Als der Abensberger Nachtmarkt mit einer Modenschau aufwartete

Neben dem Abensberger Nachtmarkt und einer neuen Kletterroute am Radweg von Riedenburg nach Kelheim beschäftigten auch Grabungen auf dem Gelände der Kiesgrube bei Arnhofen die MZ-Reporter vor Jahrzehnten.
■ Vor 25 Jahren: Deutlich hoben sich die Umrisse von Claudia Scheer in der gerade hereinbrechenden Dämmerung des Nachtmarktes in Abensberg gegen den Himmel ab. Von acht Scheinwerfern angestrahlt, schlenderte die Zwölfjährige über den etwa zehn Meter langen Laufsteg, hielt am Ende des Steges inne, stellte sich in Pose zu den Zuschauern und stelzte den Laufsteg zurück. Der Werbekreis und die Stadt Abensberg konnten ihre Veranstaltung als vollen Erfolg verbuchen, denn der Nachtmarkt war bis spät abends gut besucht, was zu viel Gedränge auf dem Karmelitenplatz und der Ulrichstraße führte. Neben der Mode auf den Laufstegen war noch vieles mehr auf dem Nachtmarkt geboten. Die Kinder standen Schlange, um sich schminken oder Zöpfe knüpfen zu lassen. Auch der Nachtflohmarkt wurde gut besucht. Warf ein Besucher einen Blick in die geöffneten Geschäfte, konnte er auch dort viel Kundschaft zählen.
■ Vor 35 Jahren: Erschreckend glatt war der graue Felskegel am Waldrand, absolut senkrecht und mauerglatt. Zwanzig Meter Jurakalk ragten in die Luft, etwas abseits des Radwegs von Riedenburg nach Kelheim, der direkt am Kanalufer verlief. Erst dicht davorstehend waren Unebenheiten im Fels zu erkennen. Hier verlief die vermutlich erste Kletterroute der Welt im unteren zehnten Schwierigkeitsgrad. Einige Bohrhaken und ein paar Fingerlöcher gaben den Weg in die Höhe vor. „Face“ stand mit roter Farbe verschämt in Kniehöhe geschrieben, der Name der Tour. Mehr erinnerte nicht an den Paukenschlag, mit dem der Engländer Jerry Moffat 1983 ein neues Kapitel der Sportklettergeschichte aufschlug – am Schnellneckkopf in der Nähe von Essing. Einer, der sich in der Vertikalen auskannte, war Hans-Dieter Brunner. Der gebürtige Kelheimer hatte einen Routenführer herausgegeben und genoss den Ruf eines „kraxelnden Hausmeisters“.
■ Vor 40 Jahren: Nur durch Zufall, so der Leiter der Grabungen, war man auf dem Gelände der Kiesgrube Adolf Buchenrieder bei Arnhofen auf ein nahezu einmaliges Zeugnis der Bergbaugeschichte gestoßen. Im Herbst 1984 war dem Landesamt für Denkmalpflege in Landshut mitgeteilt worden, dass man beim Sand- und Kiesabbau im besagten Bereich an Kiesabbauwänden auf schachtartige Verfärbungen gestoßen war. Eine sofort entsandte dreiköpfige Delegation stellte dann eindeutig fest, dass es sich dabei um Zeichen menschlicher Eingrabungen handelte. Der Fund konnte etwa in die mittlere Jungsteinzeit datiert werden, das hieß also in die Zeit um 4000 vor Christus.