Tomaten und Co. vor der Hitze retten: Tipps von den Gartenprofis in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 12. August 2026 um 05:00

Der Rasen verbrannt, die Stauden verdorrt, die Tomatenpflanzen lassen die Blätter hängen – die andauernde Hitze macht den liebevoll gepflegten Schätzen schwer zu schaffen. Wie man den Hitzestress verringern kann, wissen die Further Gartenprofis (Landkreis Cham).

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Ob in Parkanlagen oder im eigenen Garten, die Wiesen werden braun. Michael Mühlbauer jun., Chef der gleichnamigen Further Gärtnerei, sagt, dass das Grün nach einer Verschnaufpause im kommenden Jahr wieder zurückkommt. „Man kennt das auch aus dem Winter, wenn der Rasen schlecht aussieht und sich wieder erholt.“ Erich Hofmann, Chef von Blumen Hofmann, ergänzt: „Wer auch in der momentanen Hitzeperiode einen englischen Rasen haben will, der kommt um das Gießen nicht herum.“

Wasser sparen ist das Gebot des Sommers

Juniorchef Ludwig Hofmann stellt in Frage, ob es ratsam ist, die städtischen Wasservorräte so zu belasten. Das sieht man auch bei den Stadtwerken so, wenn der Bäderbeauftragte Thomas Roßmann gegenüber unserer Zeitung sagt, dass im Moment selbst der Rasen im Freibad nicht gewässert und langsam braun wird.

Die Hofmanns sind heuer auch zuständig für die Bewässerung der städtischen Anlagen. Viele davon habe man für dieses Jahr schon „aufgegeben“, so Erich Hofmann. Zu sehen ist das unter anderem auf dem Späth-Areal, der Hofer- oder auf der Verkehrsinsel im Kreuzungsbereich Pastritzweg/Schießstättenweg. Dort ist der Rasen ebenfalls braun, die Anpflanzung weitgehend verwelkt.

Familie Hofmann kämpft erfolgreich gegen die Hitze. - Foto: Alexander Frimberger

Es mache auch keinen Sinn, dort noch zu gießen, denn das Wasser würden sich die drei Bäume holen, die dort stehen. Das, so die beiden Hofmanns, gelte es generell zu beachten. Bäume suchen sich den einfachsten Weg: Wo viel gegossen wird, wachsen ihre Wurzeln hin. Wenn nicht, graben sie sich in die Tiefe. Wer seinen Garten gießt, sollte das also mit Bedacht tun und in jedem Fall ist eine Regentonne zu empfehlen. Der kurze Regenguss am Montag habe Ludwig Hofmann trotzdem 300 Liter gebracht: „Damit komme ich daheim gut drei Tage aus.“

Wann man seinen Garten bewässert, ist wohl Geschmackssache. Michael Mühlbauer wässert Tomaten und anderes Gemüse am liebsten abends, im Hause Hofmann geschieht das morgens. Wichtig ist auf jeden Fall, nicht die Blätter zu erwischen. Nasse Blätter neigen in der Kühle der Nacht dazu, Pilzkrankheiten, wie zum Beispiel Mehltau, zu bekommen, so Mühlbauer. Er empfiehlt in der Zeit, in der viel gegossen wird, stets gut zu düngen. Ein bis zwei mal in der Woche, weil durch das Gießen viel Dünger weggeschwemmt wird. Ein reicher Ertrag sei der Lohn dafür.

Das gelte für alle Gemüsepflanzen, die ihre Frucht über Blüten bilden. Reiner Tomatendünger könne auch für andere Gemüsesorten verwendet werden. Wichtig ist die Kombination aus Stickstoff, Phosphor und Kalium (npk). Erich und Ludwig Hofmann empfehlen zum einen, Rindenmulch auf die Beete zu streuen, der die Verdunstung aufhält. Auch Kräuter, Melonen und andere bodennahe Pflanzen zwischen hochwachsenden Gemüsen gepflanzt, machen demnach Sinn, weil sie dem Boden Schatten spenden. Generell findet Erich Hofmann, ist das Ziehen der Pflanzen im Freiland besser, als in Töpfen.

Dort können sich die Wurzeln von Tomaten und Co. besser verwurzeln. Seine Gießempfehlung: Ruhig mal einen Tag aussetzen und dafür am darauffolgenden stärker gießen. Empfehlenswert ist auch die Tröpfchenbewässerung, die kontinuierlich wenig Wasser abgibt. Systeme, auch mit Zeitschaltuhr, gebe es im Handel.

Die Verkehrsinsel am Pastritzweg: Das Gras ist braun, die Beete sind verwelkt. - Foto: Alexander Frimberger

Mühlbauer sagt, Gemüse im Topf zu ziehen, gehe schon, er sollte dann allerdings mindestens einen Durchmesser von 40 Zentimetern haben. Laut Hofmann sen. ebenfalls wichtig: Keinen anthrazitfarbenen Topf verwenden. Die speichern Hitze zusätzlich und begünstigen Verdunstung des Wassers und damit die Austrocknung des Bodens.

Die Hortensie wird Schwierigkeiten bekommen

Wer beispielsweise Karotten oder Süßkartoffeln im Beet hat, der sollte laut Mühlbauer abends und dosiert gießen, Dünger ist nur sehr vorsichtig einzusetzen.

Klar ist, der Garten der Zukunft wird anders aussehen als noch vor einigen Jahren. Die beliebte Hortensie, da sind sich alle drei Fachleute einig, wird es schwer haben, weil sie sehr viel Wasser braucht. Ludwig Hofmann bevorzugt Blätterwerfende vor immergrünen Stauden. Mit Blick auf Hecken wäre da die Hainbuche der klassischen Thuja vorzuziehen.

Mühlbauer weiß, dass seit Jahren an Hitzebeständigkeit der Pflanzen gearbeitet wird. Generell gehe der Blick in den Süden, um zu sehen, was dort wächst. Viele probieren sich auch schon an Olivenbäumen im Garten. Oder an Palmen. Einer seiner Bekannten hat eine in den Garten gepflanzt. Die komme gut durch den Winter. Wenn es zu kalt wird, schütze er sie mit einer Noppenfolie.