„Verlässlich wie Bayerwald-Granit“: Johann Weber aus Lederdorn feiert 70. Geburtstag

Von Max Altmann · 12. August 2026 um 16:57

Runde Geburtstage hat Johann Weber – Vorstandsvorsitzender der Zollner AG und Chamer Kreisbrandrat a.D. – schon einige feiern dürfen. Doch erst zu seinem 70. Ehrentag war der Mann aus Lederdorn (Gemeinde Chamerau) bereit, sich in einer größeren Runde feiern zu lassen.

„Mehr als verdient hat er diese Feier“, waren sich Familie, Verwandtschaft, Freunde, berufliche Weggefährten und Mitstreiter in seinen zahlreichen Ehrenämtern einig. Und sie alle ließen den Jubilar hochleben, der von sich selbst sagt, dass er die Chancen, die ihm das Leben geboten hat, genutzt hat. Fürwahr eine Untertreibung des früheren Vorstandsvorsitzenden der Zollner AG und ehemaligen Kreisbrandrats im Landkreis Cham.

Halbe Sachen mag Johann Weber nicht. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Geburtstagsfeier im Gasthaus Saurer perfekt durch die Kinder Heidi Klein und Markus Weber mit den Familien organisiert war. Jeden der 180 geladenen Gäste empfing der Jubilar als Wertschätzung mit einem Glas Sekt und lud zum persönlichen Erinnerungsfoto, das seine Tochter, die Fotografin Heidi Klein, schoss, während Enkel Robin filmte.

Sohn und Schwiegersohn als Moderatoren

Webers Sohn Markus und Schwiegersohn Matthias Klein, die als Moderatoren durch den Tag führten, geleiteten gemeinsam mit Enkel Felix die Gäste zu ihren Plätzen, um dann jeden einzelnen Gratulanten persönlich vorzustellen. Was zählt, ist nicht der Einzelne, sondern das Team - das war und ist Webers Credo in Beruf und Ehrenamt.

Jubilar Johann Weber (9.v.l.) mit Gratulanten aus der Kommunalpolitik wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Alt-Landrat Theo Zellner, der Zollner AG mit Seniorchef Manfred Zollner und der bayerischen Feuerwehrspitze. - Foto: Heidi Klein

Für das leibliche Wohl der Gäste war bestens gesorgt, und da sagte Weber der Gastwirtschaft Saurer einen besonderen Dank. Nach dem reichhaltigen Mittagstisch mit Eisdessert waren alle gestärkt für die Festreden, die kurzweilig und mit Anekdoten gespickt waren. Und alle Ansprachen hatten einen roten Faden.

Er ist eng mit der Firma Zollner verbunden

Dem Jubilar wollte man Vergelts Gott sagen für sein vielfältiges Wirken für die Wirtschaft in der Region sowie den Einsatz für die Gesellschaft in verschiedensten Ehrenämtern. Der Erfolg des Unternehmens Zollner aus Zandt, das aus kleinsten Anfängen zu einem Weltkonzern aufstieg, ist eng mit dem Namen Johann Weber verbunden. 1977 in die Firma eingestiegen, arbeitete sich Weber bis zum Vorstandsvorsitzenden hoch. Dass der Jubilar trotz Ruhestands weiter dem Aufsichtsrat der Zollner AG angehört und damit seine Verbundenheit mit dem Unternehmen zeigt, dafür sagte die Firmenspitze, die Seniorchef Manfred Zollner anführte, Dank.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Alt-Landrat Theo Zellner würdigten Webers Einsatz als Impulsgeber für die regionale Wirtschaft wie auch als Führungskraft im Feuerwehrwesen. Seine Leidenschaft für die Feuerwehr brachte der Lederdorner als Kreisbrandmeister und schließlich ab 1998 als Kreisbrandrat ein. „Hans war und ist eine Führungspersönlichkeit, aber stets auf Augenhöhe mit den Mitstreitern“, hieß es in der Laudatio. Als Rentner ist Johann Weber weiter im Unruhestand, und so hat er den Vorsitz des Vereins Bayerisches Feuerwehrerholungsheim (BFH) übernommen. Als sturmerprobter Steuermann hat er das 320-Betten-Hotel ab 2022 auf Vier-Sterne-Niveau geführt. Mit einer Auslastung von 95 Prozent und 97 000 Übernachtungen steht der Betrieb im Berchtesgadener Land unter der Federführung Webers erfolgreich da. Dafür sagten der 1. Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Johann Eitzenberger, und der 2. BFH-Vorsitzende, Kreisbrandrat und Vorsitzender des BFV-Oberbayern, Dr. Rüdiger Sobotta, Dank und Anerkennung.

Fest verwurzelt in Lederdorn: Johann Weber mit Vertretern der Ortsvereine - Foto: Heidi Klein

Kreisbrandrat Michael „Mike“ Stahl, der sich seit letztem Jahr auch auf Landesebene im Bereich Brand- und Katastrophenschutz einbringt, dankte Weber für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Feuerwehrwesen. Der Feuerwehrpiepser war immer am Mann – trotz immenser beruflicher Belastung. „Das verdient höchsten Respekt“, sagte Stahl. An Webers Verdienste als Kreisbrandrat, speziell sein Wirken im Vorstand für das Rettungszentrum Regensburg „RZR“ an der Uni-Klinik Regensburg, erinnerte der Orthopäde und Unfallchirurg Prof. Dr. Michael Nerlich. Dieser hatte 1992 die Unfallchirurgie an der Uniklinik Regensburg aufgebaut. Damit einher ging der Aufbau des Rettungszentrums Regensburg für den ostbayerischen Raum. Als damaliger Kreisbrandrat brachte sich Johann Weber mit seinem Fachwissen und seinen Führungsqualitäten entscheidend ein, dankte Nerlich und fügte hinzu: „Der Hans war verlässlich wie Bayerwald-Granit. Ihm ging es immer um ein gutes Miteinander der verschiedenen Organisationen, damit am Ende etwas Gutes herauskommt.“

Ein Macher, ein Vorbild und eine Galionsfigur

„Lederdorn und die gesamte Gemeinde Chamerau sind stolz auf ihren Weber Hans“, sagte Bürgermeister und Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags im Landkreis Cham, Stefan Baumgartner, der vor allem dessen Verdienste für die Feuerwehren hervorhob. Seine Heimatwehr habe der Jubilar zur Stützpunktfeuerwehr entwickelt, die höchstes Ansehen genieße. Bei all seinen Verdiensten habe Weber nie seine Bodenständigkeit verloren. „Der Hans ist einfach ein Macher, ein Vorbild und eine Galionsfigur“, sagte Baumgartner. Das Schlusswort gehörte selbstredend dem Jubilar. Weber dankte allen, die ihm auf all seinen Wegen zur Seite standen.