit der SpVgg Hainsacker, die seit vielen Jahren zum festen Inventar der Bezirksliga gehört, steht für ihn zunächst nur eines im Mittelpunkt: In der Bezirksliga Süd soll wie jedes Jahr der schnellstmögliche Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht werden. Sein Treffer in Raindorf war dafür sportlich wichtig.

Für Tippelt persönlich bedeutete er freilich noch viel mehr: Nach einem Jahr voller Geduld und Rückschlägen ist der Kapitän endgültig zurück. Da wird es Tippelt verschmerzen können, dass man am Mittwochabend das Heimspiel gegen den BSC Regensburg mit 2:5 verloren hat.