Gebürtiger Neumarkter Jochen Seitz hat sein zweites Buch veröffentlicht

Von Petra Schlierf · 12. August 2026 um 17:00

Was wäre, wenn vieles von dem, was wir für selbstverständlich halten, nur deshalb selbstverständlich erscheint, weil wir es nie hinterfragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der gebürtige Neumarkter Jochen C. Seitz in seinem neuen Buch „Unsere Welt – Geschichten hinter dem Offensichtlichen“.

Darin versammelt der heute in Coburg lebende Schriftsteller 27 sogenannte Perspektivgeschichten – kurze Erzählungen, die Märchenelemente, Gesellschaftskritik und philosophische Denkanstöße miteinander verbinden.

Bereits in seinem ersten Band „Meine Welt, deine Welt – Geschichten zum Nachdenken“ veröffentlichte Seitz seine besondere Form der Kurzprosa. Nun führt er diesen Ansatz weiter. Ausgangspunkt seiner Geschichten sind meist alltägliche Situationen, die sich Schritt für Schritt in ungewohnte Denkexperimente verwandeln. Dabei geht es weniger um fertige Antworten als um neue Blickwinkel auf die Welt.

„Mich interessiert, was passiert, wenn wir unsere gewohnten Sichtweisen verlassen“, sagt Seitz. „Viele Dinge wirken nur deshalb selbstverständlich, weil wir sie nie ernsthaft hinterfragen.“

Seine Texte entstanden ursprünglich für einen Podcast und erscheinen nun erstmals gesammelt als Buch. Im Vorwort empfiehlt der Autor ausdrücklich, die Geschichten nicht zwingend der Reihe nach zu lesen. Vielmehr versteht er das Werk als Sammlung eigenständiger literarischer Impulse, die zum Innehalten und Weiterdenken anregen sollen. Ergänzende Fragen am Ende des Buches laden dazu ein, die Gedanken auf das eigene Leben zu übertragen.

Nebelbilder und Fragen für den Leser

Inhaltlich reicht das Spektrum von persönlichen Wahrnehmungen bis zu gesellschaftlichen Themen. Geschichten wie „Die Moral“, „Das Resort“ oder „Der Führer“ greifen aktuelle Fragen nach Verantwortung, Macht, Konsum und menschlichem Zusammenleben auf, ohne sie direkt zu kommentieren. Stattdessen arbeitet Seitz mit Metaphern und symbolischen Erzählungen, die bewusst Raum für unterschiedliche Interpretationen lassen.

Ein zentrales Motiv des Buches ist die Begrenztheit menschlicher Wahrnehmung. Passend dazu begleiten sogenannte Nebelbilder des Autors die Texte. Sie stehen sinnbildlich dafür, dass Menschen die Wirklichkeit stets nur durch ihre eigenen Erfahrungen betrachten können.

Als Schreiner und Innenarchitekt ausgebildet

Jochen Seitz wurde in Neumarkt geboren. Hier machte er seine ersten künstlerischen Gehversuche und organisierte in den 90er Jahren eine große Kunstaktion. Heute lebt der ausgebildete Schreiner und Innenarchitekt mit seiner Familie in Coburg – und geht schreibend seiner künstlerischen Leidenschaft nach.

Mit seinen Perspektivgeschichten entwickelt er eine eigenständige Form philosophischer Kurzprosa, die inzwischen sowohl als Podcast als auch in Buchform erscheint. Bereits bei seinem Debüt hatte er sich zum Ziel gesetzt, Leserinnen und Leser zum Perspektivwechsel anzuregen.

Das neue Buch „Unsere Welt – Geschichten hinter dem Offensichtlichen“ ist im von Stromberg Verlag als Taschenbuch mit 112 Seiten erschienen. Es ist im Buchhandel sowie online erhältlich.