Falsche Polizisten und Ärzte: Betrüger rufen derzeit vermehrt in der Oberpfalz an

Seit Dienstagmittag häufen sich in der Oberpfalz betrügerische Telefonanrufe. Betroffen sind unter anderem Amberg, Weiden sowie die Landkreise Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Schwandorf. Das teilt das Polizeipräsidium der Oberpfalz mit. Die Täter geben sich unter anderem als Polizisten, Staatsanwälte, Ärzte oder Bankmitarbeiter aus und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck.
Ziel der Betrüger ist es, an Bargeld, Wertgegenstände oder Bankkarten zu gelangen. Besonders häufig nehmen die Täter ältere Menschen ins Visier.
Schockanrufe: Betrüger geben sich als Polizisten oder Ärzte aus
Bei der Masche mit falschen Polizeibeamten behaupten die Täter beispielsweise, in der Nachbarschaft seien Einbrecher festgenommen worden. Bei diesen sei ein Zettel mit den persönlichen Daten des späteren Opfers gefunden worden. Zum Schutz vor einem angeblich bevorstehenden Einbruch sollen anschließend Bargeld und Wertgegenstände übergeben werden.
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Beim sogenannten Schockanruf wird dagegen oft ein schwerer Verkehrsunfall vorgetäuscht. Ein Angehöriger soll den Unfall verursacht haben, anschließend übernimmt ein vermeintlicher Polizist oder Staatsanwalt das Gespräch. Um eine angebliche Haft zu verhindern, wird eine hohe Kaution gefordert.
Auch die sogenannte Arztmasche haben Betrüger derzeit im Einsatz. Dabei behaupten die Täter, ein Angehöriger benötige dringend eine teure medizinische Behandlung. Das Geld soll anschließend überwiesen oder persönlich übergeben werden.
Betrüger sprechen gezielt Russisch
Eine weitere Variante richtet sich gezielt an russischsprachige Menschen. Die Gespräche werden dabei in russischer Sprache geführt. Die Täter nutzen meist die bekannte Schockanruf- oder Enkeltrick-Masche und treten häufig als falsche Polizeibeamte auf.
Auch als Bankmitarbeiter geben sich die Betrüger momentan aus. Sie behaupten beispielsweise, die Bankkarte des Angerufenen sei ausgespäht worden. Anschließend soll ein angeblicher Mitarbeiter die Karte samt PIN zur Sicherung abholen.
Polizei gibt Tipps gegen Schockanrufe
Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte sofort auflegen. Die Polizei empfiehlt, anschließend die 110 zu wählen und sich nach dem geschilderten Sachverhalt zu erkundigen. Wichtig ist dabei, nicht die Rückruftaste zu verwenden.
Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände. Auch Bankmitarbeiter verlangen keine Bankkarten oder PINs an der Haustür. Entsprechende Forderungen sollten keinesfalls erfüllt werden.
Die angezeigte Telefonnummer ist ebenfalls kein verlässliches Erkennungsmerkmal. Betrüger können falsche Rufnummern anzeigen lassen. Die 110 wird bei echten Polizeianrufen niemals im Display erscheinen.
Darüber hinaus rät die Polizei, mit Angehörigen ein persönliches Codewort für Notfälle zu vereinbaren. Auch ein Telefonbucheintrag kann gelöscht oder um persönliche Angaben wie Vorname und Adresse reduziert werden.